Der Frust Thread

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      Nun ja, es wird schon werden, Esme, ich halte die Daumen gedrückt weiterhin.

      Alte Menschen (meine Eltern) darf man auch nicht mehr alleine nach Tirol fahren lassen. Ich war erst zu Weihnachten mit meinem Vater noch skifahren (und er war für seine 78 Jahre echt gut drauf), meine Mutter rührt schon lange außer Langlaufskiern nichts mehr an - was dann aufgrund Sturm Petra eh nicht möglich war... Und dann schaffen sie es, beim ZUSCHAUEN, wie meine Schwester mit meiner Nichte rodelt, so auszurutschen am Glatteis, dass mein Vater sich die Rippe angeknackst hat - und meine Mutter den Oberarm gebrochen hat...

      Trauriger Witz an der Geschichte: Es ist das zweite Mal schon (zuletzt vor 7 oder 8 Jahren, damals wars in einem Park hier um die Ecke), dass meine Mama sich was bricht beim ZUSCHAUEN beim Rodeln. Und nein, es ist nicht Osteoporose, einfach nur Tollpatschigkeit!

      *Großen Suppentopf und großen Eintopfkoch fertig gekocht und brings morgen vor der Arbeit vorbei weil mein Papa ja auch noch Wasser beim Kochen anbrennen lassen kann*

      Typisch, dass ich erst mit zwei Tagen Verspätung davon erfahren habe - war uns da was peinlich? Und ist das der Beginn der Entwicklung, wo sich das Verhältnis, wo wer auf wen aufpassen muss, schön langsam umdreht? Meinem Vater möchte ich eigentlich auch schon länger nicht mehr so gerne autofahren lassen ... also zumindest im Stadtverkehr.

      Stressfreie Sachen auf der Autobahn oder Landstrasse funktionieren immer noch ganz gut, aber so richtig an die Straßen der Großstadt im 21. Jh gewöhnt sich der nimmer. Naja, wenigstens fahren meine Eltern heutzutage in der Stadt fast alles mit den Öffis, ein Trost.

      Ich weiss, andere haben Eltern mit Jahrgängen 1941 und 1942 schon lange nicht mehr oder die sind schon im Altersheim oder Pflegeheim, und ich jammere so gesehen auf hohem Niveau, aber mir machen diese Dinge einfach ein wenig Angst.
      Sorry, no dragons in Winterfell!

      Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!
      Mein Vater Jhg. 41 ist vor 4 Jahren gestorben aber meine Mutter Jhg. 37 rennt noch wie ein Wiesel, Geistig voll auf der Höhe und fährt Auto das ich nicht dringend Angst haben muss. Nach München möchte ich sie aber auch nicht mehr lassen. Aber Kleinstadt, Land und Autobahn ist alles noch gut.
      Religionskriege sind Konflikte zwischen erwachsenen Menschen, bei denen es darum geht, wer den cooleren, imaginaeren Freund hat
      Ich konnte meinen Vater selig auch nicht vom Autofahren abhalten, das ist einfach schwer. Er ist gefahren in seinen 80ern bis er einen Unfall mit Blechschaden baute, dann hat er es eingesehen. Bei meiner Mutter mache ich mir weniger Sorgen, sie hat ein höheres Mass an Selbsteinschätzung als ich selbst, und fährt schon seit Jahren nicht mehr nachts.
      HODOR !
      Meine Mutter Jahrgang ´31 fährt auch noch Auto. Sie fährt mich gerade zu meinen beruflichen Terminen, da ich ja den Knöchel gebrochen habe. Sie fährt eigentlich ganz sicher, aber manchmal zucke ich doch zusammen. Liegt vermutlich aber mehr daran, dass ich als beifahrende Autofahrerin nichts selbst machen kann, was mich stört, und manchmal auch einen anderen Fahrstil habe als meine Mutter und immer hatte. Aber wenn ich mal was kritisch anmerke, kann sie das auch nicht so gut haben, und da fürchte ich mich auch, wie das wird, wenn sie mal echt nicht mehr Auto fahren kann. Sie fährt aber nicht mehr in der Dunkelheit, weil sie da altersbedingt nicht mehr so gut sieht.

      ssnake wrote:

      Meinem Vater möchte ich eigentlich auch schon länger nicht mehr so gerne autofahren lassen ... also zumindest im Stadtverkehr.
      DAS erinnert mich daran, als mich meine Mutter, damals irgendwas um die 70 mal irgendwohin fuhr und als wir auf eine Kreuzung zufuhren, zu mir sagte: "Siehst du die Ampel da vorne? Die sehe ich dreimal! :D " Ich dann eher so: 8| und hielt mich den Rest der Fahrt seeeehr krankhaft am Sitz fest...
      Einige Monate später hatte sie dann ihre doppelte Grauer-Star-OP. :rolleyes:

      el_drogo wrote:

      Muss man denn in Deutschland nicht ab einem bestimmten Alter alle paar Jahre mal Fahrtauglichkeitsuntersuchungen machen oder sowas?
      Nope.

      Und danke noch mal für eure ganzen guten Wünsche! Jetzt warten wir erstmal ab, wann die OP kommt und hoffen, dass sich dann alles einspielt. :)
      I've come to the point in my life where I need a stronger word than "FUCK".

      el_drogo wrote:

      Muss man denn in Deutschland nicht ab einem bestimmten Alter alle paar Jahre mal Fahrtauglichkeitsuntersuchungen machen oder sowas?

      :lol: Der war gut. Da die Wählerschaft unserer Regierungsparteien im Durchschnitt etwas älter ist*, werden die das Thema nicht mal mit der Kneifzange anfassen.

      *Die CDU hat z.B. bei der Europawahl 39% der Stimmen der Wähler, die 60 oder älter waren, bekommen. Die SPD hat auch da abgebaut, aber in der Altersklasse stand sie immer noch besser da, als in denen darunter.
      Quelle: welt.de/politik/deutschland/ar…ter-Beruf-Geschlecht.html


      Und ich hoffe auch, dass das mit den Augen deines Jungen wieder wird, Esme.
      Bei uns im Norden werden die Gesetze der Gastfreundschaft noch immer in Ehren gehalten. ~ Roose Bolton
      Es gibt auch in Österreich keinerlei Altersbeschränkungen am Lenkrad. Davon wird immer wieder mal ganz vorsichtig fernab einer Wahl geredet - und dann wenn es ernst wird, werden von Lobbyisten wieder die (richtigen) Statistiken ausgepackt, dass die jüngste Lenkergruppe die gefährlichste und gefährdeteste ist - und die ebenso richtigen, dass nämlich die Unfallrate ab 70 in die Höhe schießt und es die zweitgefährlichste Lenkergruppe ist, mit einem Halbsatz abgefrühstückt.
      Sorry, no dragons in Winterfell!

      Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!
      herje, schließe mich an und drück mal auch die Daumen für deinen Sohn mit Esme.
      Ja, so Vorsorgeuntersuchungen sind immer wichtiger.

      Was die Fahrtüchtigkeitsprüfungen angeht, vielleicht ist das ja bei manchen Politikern und ihrem Alter auch schon im eigenen Interesse. Schade, dass heute die Tempolimit Initiative auch wieder scheitern wird ...

      ssnake wrote:

      Es gibt auch in Österreich keinerlei Altersbeschränkungen am Lenkrad.
      Eine Altersbeschränkung gibt es bei uns prinzipiell auch nicht. Aber der Führerschein bleibt grundsätzlich nur 10 Jahre gültig und kann dann unter Vorlage eines ärztlichen "Tauglichkeits-Zeugnisses" verlängert werden. Ab 50 dann alle 5 Jahre, ab 70 alle 3 Jahre und ab 80 alle 2 Jahre.
      ich bin der singende, tanzende Abschaum der welt.
      Senioren können in Deutschland btw. freiwillig eine Fahrprüfung machen, ob sie noch fahrtauglich sind. Macht aber halt fast keiner, weil man ja dazu neigt, sich selbst nicht als Gefahr einzustufen.
      Hab neulich erst in einer -zugegeben eher mäßigen- Berichterstattung gesehen, dass das Gehirn ab circa 35 Jahren die Fähigkeit, komplexe Situationen einzuschätzen, langsam aber stetig abbaut und ältere Menschen deswegen hauptsächlich Probleme haben im Straßenverkehr schnell zu reagieren.

      Da fällt mir ein: Mein Männle hat Mal eines Morgens beim Brötchen holen n Unfall PKW gegen Radfahrer gesehen. Gab schon ordentlich Blut, auch n bissl auf meinen Mann, weil er mit dem jugendlichen Radfahrer beruhigend Händchen hielt, bis der RTW da war. Der Senior am PKW-Steuer hatte den Radfahrer auf dem Radweg beim Abbiegen übersehen, nicht geguckt, zu spät reagiert. Irgendwas davon halt. Den hat das Ganze natürlich auch mächtig mitgenommen. Kann schon ziemlich schief gehen, das mit dem Fahren im hohen Alter. Wobei Radfahrer ja traurigerweise eh ne Risikogruppe sind, da viele Autofahrer (auch die jüngeren) nicht immer ordentlich auf die achten. :(

      @Esmeralda Von mir auch ToiToiToi für die Glubscher des Sohnemanns.

      Rory2016 wrote:

      Schade, dass heute die Tempolimit Initiative auch wieder scheitern wird ...
      Mist!

      Montyhund wrote:

      Wobei Radfahrer ja traurigerweise eh ne Risikogruppe sind, da viele Autofahrer (auch die jüngeren) nicht immer ordentlich auf die achten.
      Leider sind die Radfahrer auch eine Hochrisikogruppe, weil sie sich im Straßenverkehr oft unmöglich verhalten. Da biegt dann einer aus dem Straßenverkehr zackig vor den PKWs links auf den Fußgängerübergang ab und anschließend auf den Bürgersteig, was auch alles verboten ist. Mir ist in Zone 30 mal ein jugendlicher Radfahrer aufs Auto aufgefahren (ich war ihm wohl nicht schnell genug :D ) : Ich hörte einen Knall am Auto, hielt an, und als ich ausstieg, lag da so ein 13-/14-jähriger neben seinem Rad auf dem Boden. Ich habe erst einmal einen Riesenschreck gekriegt und mich elend und schuldig gefühlt. Aber ich konnte mich gar nicht daran erinnern, in der engen Straße einen Radfahrer überholt zu habe. Das Kind lag nämlich hinter meinem Auto. Empört meinte der Jüngling: "Warum haben Sie denn so plötzlich gebremst?" Als ich ihm sagte, dass ich einen Knall an meinem Auto gehört und daraufhin gebremst hätte, meinte er nur lapidar: "Och, dann bin ich Ihnen wohl hinten aufs Auto gefahren." Keine Entschuldigung, nichts. Er hat sich schnell bekrabbelt, ist dann mit einem Affenzahn davongefahren. Ohne Helm übrigens. Wenn ich als Verkehrsteilnehmer ernst genommen werden will, muss ich mich auch selbst angemessen verhalten. Es ist immer problematisch, eine Gruppe zum Opfer zu stilisieren. Leider gibt es da viele schwarze Schafe, wie sicher auch bei den Autofahrern, das will ich gar nicht in Abrede stellen.

      Montyhund wrote:

      Senioren können in Deutschland btw. freiwillig eine Fahrprüfung machen, ob sie noch fahrtauglich sind.
      Das hat meine Mutter vor einigen Jahren auch gemacht. Der ADAC hat die Namen von Fahrschulen, die das anbieten. Bei uns z. B. gibt es nur zwei oder drei in der Stadt. Anschließend gibt es eine schöne Urkunde.


      Leider sind die Radfahrer auch eine Hochrisikogruppe, weil sie sich im Straßenverkehr oft unmöglich verhalten. Da biegt dann einer aus dem Straßenverkehr zackig vor den PKWs links auf den Fußgängerübergang ab und anschließend auf den Bürgersteig, was auch alles verboten ist.


      Das ist ein bisschen gemein, weil einem die Negativ-Fälle besonders im Gedächtnis haften bleiben und die vielen artigen Radlis nicht. Das ist mir durchaus bewusst. Aber ich habe ebenfalls unfassbares Mitleid mit unseren Busfahrern, wenn ich mir angucke, was das radelnde Jungvolk um die Fahrzeuge herum so veranstaltet.
      Irgendwie ist es komisch, dass diejenigen die am dringendsten auf Verkehrsregeln angewiesen wären weil sie so schlecht geschützt sind, sich am wenigsten davon angesprochen fühlen.

      Ich glaube mit mehr Fahrradwegen - zumindest in unserer Gegend - wäre allen Parteien geholfen.
      I have been despised by better men than you.

      Hildegunda wrote:

      Rory2016 wrote:

      Schade, dass heute die Tempolimit Initiative auch wieder scheitern wird ...
      Mist!

      Montyhund wrote:

      Wobei Radfahrer ja traurigerweise eh ne Risikogruppe sind, da viele Autofahrer (auch die jüngeren) nicht immer ordentlich auf die achten.
      Leider sind die Radfahrer auch eine Hochrisikogruppe, weil sie sich im Straßenverkehr oft unmöglich verhalten. Da biegt dann einer aus dem Straßenverkehr zackig vor den PKWs links auf den Fußgängerübergang ab und anschließend auf den Bürgersteig, was auch alles verboten ist.

      Ich fahre in Köln viel mit dem Rad, und kann diese Ansicht schon irgendwie nachvollziehen. Allerdings zähle ich mich zu den Radfahrern die sich fast immer an die Regeln halten. Ich halte an roten Ampeln, fahre nicht in die falsche Richtung, nicht auf dem Bürgersteig. Und erlebe jeden Tag wie sich auch Autofahrer nicht an die Regeln halten. Parken auf dem Radweg, kein Schulterblick und kein Blinker beim Abbiegen, kein Sicherheitsabstand. Es sind also nicht immer nur die Radfahrer. Ein bisschen gegenseitige Rücksichtnahme wäre schön. Was bei mir mittlerweile einen Beißreflex auslöst ist die Reaktion von (meist) Autofahrern, dass wenn ein Radfahrer stirbt, weil einer ihn übersehen hat direkt die alleinige Schuld bei dem "unvernünftigen" Radfahrer gesucht wird. Auch als Autofahrer darf man zweimal gucken ob wirklich keiner kommt. :search:
      "Let me tell you something about wolves, child. When the snows fall and the white winds blow, the lone wolf dies, but the pack survives." -Eddard Stark
      Ich gucke durchaus lieber zweimal, ob kein Radfahrer kommt, wenn ich abbiegen will. Und fahre langsam hinterher, bis ich die Chance habe mit ausreichend Sicherheitsabstand zu überholen usw.
      Ist mir lieber, als beim rechthaben jemanden umzumangeln.
      Und Verkehrsrüpel gibt es unter allen Verkehrsbeteiligten, ob motorisiert, Fahrrad oder Fußgänger. :pardon:
      I've come to the point in my life where I need a stronger word than "FUCK".

      Esmeralda wrote:

      Ich gucke durchaus lieber zweimal, ob kein Radfahrer kommt, wenn ich abbiegen will. Und fahre langsam hinterher, bis ich die Chance habe mit ausreichend Sicherheitsabstand zu überholen usw.
      Ist mir lieber, als beim rechthaben jemanden umzumangeln.
      Und Verkehrsrüpel gibt es unter allen Verkehrsbeteiligten, ob motorisiert, Fahrrad oder Fußgänger. :pardon:


      Allerdings hättest du bei den zwei Beispielen kein Recht. :)
      Aber ich wünschte mir alle hätten deine Einstellung.
      "Let me tell you something about wolves, child. When the snows fall and the white winds blow, the lone wolf dies, but the pack survives." -Eddard Stark

      WinterIsComing wrote:

      Allerdings hättest du bei den zwei Beispielen kein Recht.
      Weiß ich, aber ich versuche auch so Rücksicht zu nehmen. Klar, kommt auch mal vor, dass ich vielleicht nicht ganz so aufmerksam bin, wie ich sollte, aber absichtlich jemanden zu bedrängen, spar ich mir dann doch lieber. :)
      Wobei es natürlich passieren kann, dass anschließend mal ein Fingerchen bei mir zuckt oder ich versehentlich an die Hupe komme, wenn ein Fußgänger plötzlich auf die Straße hüpft oder ein Fahrandfahrer mir die Vorfahrt nimmt... :rolleyes:
      I've come to the point in my life where I need a stronger word than "FUCK".