Kino

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      ssnake wrote:

      Das habe ich damals auch live gesehen.

      1999 war insofern ein lustiges Oscar-Jahr, als das der große Abräumer "Shakespeare in Love" eine englische und damit auch eine europäische Produktion nebst "La vita e bella" war.

      Und da beide Filme von Firmen im Besitz von Disney produziert wurden, kamen gleich die großen Verschwörungstheorien auf: Alles gekauft von Disney, Vaterlandsverräter, etc.


      Ah, dazu habe ich letztens eine sehr interessante Analyse gesehen, in der es hauptsächlich um die erfolgreiche Kampagne von Harvey Weinstein, die Gründung von Miramax und deren Einfluss auf die Akademy ging.

      "[…] Ich wünschte, all das wäre nie passiert …" "Das tun alle, die solche Zeiten erleben, aber es liegt nicht in ihrer Macht, das zu entscheiden … Du musst nur entscheiden, was du mit der Zeit anfangen willst, die dir gegeben ist." (J.R.R. Tolkien, Frodo und Gandalf)
      Die Kampagne mag ja das eine oder andere bewirkt haben, aber die Hauptkonkurrenten damals um die Hauptpreise waren "Saving Private Ryan" und "The Thin Red Line".

      Wäre ich Academy-Mitglied bräuchte ich keinen Mr. Weinstein, um zu wissen, wofür ich NICHT stimme. Die Werke von Mallick und Spielberg waren nicht schlecht (Spielberg bekam ja auch den Regieoscar damals), aber bester Film? Noch ein Oscar für Tom Hanks, dafür, dass er melancholisch unterm GI-Helm hervorblinzelt?

      Alles, was recht ist ...

      Alleine dass damals eine Schmonzette wie "Armageddon" für vier (!) Oscars nominiert war, zeigte schon, wie daneben das Prozedere lief und eine Zäsur in Form von Außenseitersiegen mal dringend notwendig war.
      Sorry, no dragons in Winterfell!

      Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!

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      Sieht gut aus! Aber gibt die Vorlage da wirklich so viel Stoff her, dass es für einen ganzen Film reicht?
      "Many that live deserve death. And some that die deserve life. Can you give it to them? Then do not be too eager to deal out death in judgement. For even the very wise cannot see all ends.” - J.R.R.T.

      Narannia wrote:

      Aber gibt die Vorlage da wirklich so viel Stoff her, dass es für einen ganzen Film reicht?


      Wir werden sehen. Tolkien hat übrigens eine Übersetzung des Stoffes angefertigt und ihn kommentiert. Bestimmt sehr interessant: john-howe.com/portfolio/gallery/details.php?image_id=822
      “I: You’re a communist then. S: Let’s say I’m old enough not to be dazzled by Ayn Rand.”

      Kameron Hurley, The Light Brigade
      Okay, ich keine der Verfilmungen. Die mit Sean Connery hat zumindest einen sehr schlechten Ruf. Bei der Geschichte scheint es ja um ein wenig mehr zu gehen als "Typ nimmt Herausforderung an und erlebt daraufhin einige Abenteuer".
      “I: You’re a communist then. S: Let’s say I’m old enough not to be dazzled by Ayn Rand.”

      Kameron Hurley, The Light Brigade
      Es ist wirklich peinlich, was sich in der Kommentarspalte zum Trailer abspielt. Da beschweren sich etliche Leute darüber, dass ein "Inder" einen "britischen" Ritter spielt (Dev Patel ist gebürtiger Brite, bezeichnend was solche Gestalten unter Staatsbürgerschaft verstehen). Ein älterer Blogbeitrag, der jetzt leider wieder aktuell ist, leistet da die notwendige Aufklärungsarbeit:
      Black Knights, Green Knights, Knights of Color All A-Round: Race and the Round Table

      @Maegwin
      Freut mich, dass dir der Trailer gefällt.
      “I: You’re a communist then. S: Let’s say I’m old enough not to be dazzled by Ayn Rand.”

      Kameron Hurley, The Light Brigade
      Ehrlichgesagt ist es für mich fast schon der Clou, dass der Darsteller diesen optischen Einschlag hat. Gerade bei der jesusähnlichen Figur zu Beginn, die damit näher am galiläisch-aramäischen ist, als praktisch alles was europäische Künstler in den letzten 1500 Jahren produziert haben.

      Ich bin zugegebenermaßen sehr pingelig, was die Darstellung von konkret geschilderten Buchfiguren betrifft und empfand folglich auch gut 70% des GoT-Casts als unpassend. Allerdings sind die Figuren um Arthus derart abstrakt und sagenhaft, dass ich dankbar um jede interessante Interpretation bin.
      Und mit "interessant" meine ich nicht, irgendeinen achtklassigen Z-Promi ins Rennen zu schicken um die fünfzehnte Variation von etwas zu verfilmen, das das Thema spätestens seit der zweiten nicht mehr bereichert.
      I have been despised by better men than you.
      Ich war vorhin in der Vorpremiere der Känguru-Chroniken.
      Ich habe die Bücher alle mehrmals gehört (ja diese Bücher sind als Hörbücher viel besser als zu lesen) und mir eigentlich nicht viel erwartet. Ich habe den Film aber als ziemlich kurzweilig empfunden mit vielen Anspielungen für Fans.
      Die Charaktere von Marc-Uwe und dem K. sind aber meiner Meinung nach teilweise schon verfremdet. Sie wirken z.B. weniger intelligent und weniger schlagfertig. Die vielen negativen Eigenschaften des Kängurus sind weitestgehend glatt gebügelt. Der Film ist dabei auch nochmal weniger kritisch als die Bücher und der Humor soll wohl bloß niemandem wehtun (außer Nazis).
      "Not every man has it in him to be Prince Aemon the Dragonknight." -Wyman Manderly

      Ceterum censeo Casimirem esse delendum.

      The Dragonknight wrote:

      Ich war vorhin in der Vorpremiere der Känguru-Chroniken.
      Ich habe die Bücher alle mehrmals gehört (ja diese Bücher sind als Hörbücher viel besser als zu lesen) und mir eigentlich nicht viel erwartet. Ich habe den Film aber als ziemlich kurzweilig empfunden mit vielen Anspielungen für Fans.
      Die Charaktere von Marc-Uwe und dem K. sind aber meiner Meinung nach teilweise schon verfremdet. Sie wirken z.B. weniger intelligent und weniger schlagfertig. Die vielen negativen Eigenschaften des Kängurus sind weitestgehend glatt gebügelt. Der Film ist dabei auch nochmal weniger kritisch als die Bücher und der Humor soll wohl bloß niemandem wehtun (außer Nazis).


      Hätte fast vergessen, dass ich auch noch was dazu schreiben wollte; ich war am Montag drin. Dein Post hat mich vorgewarnt und ich habe meine Erwartungen (die durch die starke Einbeziehung von Marc-Uwe Kling doch etwas höher waren) angepasst, sodass ich nicht enttäuscht wurde. Fand ihn durchaus nett anzusehen, aber interessant, dass er auf einer völlig anderen humoristischen Ebene spielt als die Hörbücher. War vermutlich nicht verkehrt, denn bei den Buch-Reminiszenzen hat man schon gemerkt, dass der Humor einerseits nicht so wirklich zündet und andererseits die Fanbase alles mitsprechen kann. Man hat sich schon über die Szenen gefreut, aber so richtig gelacht hat eigentlich Niemand. So ist der Film ein ganz nettes Gimmick für Känguru-Fans, nicht mehr, nicht weniger.

      Ich fand aber auch schade, dass das Känguru so süß und soft ist, ich hätte lieber das coole Draufgänger-Känguru gesehen, dass sich manchmal übernimmt aber dann doch irgendwie alles im Griff hat. So lag der Fokus zu sehr auf dem Kleinkünstler.
      So, ich war Samstag Abend in Tenet. Der Kommentar sollte weitgehend spoilerfrei sein bzw. auf jeden Fall nicht mehr verraten als der Trailer.

      Ich muss zugeben, dass ich erst mit etwas gemischten Gefühlen aus dem Kino gekommen bin. Das lag aber nicht daran, dass mir nicht gefallen hat, was ich da gerade gesehen habe (im Gegenteil ich war die ganze Zeit vollkommen elektrisiert), sondern viel eher an der Tatsache, dass ich noch gar nicht so richtig verarbeitet hatte WAS ich da überhaupt gerade gesehen habe. Und so ging es vielen denke ich.
      Es ist so, dass ich seit The Dark Knight 2008 jeden Nolan- Film im Kino gesehen habe und sich seit dem auch mit jedem Mal meine Erwartungen automatisch noch etwas höher geschraubt haben. Trotzdem hat Nolan es irgendwie geschafft, jedes einzelne mal noch ein Schippchen drauf zu legen- und auch dieses Mal wurde ich nicht enttäuscht. Das einzige was ich dem Film vorwerfen könnte ist, dass er sein Publikum dieses mal vielleicht schon fast zu viel fordert. Das Pacing ist so abartig, dass man öfter mal einfach STOP rufen möchte, um das gerade Gesehene/Gehörte gedanklich zu verarbeiten, aber diese Zeit gibt Tenet dem Zuschauer leider so gut wie nie. Daher ist das auch ein Film, der schon direkt beim Abspann das Gefühl erzeugt, das man ihn ganz dringend so schnell wie möglich erneut sehen muss.
      Vom Look und von der Aufmachung her gibt es ein paar offensichtliche Parallelen zu Inception, Nolan-typisch Spionage-/Thriller mässig. Man wird erst mal sofort mitten ins Geschehen reingeworfen, ohne ansatzweise zu begreifen was da abgeht. Wer Inception damals schon zu "kompliziert" fand (obwohl er das im Grunde ja gar nicht ist), der wird an Tenet erst recht keine Freude haben. Inception ist tatsächlich Kindergarten gegen dieses Monstrum. Glücklicherweise hatte ich das Gefühl, dass Nolan hier im Gegensatz zu Inception Expositions-Dialoge auf ein (meiner Ansicht nach absolut notwendiges) Minimum reduziert hat, was jedoch das Problem mit sich bringt, dass viele Sachen noch schwerer greifbar sind und man richtig Gehrinschmalz reinstecken muss um einigermassen dabei zu bleiben. Man hat förmlich gespürt wie im Kino die Köpfe geraucht haben. Seit meinen erfolglosen Versuchen vor 10 Jahren Tarkowskis Stalker zu begreifen, kam ich mir nach und während eines Films nicht mehr so dumm vor. Nahezu jeder Dialog und jede längere Kameraeinstellung sind von entscheidender Bedeutung für nachfolgende Ereignisse, wobei ständig alles bereits Gesehene in ein neues Licht gerückt wird. Nolan lässt es sich dabei allerdings auch nicht nehmen, das Publikum ab und zu aufs Glatteis zu führen. Das hochkomplexe Puzzle ergibt am Ende ein Gesamtbild dass man meiner Meinung nach so noch nicht gesehen hat. Cinema Strikes back hat Tenet in Teilen mit Lynchs Lost Highway verglichen, was meiner Meinung nach allerdings wenig zutreffend ist, da Lynchs Werk einen vollkommen anderen, eher auf Mystery getrimmten Ansatz verfolgt.
      Nolan schafft es hingegen einer Thematik (Zeit/Zeitreisen/Sprünge oder was auch immer), die im Prinzip schon fast seit Anbeginn der Filmgeschichte immer wieder aufgegriffen und in endlosen Varianten wiedergekäut wurde, eine ganz neue Facette abzuringen, die man so noch nicht kannte. Tenet ist letzthin ein Gedanken-Experiment, das uns dazu zwingt unser Grundverständnis für Raum, Zeit und Realität neu zu hinterfragen und sprichwörtlich auf den Kopf zu stellen. Wer sich darauf einlassen kann, kann sich auf einen hochspannenden, visuell und akkustisch brillianten Film freuen, wem das zu doof ist (und davon wirds sicherlich einige geben), der wird den Film schon nach der ersten halben Stunde verfluchen. Man könnte wirklich endlose Diskussionen über die Bedeutung diverser Details und Einstellungen führen, aber das würde hier sicherlich jeglichen Rahmen sprengen und ausserdem habe ich auch nicht mal ansatzweise alles mitbekommen. Es ist sowieso zumindest für mich nicht wirklich in Worte zu fassen wie "gross" dieser Film eigentlich ist.
      Noch anmerken möchte ich, dass die Action zu nahezu 100% handmade ist, ohne übertriebenes CGI-Gedöns, was angesichts vieler aufwendiger Szenen sehr beachtlich ist. Kämpfe und Choreos, alles herausragend einstudiert. Man sieht deutlich, dass da mächtig Arbeit dahinter steckt.
      Die Schauspieler sind meiner Meinung nach alle auf den Punkt getroffen, Washington Jr. macht eine richtig gute Figur und verdammt nochmal auch Glitzervampier Pattinson hat mir super gefallen (vielleicht gebe ich seinen anderen Filmen ja doch mal ne Chance und das lässt auch richtig hoffen das aus The Batman wirklich was wird), nicht zu vergessen die weibliche Protagonistin und Kenneth Branagh, der einen richtig tollen Schurken abgibt. Einige werden Nolan sicherlich wieder vorwerfen, dass seinen Figuren die emotionale Tiefe fehlt, dass sie ohne Ecken und Kannten gezeichnet sind oder dass man viel zu wenig über sie erfährt etc. Ich persönlich empfand das alles als vollkommen ausreichend, Nolans Filme waren immer schon eher handlungsgetriggert, ist eben Geschmacksache und kommt darauf an wie wichtig einem die emotionale Bindung zu Figuren ist.
      Nolan bleibt somit das Mass der Dinge, wenn es um anspruchsvolle Action-Filme geht, für mich hat er trotz der enormen Erwartungshaltung wieder zu 100% abgeliefert. Bester Action-Film seit Mad Max: Fury Road. Müsste ich eine Punktwertung abgeben wären es 10 von 10 goldene Sterne. Vollste Empfehlung. Geht ins Kino, guckt euch den Film an und unterstützt WB, damit Nolan auch weiterhin so viel Geld für Filme ausgeben darf.
      ich bin der singende, tanzende Abschaum der welt.

      Post was edited 2 times, last by “el_drogo” ().