Kino

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      Also ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass der Film brauchbar wird. Nur weil big C. irgendwo am Rande als Co-Drehbuchautor und Produzent was zu sagen hatte, überzeugt mich das noch lange nicht. Seit Avatar habe ich meinen Glauben an ihn sowieso verloren.
      ich bin der singende, tanzende Abschaum der welt.
      Keine weiteren Eindrücke mehr zum Joker? Hätte mich echt interessiert, was ihr davon haltet. Die Kritik ist ja offenbar einigermassen gespalten (von genial bis Grütze) und nach nun mehr zwei Wochen Laufzeit und über 750 Mio $ weltweitem Einspielergebnis (bei einem Produktionsbudget von etwa 55 Mio) kann man mittlerweile auch sagen, dass die grosse Masse recht begeistert zu sein scheint, obwohl der Film im Prinzip überhaupt nicht dem typischen Muster entspricht. Diese Entwicklung halte ich prinzipiell für sehr interessant, da WB hier zweifellos ein grosses Wagnis eingegangen ist, welches sich nun aller Risiken zum Trotz auszahlt. Das Massenpublikum scheint tatsächlich mündiger zu werden. Sorry für Doppelpost.
      ich bin der singende, tanzende Abschaum der welt.
      Fand ein paar Sachen interessant. Thomas Wayne als Milliardär, der eher ahnungslos, als bösartig ist zum Beispiel. Im Gesamtpaket fand ich die story fom einsamen armen Kerl mit Mommy- und Daddy-Issues nicht so originell. Dann kommen noch Stereotypen über gewalttätigkeit unter geistig benachteiligten hinzu und eine halbe Dämonisierung von linken Protestern. Ich weiß, dass der Film versucht, nuancierter zu sein, aber ich fand, es lief trotz Nuance-Versuch am Ende doch darauf hinaus.

      el_drogo wrote:

      Keine weiteren Eindrücke mehr zum Joker?
      Mir hat der Film gut gefallen! Stimme dir in den meisten relevaten Punkten deines Beitrages zu.
      Bei uns im Publikum war es mit den Lachern ähnlich, wie du es in deinem Beitrag beschrieben hast.
      Neben mir waren allerdings zwei Typen, die ständig gelacht haben, so dass ich schon fast fand, dass sie einfach nur wie "Mitmobber" wirkten. X( Ich selbst musste zweimal schmunzeln und einmal auflachen, weil es so makaber und furchtbar traurig war.

      Ansonsten verstehe ich auch, was du und @Lann mit der "Küchenpsycholgie" und den "Mommy- und Daddy-Issues" meint, würde damit aber nicht so hart ins Gericht gehen, da psychische Erkrankungen oder abweichendes (gewalttätiges) Verhalten nunmal meistens mit ensprechenden Kindheitserfahrungen und genetischen Anlagen einhergehen.
      Hätte es wahrscheinlich unglaubwürdiger gefunden, wenn aus einem erfolgreichen glücklichen Menschen mit guten Bindungserfahrungen aufeinmal der Joker geworden wäre. ^^
      >Angst schneidet tiefer als ein Schwert<
      Also ich habe auch den Joker gesehen und fand ihn klasse. Da hat sich in Hollywood mal jemand etwas getraut und ist an diese Superhelden-/Bösewicht-Thematik eher von Psychologie und einer Charakterstudie herangegangen - in Verbindung mit Joaquin Phoenix' brillianter Schauspielkunst kam da ein Film heraus, der mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.
      Ich war gestern in Terminator: Dark Fate
      Seit ich mich mit 14 damals zu Terminator 2 ins Kino gemogelt habe, war ich großer Fan der Terminator Reihe und natürlich auch von Schwarzenegger.
      Heute kann ich ihn und seine Filme natürlich auch anders einordnen, aber trotzdem bin ich immer ein Fan geblieben. Auch die späteren Terminator Filme fand ich ich alle nicht so schlecht wie sie zum Teil besprochen werden.
      Dark Fate, tja man bekommt was man erstmal erwartet. Solide gut gemacht Terminator-Action.
      Es gibt viel Frauen-Power, was ansich nicht stört, auch wenn es schon dem Zeitgeist entsprechend, teils deutlich in den Vordergrund gestellt wird. Man bricht mit der Erwartungshaltung an billigen Gags und onelinern, was ganz sympathisch rüber kommt. Zu den Schauspielern kann man bei so einem Film nicht viel sagen. Der eine schaut immer grimmig, die andere mürrisch und Linda Hamilton macht natürlich Spaß zuzuschauen, aber ihre Rolle ist natürlich 150% drüber. So Mitte des Filmes dachte ich dann, ja Terminator-Action, Roboter, Androiden ect war schon immer was besonders, früher, aber heute nach xx Marvel Filmen mit Ironman ect, hat man eigentlich auch schon fast alles gesehen, was in der Richtung möglich ist. Es ist aber trotzdem ganz gut gemacht und passt ins Universum.
      Von was ich maßlos enttäuscht bin ist die Story. Diese ist einfach komplette Grütze. OK da werden einige sagen: "Nach 6 Terminator Filmen und xx Zeitreisen, was willst du da erwartet?"
      Nicht sowas!
      Die haben sich auf die Fahnen geschrieben, alles nach Teil 2 zu ignorieren und neu anzusetzen. Da gehe ich doch davon aus, dass man zumindest 1-2 clevere Ideen hat, wie es weiter geht/ging, aber da ist gar nix. Nicht eine Figur und ihre Geschichte macht wirklich Sinn oder ist eine 100% Kopie aus schon bekanntem. Da hab ich echt mehr erhofft.
      Zuletzt gesehen:

      Parasite

      Es handelt sich hier um einen koreanischen Film, der mit den nicht geringen Vorschusslorbeeren der goldenen Palme von Cannes meine Aufmerksamkeit erregte-

      Die goldene Palme hat dieses Meisterwerk sowas von zurecht erhalten! Unbedingte Empfehlung eines Films, der 130 Minuten dauert und den ich mir im Original mit Untertitel gegeben habe. Die Darsteller und die Regie sind so unglaublich gut, dass eine Sprache, mit der man so gar nichts anfangen kann, irgendwann überhaupt nicht mehr stört.

      Schwarzer Humor, Thrillerspannung, Gesellschaftskritik - alles da.

      Handlung: Eine völlig verarmte Familie, die tatsächlich wie Parasiten in einer allen Beschreibungen spottenden Kellerwohnung irgendwo in Seouls Armenviertel haust, schafft es durch allerlei Tricks und Mogeleien sich vollständig als Hauspersonal einer ebenso hochnäsigen wie leichtgläubigen Upperclass-Familie zu installieren und am Luxusleben zu partizipieren.

      Aber die Gier ist ein Luder und irgendwann läuft alles aus dem Ruder ...

      Sehr viele gute und überraschende Handlungswendungen ließen die Überlänge auch in einem gnadenlos überheizten Kinosaal völlig vergessen, dass es in absehbarer Zeit ein Hollywood-Remake geben wird, wird wohl kaum zu verhindern sein.

      Dass Hollywood längst auf Korea aufmerksam geworden ist, zeigt sich am Beispiel der Serie "The Good Doctor".

      Und dass zum Gewinn der Goldenen Palme nicht unmaßgeblich beitrug, dass der Film gewollt oder ungewollt doch sehr an diverse Werke Claude Chabrols erinnert, sei erwähnt.
      Kleine Warnung für zarte Gemüter: Am Ende wird's ausgesprochen heftig.
      Sorry, no dragons in Winterfell!

      Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!

      el_drogo wrote:

      Keine weiteren Eindrücke mehr zum Joker?


      Ich fand den richtig richtig richtig gut, weiß aber nicht, ob man da viel drüber diskutieren kann. Ich werde in mir auf jeden Fall nochmal ein zweites Mal anschauen. Aber alleine wegen der schauspielerischen Leistung und der Qualität bei Kamera etc. lohnt sich der Film halt schon enorm.
      “When the snows fall and the white winds blow, the lone wolf dies but the pack survives.”

      George R.R. Martin,
      A Game of Thrones
      Habe mich tatsächlich dazu breit schlagen lassen am Samstag in "Das perfekte Geheimnis" zu gehen und erwartete einen Film voller Fremdschämdialoge der übelsten Sorte.
      Überaschenderweise war es dann doch nicht ganz so schlimm, um ehrlich zu sein fühlte ich mich über weite Strecken sogar recht gut unterhalten. Das Ensemble ist gut gewählt und Elias M'barek ist glücklicherweise nicht das Zentrum der Handlung. Ich habe immer Respekt davor wenn sich Regiesseure an Kammerspiele wagen und muss sagen, dass Dagtekin sich nicht schlecht geschlagen hat, auch wenn er sich hier freilich an bekannten Vrolagen orientieren konnte. Was dem Film fehlt ist leider ein wenig Mut bzw. noch mehr Bissigkeit, vor allem am Ende noch mehr Eskalation wie bspw. beim ähnlich gelagerten "Gott des Gemetzels" hätte ihm meiner Meinung nach gut getan, und vor allem das "happy end" entzaubert das Ganze dann merklich. Was somit am Ende bleibt ist eine über weite Strecken zwar durchaus unterhaltsame Komödie mit guten Darstellerleistungen und tlw. recht pfiffigen Dialogen, jedoch auch viel unausgeschöpftem Potential zur bissigen Gesellschafts-Satire, was den Film somit nicht über Durchschnitt hebt. Mein Fazit für alle Jungs da draussen: wenn eure Freundinnen/Kolleginnen unbedingt mal wieder einen Elias M'barek Film gucken wollen, dann ist dieser sicherlich ein guter Kompromiss um die nächsten 5 dann wieder zu "schwänzen".
      ich bin der singende, tanzende Abschaum der welt.
      hab leider nur einen Trailer anzubieten:


      The Nightingale sorgte 2019 bei einigen Independent-Filmfestivals für Begeisterung und Furor. Einige störte die drastische Gewaltdarstellung des Films, oft wird aber auch seine gründliche und interessante Auseinandersetzung mit dem Kolonialsystem des British Empire gelobt. Bei The Guardian gibt dazu eine gute Rezension. In einer der Hauptrollen ist Aisling Franciosi, auch bekannt als Lyanna Stark in GoT, zu sehen, deren Performance überwiegend gelobt wurde. Der Film lief bisher in Australien, USA, GB und Irland. Ich hoffe er wird bald auch hierzulande im Kino laufen.
      “I: You’re a communist then. S: Let’s say I’m old enough not to be dazzled by Ayn Rand.”

      Kameron Hurley, The Light Brigade
      Letzten Donnerstag habe ich mir mit einer Freundin "Little Women" angesehen. Die Story kennt man ja. Die Verfilmung "Betty und ihre Schwestern" ist wahrscheinlich vielen ein Begriff.
      Sehr schön verfilmt. Saoirse Ronan und Timothée Chalamet mochte ich hier sehr. Von Meryl Streep war ich etwas enttäuscht ... da war auch die Maske nicht gut irgendwie. Wunderlich auch, dass Emma Watson hier ausgerechnet die Rolle der konservativen ältesten Schwester angenommen hat. Aber wahrscheinlich war da die Rolle der Jo schon vergeben.
      Hat mir sehr gut gefallen. Es gibt Vorlagen, da schaut man sich gerne sämtliche Verfilmungen an.
      Ob ich mir allerdings die neue "Emma"-Verfilmung ansehen werde, von der ein Trailer gezeigt wird ... X/
      "Many that live deserve death. And some that die deserve life. Can you give it to them? Then do not be too eager to deal out death in judgement. For even the very wise cannot see all ends.” - J.R.R.T.
      Parasite!

      Vielleicht ist mein Gespür für wirklich gute Filme doch noch nicht ganz ruiniert!

      Erster Film, der nicht Englisch als Sprache hatte, und zum besten Film ever bei den Oscars ausgezeichnet wurde!!!

      (Und so nebenbei davor ohnehin jeden relevanten Filmpreis abgeräumt hat.)
      Sorry, no dragons in Winterfell!

      Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!

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      Jepp, das ist der Film. Aber bitte nicht glauben, dass das eine nur nette "Komödie" ist.

      Eine Gesellschaftsparabel zwischen Grauen und Lachen, auch nach dem aufstehen (habe heute frei und konnte deswegen die Oscars live sehen) immer noch unfassbar, dass der tatsächlich gewonnen hat, eigentlich zu gut für die Oscars.

      Lustigerweise läuft der in Wien seit dem Herbst permanent in kleineren Kinos, also ein Liebling der Cineastenszene - offensichtlich auch in Los Angeles.
      Sorry, no dragons in Winterfell!

      Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!

      ssnake wrote:

      eigentlich zu gut für die Oscars.


      Halte mich meistens von Oscar-Gewinnern fern. Bin da schon ein paar mal reingefallen ("Wow, der hat 5 Oscars! Muss ich sehen!" ... möööp)
      Aber den werde ich mir wohl mal ansehen, so er denn hier irgendwo gezeigt wird.
      Hat eigentlich schon mal ein nicht-englischer Film als Bester Film gewonnen?

      Marriage Story hab' ich gesehen. Den fand ich auch sehr gut.
      Joker habe ich - zu meiner Schande - immer noch nicht gesehen. Phoenix hat - mMn - schon lange einen Oscar verdient.
      "Many that live deserve death. And some that die deserve life. Can you give it to them? Then do not be too eager to deal out death in judgement. For even the very wise cannot see all ends.” - J.R.R.T.

      Narannia wrote:

      Hat eigentlich schon mal ein nicht-englischer Film als Bester Film gewonnen?


      Bei der 92. Verleihung der Oscars war es das 1.Mal. Lustigerweise wurde erst heuer die Kategorie "Bester fremdsprachiger Film" in "bester internationaler Film" umgetauft, was dann gar nicht nötig gewesen wäre. Bestes Drehbuch, beste Regie, bester internationaler und bester Film.

      Bong Joon Ho würdigte die Anwesenden Scorsese und Tarantino als Vorbilder und Förderer, und kündigte nach den Oscars für Drehbuch und Internationalen Film an, dass er die ganze Nacht saufen würde, nicht-ahnend, dass er noch zweimal auf die Bühne geholt werden würde.

      Es waren schon Gänsehautmomente, und ich bin echt froh, dass ich erstmals seit Jahren die Academy-Awards geschaut habe und die Sensation live miterleben konnte.
      Sorry, no dragons in Winterfell!

      Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!

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      Habe mir die Oscars-Nacht früher auch öfter Mal gegönnt. Irgendwie war ich dieses Jahr nicht sehr interessiert daran, hatte wohl zu viel um die Ohren in letzter Zeit... Aber Parasite habe ich mir nun definitiv eingeprägt, nachdem ich deinen Kommentar weiter oben nochmal gelesen habe. Cinema Strikes back hat ihn ja auch schon vor den Oscars als einen der besten Filme des Jahrzehnts gerühmt.
      ich bin der singende, tanzende Abschaum der welt.

      ssnake wrote:

      Bei der 92. Verleihung der Oscars war es das 1.Mal.

      Tatsache. Hatte immer La vita e bella im Kopf. Tatsächlich hat aber Roberto Benigni seinen zweiten Oscar an jenem Abend für seine "Schauspielkunst" und nicht für seinen großartigen Film bekommen. Lol. Bester Film 1999 war dann Shakespeare in Love. Rofllol?

      Trotzdem einer der ganz großen Oscar-Momente: And the Oscar goes to.. Rrroberto!!! Ahhh!!



      What's with all these awards? They're always giving out awards. Best Fascist Dictator: Adolf Hitler.
      Das habe ich damals auch live gesehen.

      1999 war insofern ein lustiges Oscar-Jahr, als das der große Abräumer "Shakespeare in Love" eine englische und damit auch eine europäische Produktion nebst "La vita e bella" war.

      Und da beide Filme von Firmen im Besitz von Disney produziert wurden, kamen gleich die großen Verschwörungstheorien auf: Alles gekauft von Disney, Vaterlandsverräter, etc.

      So gesehen hat Hollywood dann doch einen Schritt nach vorne gemacht: Kaum noch ein großes Studio, das nicht im internationalen Streubesitz ist. Und den erstmaligen Oscar an einen fremdsprachigen Film haben sie geschluckt wie nichts. Vielleicht, weil die Konkurrenz zu Parasite doch ein wenig zu schmalbrüstig war? Da ist es halt mal passiert, was seit Jahrzehnten überfällig war: Der beste nominierte Film bekam auch den Preis - scheiss auf die Traumfabrik. Abgesehen davon, dass Bong Joon Ho ab sofort selbst Teil davon ist.
      Sorry, no dragons in Winterfell!

      Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!

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