COVID-19

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      Zu den Themen:

      Homeoffice: wurde bei uns im Juli auch einkassiert, mit der Begründung auch, dass es Fälle gab wo jemand das ausgenutzt hätte und aus versicherungstechnischen Gründen. Mit dem Lockdown light, ging es dann aber doch wieder. Ich verstehe hier auch nicht so ganz, wovor sich die Unternehmen so fürchten, wenn jemand seine Arbeit nicht erledigt, fällt das früher oder später auf. Zumindest bei uns im Mittelstand. Und wer gammeln will, findet im Büro dazu auch genug Möglichkeiten.

      Kinderbetreuung: klar mit schulpflichtigen Kindern, bei denen beide Elternteile berufstätig sind, ist dass sehr viel schwerer natürlich. Man hat hier schulseitig, aber auch in vielen anderen Bereichen den Sommer total verpennt um Konzepte umzusetzen. Alle haben den Sommer genossen und waren froh über die Atempause, was sich jetzt natürlich rächt. Wenn man hört, dass die bei den Gesundheitsämtern noch mit Fax arbeiten...

      Besprechungen: heute von Freunden erfahren, dass der Mann einen Corona Test machen muss, da er mit einem Corona Infizierten in einer Besprechung war. Allerdings darf/muss er weiter in die Arbeit. Da sie Masken aufhatten, ist das wohl "nur" ein Kontakt der zweiten Stufe. Kann ich nicht nachvollziehen. Wir hatten im Unternehmen bislang 2 mir bekannte Corona Fälle. Einen im März und einen im November. Hat man aber auch nur durch die Betroffenen selbst bzw. dem Betriebsfunk erfahren.

      Mutiertes Virus: Drosten ist bislang noch recht entspannt, ich denke man muss noch abwarten bis mehr Informationen vorliegen. Man hat zumindest nun schnell gehandelt. Falls es tatsächlich so viel ansteckender ist, wird das mit unseren bereits jetzt schon hohen Zahlen übel, davor hab ich auch etwas Angst
      ​Besprechungen: heute von Freunden erfahren, dass der Mann einen Corona Test machen muss, da er mit einem Corona Infizierten in einer Besprechung war. Allerdings darf/muss er weiter in die Arbeit. Da sie Masken aufhatten, ist das wohl "nur" ein Kontakt der zweiten Stufe. Kann ich nicht nachvollziehen. Wir hatten im Unternehmen bislang 2 mir bekannte Corona Fälle. Einen im März und einen im November. Hat man aber auch nur durch die Betroffenen selbst bzw. dem Betriebsfunk erfahren.


      Ich kenne den konkreten Fall nicht, bei FFP2 Masken ist das aber so Standard. Deshalb sind alle gutbetuchten Großbüros mit denen wir zusammenarbeiten und auch wir selbst bei größeren Konferenzen darauf umgestiegen.

      Was Homeoffice betrifft, dürfen bei uns derzeit bis 10.01 wieder höchstens 50% der Mitarbeiter anwesend sein. Ich würde allerdings bereits jetzt stark von einer Verlängerung ausgehen.
      I have been despised by better men than you.

      GotFox84 wrote:

      Besprechungen: heute von Freunden erfahren, dass der Mann einen Corona Test machen muss, da er mit einem Corona Infizierten in einer Besprechung war. Allerdings darf/muss er weiter in die Arbeit. Da sie Masken aufhatten, ist das wohl "nur" ein Kontakt der zweiten Stufe. Kann ich nicht nachvollziehen. Wir hatten im Unternehmen bislang 2 mir bekannte Corona Fälle. Einen im März und einen im November. Hat man aber auch nur durch die Betroffenen selbst bzw. dem Betriebsfunk erfahren.


      Ich arbeite im Krankenhaus und da ist das ganz normal. Wir praktizieren darüberhinaus noch die "Arbeitsquarantäne", also wenn man Kontakt ohne FFP2 Masken hatte, negativ getestet und symptomfrei ist, darf man arbeiten aber in der Freizeit ist man in Quarantäne. Ganz tolles Konzept. <X
      "Let me tell you something about wolves, child. When the snows fall and the white winds blow, the lone wolf dies, but the pack survives." -Eddard Stark

      Esmeralda wrote:

      WinterIsComing wrote:

      Ganz tolles Konzept.
      :| Ich las davon. Das ist wirklich supi...
      Dürfen die betroffenen Mitarbeiter dann nur mit eh schon infizierten Patienten arbeiten oder geht man davon aus, dass die getragene Schutzausrüstung auch die anderen vor Infektion schützt?


      Sorry für die späte Antwort. ;(

      Ne, man arbeitet ganz normal, also auch mit negativen Patienten, mit Schutzausrüstung, manche bekommen die Auflage mit FFP2 Masken zu arbeiten, aber nicht alle. Und dann eben jeden Tag zum Test. Natürlich muss man nach Hause wenn man Symptome hat oder der Test positiv ist. Aber ich finde das alles nicht gut. Vor allem weil wir das auch in den Zeiten machen wo wir ausreichend Personal haben. So kann man gleichzeitig seine Patienten, sein Personal und die Motivation gefährden. <X
      "Let me tell you something about wolves, child. When the snows fall and the white winds blow, the lone wolf dies, but the pack survives." -Eddard Stark

      WinterIsComing wrote:

      Vor allem weil wir das auch in den Zeiten machen wo wir ausreichend Personal haben. So kann man gleichzeitig seine Patienten, sein Personal und die Motivation gefährden.
      Oh wow... :/

      Das ist ja echt superkacke. Für euch und für die Patienten. Ich hoffe, dass sich bald wirklich mal etwas zum Guten in der Pflege ändert: am Pflegeschlüssel, Aufstockung des Personals, an der Bezahlung. Klatschen auf dem Balkon und Lavendel pflanzen als Wertschätzung funktioniert halt nicht.
      Fühl dich gedrückt und deine Kollegen gleich mit und wünsche viel Kraft, um den ganzen Scheiß irgendwie durchzuhalten.
      I've come to the point in my life where I need a stronger word than "FUCK".

      WinterIsComing wrote:

      Ne, man arbeitet ganz normal, also auch mit negativen Patienten, mit Schutzausrüstung, manche bekommen die Auflage mit FFP2 Masken zu arbeiten, aber nicht alle. Und dann eben jeden Tag zum Test. Natürlich muss man nach Hause wenn man Symptome hat oder der Test positiv ist. Aber ich finde das alles nicht gut. Vor allem weil wir das auch in den Zeiten machen wo wir ausreichend Personal haben. So kann man gleichzeitig seine Patienten, sein Personal und die Motivation gefährden.


      Auch wenn mich die FFP2-Maske zunehmend nervt, aber ich schätze es doch sehr, dass bei mir auf der Arbeit (Rotes Kreuz) und auch beim ganzen verwandtschaftlichen/verschwägerten/befreundeten medizinischem Personal in Wien grundsätzlich gilt: Im Dienst FFP2-Maske außer im Freien - nichtmal das WC ist davon ausgenommen, und wems nicht passt, der hat einen Kündigungsgrund.

      Vielleicht liegt es ja daran, dass ausgerechnet die 2-Millionenstadt Wien die niedrigste Infektionsrate von allen österreichischen Bundesländern hat: In der Stadt wird das Virus noch ernst genommen ...
      Sorry, no dragons in Winterfell!

      Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!
      Hallöchen,

      man man man, als ich das letzte mal hier aktiv war, war von einer Pandemie noch nichts bekannt. Soviel zu guten Vorsätzen.

      Ich habe mir jetzt den ganzen Thread durchgelesen (okay, einzelne Beiträge nur überflogen) und es wirkt wie eine Zeitreise. Unrealistisch, dass es meine/unsere Vergangenheit ist, wie ein Drehbuch, ganz komisch.

      Ich bin tatsächlich durch die Pandemie auf der einen Seite mehr eingespannt gewesen, auf der anderen Seite in eine Lethargie gefallen. Ich bin naturgemäß "on tour". Am liebsten auf zig Veranstaltungen und wenn es manchmal nicht geht, ärgert es mich, nicht auf allen gleichzeitig sein zu können. Demnach hatte ich beim ersten Lockdown sehr damit zu kämpfen, dass mein Leben von 150% auf 0% gefahren wurde. Da ich systemrelevant arbeite, wenn auch nicht an der Front, ist meine finanzielle Lage entspannt geblieben und ich musste mir darüber keine Gedanken machen.

      Meine Kinder haben im ersten Lockdown ,bzw. in den Ausläufen davon, ihr Abitur, Schulabschluss absolviert und die Volljährigkeit gefeiert. Das war schon hart für mich. Das sind Lebensabschnitte. Aber meine Kinder haben nach den ersten enttäuschenden Zügen das ganze gut weggesteckt. Da wir prinzipiell positiv sind, haben wir das beste draus gemacht und im Rahmen der Möglichkeiten das ganze für uns im kleinen Kreis hochleben lassen.

      Über den Sommer habe ich, zugegeben, mein Naturell gewinnen lassen. Alles wird gut - wir blenden das negative einfach weg. Leider bewirkt so eine Leichtigkeit, dass der Fall dann um so tiefer wirkt. Masken, Abstand, egal. Das macht mir nix. Mittlerweile ist es ja fast schon normal. Der erneute Lockdown jetzt, hat mich auch nicht mehr ganz so angefressen, einfach weil ich ein Gewohnheitstier bin und mich mit all den Infos und der mentalen Vorbereitung viel einfacher darauf einlassen konnte. Ich musste mir nur klar machen, dass wir noch gar nichts überstanden haben.

      Aber es fehlt mir schon sehr. Meine sozialen Kontakte, meine Partys, meiner Feiern, Konzerte etc. Es ist jammern auf hohem Niveau, aber ich muss es manchmal einfach raus lassen. Wie gesagt, mir geht es finanziell gut, mein Job und der meines Mannes sind gesichert. Meine Kinder haben beide trotz der Pandemie den beruflichen Einstieg in diesem Sommer geschafft. Die Basis steht auf ganz standfesten Beinen und auch die Grundlagen unserer Familie sind unerschütterlich, so scheint es.

      Selbst als meine Tochter sich im November infiziert hat und wir alle in Quarantäne waren, witzelten wir anfangs, wer wohl wen als erstes fressen möchte. Aber das einzige, was uns wirklich zermürbt hat, war ausschließlich die Tatsache, dass wir uns innerhalb der Quarantäne nicht rausbewegen konnten. Ich habe währenddessen im Home Office gearbeitet, was eigentlich bescheurt war. 9 Stunden am Stuhl gefesselt zu sein, um danach als Ausgleich den Weg zwischen Couch und Küche zu haben. Aber, meine Tochter hat die Nummer mit ein paar Tagen totalen Geschmacksverlust, gut überstanden. Sie hat jetzt, fast 6 Wochen später immer noch abends erhöhte Temperatur (nix dramatisches, erstmalig nach 3 Wochen entdeckt, seitdem konstant) ohne weitere Symptome, was mittlerweile als Langzeiteffekt gehandelt wird. Ihr Körper kämpft scheinbar immer noch gegen etwas, was eigentlich nicht mehr da ist, da aber weiter nix feststellbar ist, weiß man nicht, an welcher Stelle eine Folgeinfektion schwillt. Sie ist 18 - zum Glück, ich möchte nicht wissen, was dieser Virus bei ihr bewirken würde wenn sie älter und weniger fit wäre. Aber wie gesagt, es geht ihr soweit gut. Der Rest der Familie war übrigens negativ getestet, auch wenn wir die einzigen sind, die bei den Kontakten nichts abbekommen haben. EIn undurchsichtiges kleines Scheißding dieser Virus.

      Die Einschläge kamen nahe, zu nahe. Wir haben hier alles mitgenommen, im näheren bis weitläufigen Umkreis. Von einer 40jährigen, die im Koma lag und sich wahrscheinlich nie wieder gesundheitlich erholen wird. Pflegefall aktuell, vorher keine bekannten Erkrankungen und als gesund geltend. Die Mutter einer Kollegin, die im September bei einem Kaffeetrinken mit 3 weiteren Damen war. Der Sohn der Gastgeberin, der mit einer Erkältung auch etwas vom Kuchen wollte und mit der Annahme "wird schon kein Corona sein" am Tisch Platz nahm. Leider war es Corona, leider wurde die Mama meiner Kollegin im Laufe der Infektion zum medizinischen Notfall, lag 5 Wochen an der Beatmung, bevor sie mit 62 Jahren, auch ohne bekannte Vorerkrankungen, dem Virus erlegen ist.

      Von daher ist es für mich komplett okay, wenn ich mich für die nächsten 6 Monate in den Keller einschließen müsste. Ich würde immer noch jammern, dass ich viel lieber meinen Wohlstand wieder hätte, aber, so hart es für die Gastronomen und alle anderen Betroffenen ist. Einen Beruf finde ich wieder, ich kann mich immer wieder hinstellen und kämpfen, wenn alles gut läuft, werde ich das unbeschadet überstehen, irgendwann mein Leben feiern und diese Zeit wird in meinen Erinnerungen verblassen. Eine verlorene intakte Gesundheit und das Leben, lässt sich nicht zurück holen, weswegen nichts, aber auch gar nichts rechtfertigen würde, dass ich meine Leichtigkeit zurück bekomme, wenn auch nur einer deswegen Lebensqualität oder gar sein Leben einbüßt.

      Toller Einstieg nach so langer Zeit - ich weiß. Aber ich gestehe, ich bekomme Würganfälle und werde trotz meiner eher positiven Lebensart leicht negativ emotional, wenn ich die ganzes Auswürfe in den social media lese, die sich in ihrer Freiheit eingeschränkt fühlen, weil ihnen das Leben anderer nichts wert ist! Das war hier wesentlich angenehmer zu lesen.
      Hallo Shajana, schön das du und deine Familie da so pragmatisch und gut mit umgehen könnt. Und das deine Tochter die Infektion auch ohne größere Beeinträchtigungen überstanden hat.
      Eine Einstellung wie deine, würde ich mir in diesen Zeiten oftmals bei mehr Menschen wünschen, bei manchen habe ich tatsächlich das Gefühl, dass sie es erst ernstnehmen wenn es jemand im Bekannten oder Familienkreis trifft (von socialmedia etc mal ganz zu schweigen). Gerade dieses "es wird ja schon nicht Corona" sein bei Erkältungssymptomen stellt sich für mich immer wieder als so schwierige Gradwanderung dar, ob im KollegInnenkreis (wo wir inzw. zwar uns mehrmal wöchtentlich testen, allerdings einige auch noch immer gern recht nah beieinander Kaffee/Zigarettenrunde machen) oder bei der Familie. Letztere habe ich zu Weihnachten das erste mal seit Monaten zusammen gesehen (wohnen teilweise auch verstreut in NRW) und wir hatten zum Glück die Möglichkeit alle vor dem Treffen einen Schnelltest machen zu können und das meine Eltern ein großes Wohnzimmer zum verteilen haben. Mit meiner Freundin deren Ärztin Erkältungssymptome jetzt nicht zwingend testwürdig hielt und deren Kontakt zu Mutter und Geschwistern auch vergleichsweise locker und regelmäßig ist, hat es pünktlich zu Weihnachten zu einem Konflikt geführt den wir auch erst im Nachhinein ausräumen bzw. beilegen konnten.
      Ich kann gut verstehen, wenn viele von dem Thema nur noch angenervt sind und es am liebsten ausblenden würden - meine Sicht ist aber, dass wir im moment in der Situation sind und das ich auch das beste aus dieser machen kann und mich auf das was dann ab Sommer und Winter wieder möglich sein wird freuen.
      Eingangs: ich hatte es April/Mai, habe aber (Lungenfacharzt und Internist bestätigen es) keine Folgeschäden, Anfang Oktober hatte ich auch noch Antikörper. Dennoch passe ich höllisch auf und habe mich bevor ich - mit Bauchweh - über Weihnachte zu meiner Mutter (mental angeschlagen durch Gastritis und den eine Woche zurückliegenden Krebstod ihres Ex-Verlobten, weshalb sie mich eindringlich bat, Weihnachten mit ihr zu feiern und doch noch einige Tage länger bei ihr zu bleiben*) noch einem Schnelltest unterzogen. Eine Packung habe ich sogar selbst gekauft (Arbeitgeber im Bereich Medizinprodukte) und meiner Mutter gegeben, damit sie sich selber gleich testen kann und ihre Kontakte (ihr Freund ist beruflich viel unterwegs, lebt mit seiner jüngsten Tochter die aber auch bei der Ex-Frau lebt zusammen, wodurch sie die Möglichkeit ihn bei Betreten ihres Hauses zu testen, gerne wahrgenommen hat).

      *mein Freund ist mitangereist, hat mit uns gefeiert und ist am nächsten Tag zu seinem Vater gefahren.

      die Kontakte zu den Feiertagen waren arg begrenzt, so gabs nur einen kurzen Besuch bei meinem Vater (und ich hab mich richtig gefreut, dass es ihm wieder rückenmäßig soweit gut geht, dass er einen längeren Spaziergang machen kann und dass er Corona ernst nimmt und sich sofort impfen lassen wird - "Ich bin jetzt 72, wenn in 20 Jahren irgendwelche Folgeschäden auftreten, ist mir das jetzt komplett egal") und bei meiner besten Freundin, was aber mehr ein Spaziergang mit dem Hund war. Und ich will ehrlich sein - ich war froh darüber, dass ich richtig abschalten konnte und außer Schneeschaufeln nichts weiter tun musste als schlafen.

      Für mich als Personalverrechnerin/Buchhalterin war das Jahr einfach fordernd - das Kurzarbeitschaos zu Jahresbeginn, die gesetzlichen Regelungen im Blick behalten (auch steuerrechtlich, die ganzen Hilfsangebote sondieren, was Sinn macht), Regeln für den Betrieb aufstellen (irgendwie war mein Vorgesetzter als Personalchef und Prokurist viel zu lax - "was wir nicht vom Gesetz her müssen, machen wir nicht." und auch gegen Home Office. So blieb es halt an mir hängen, wobei andere Kollegen aus dem Verkauf hier extrem hilfreich waren und sofort den Außendienst mit FFP2-Masken versorgt hat), Home-Office-Vereinbarungen aufsetzen (da waren ja GSD die Abteilungsleiter und unser IT-Chef ganz starke Treiber, damit die Besetzung im Großraumbüro so minimal wie möglich gehalten wird) und dafür zu kämpfen, dass Corona-Prämien ausbezahlt werden.

      ssnake wrote:

      Brechende Neuigkeiten aus Seuchenreich, vormals Österreich:

      Regierung macht jetzt endlich das, was sie schon im November hätte tun sollen:

      Nach Weihnachten einen vierwöchigen harten Lockdown, an dessen Ende Massentests stehen, die für jeden, der nicht daran teilnimmt, 10 Tage Quarantäne inklusive Strafe bei zuwiderhandeln bedeuten.


      Edit: @Esme: Freut mich für dich. :)

      Und jetzt ist es keine Quarantäne, sondern nur ein "FFP2-Masken-Tragen" und ein "Du darfst erst später ins Wirtshaus" (wobei die aktuellen Aussagen wie "Test darf nur 48 Stunden alt sein" (Theater)/"Test darf nur eine Woche alt sein" (Gastro) zumindest danach klingen, dass regelmäßig getestet werden soll (allerdings stellt sich hier dir Frage nach der Administrierbarkeit, wenn die Teststationen vor Weihnachten komplett überlastet waren, weil man dem Ansturm nicht gewappnet war). Einmaliges Testen wäre halt kompletter Schmarrn, da im schlimmsten Fall Scheinsicherheit entstehen kann (ala "ich wurde ja vor 2 Wochen negativ getestet, also kann ich schon mal die Mutter besuchen ohne weiteren Test").

      Auch solche Sachen wie Behörden, die Strafbescheide ausstellen, weil man mit Corona-Erkrankung "Kontakt" zum im selben Haushalt lebenden Partner hatte (da haben die Kärntner Behörden die Vorgaben wohl wirklich als einzige so ausgelegt), die Unklarheit wer überhaupt die Freitestung kontrolliert (Gastro will nicht und muss nicht laut Regierung, Polizei wird nicht laut Innenminister) und dass sich derzeit niemand zuständig fühlt, bei Hotels zu kontrollieren, ob alle Hotelgäste wirklich Businessgäste sind (Hotels wollen nicht, Polizei sagt, wir haben keinen Auftrag) lassen mich das ganze nicht so ganz zuversichtlich sehen.

      Die Idee des Massentestens ist richtig, gut und sinnvoll (halt wenn mehrmals getestet wird) - aber ich erwarte in Österreich ehrlich keine sinnvolle Regelung, eher so einen Weder-Fisch-Noch-Fleisch-Schmafu. Besonders weil man nachdem man im Frühjahr gut reagiert hat (bis auf Ischgl) im Sommer verschlafen hat (viel zu späte Regelmäßige Tests in Pflegeeinrichtungen) und spätestens mit dem zweiten Lockdown - der durch Lockdownchen unterbrochen wurde und im Winter mit der Öffnung der Skipisten inkl. Massengedränge am Skilift wurden alle Errungenschaften des Frühjahrs komplett pulverisiert.

      Edit: und jetzt kommt das Freitesten nicht, der Lockdown wird um eine Woche verlängert. Derweil wird der Impfstart verzögert, weil man zuerst eine "kritische Masse" an Impfstoff im Land haben will, bevor man mit der großflächigen Impfung beginnt, weil ansonsten könnte ja wer beleidigt sein (Was ich aus dem ganzen Herauslese: also lassma ein paar Leute der vulnerabelsten Gruppe (über 40 % der Toten in Pflegeheimen) ungeschützt, weil wenn Wien am Anfang mehr Impft, das bring die Landeskaiser auf die Barrikaden).
      Real stupidity beats artificial intelligence every time.

      Hogfather (Terry Pratchett )

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      Tja, mein Jahr begann mit einer Corona-Infektion. Habe mich selbst am 02. Januar mittels Antigen-Test getestet, positiv. Ging dann am nächsten Tag zum Arzt und lies es mir nochmals bestätigen.
      Ich fühle mich ziemlich miess deswegen und stelle mich daher einfach mal selbst an den Pranger. Ich kann die Infektion mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auf ein einzlnes, leichtsinniges Ereignis zwei Tage nach Weihnachten zurückführen, für das es keine Ausrede und schon gar keine Entschuldigung gibt. Bin mit ein paar Kumpels mit den mit Skiern auf ein alte verlassene Berghütte hochgeflaufen, wo wir uns dann tagsüber zusammen aufgehalten, gegessen und getrunken haben. Jeder fühlte sich putz munter und gesund, die meissten hatten auch wenige Tage vor Weihnachten noch ein negatives Attest vorzuweisen (Moment-Aufnahme eben...).
      Tatsache ist, dass wir es alle besser wussten und es trotz aller moralischen Bedenken doch gemacht haben. Jetzt ist es passiert und keiner kanns mehr ändern.
      Am 30. Dez fühlte sich der erste von uns angeschlagen, ging am 31. zum Arzt und hatte den ersten positiven Antigentest vorzuweisen. Als der Rest von uns davon erfuhr, sind wir natürlich ebenfalls umgehend beim Arzt angedackelt. Fast jeder positiv. Selbstredend wurden im Anschluss einige Familien in Quarantäne gesetzt und es gab noch ein paar weitere durch uns verschuldete positive Fälle.
      Habe auch meine Eltern angesteckt, denen es gottseidank mittlerweile wieder besser geht, meine Schwester und ihre Familie, die ich am 31. noch gesehen habe blieben glücklicherweise verschont. Ich selbst hatte wenig bis gar keine Symptome. Am ehesten merke ich, dass beim Sport die Leistungsfähigkeit nicht da ist und ich sofort ausser Puste komme. Ansonsten hab ich kaum was gespürt, hatte einen Tag Laufnase und ein Halskratzen, das eigentlich nicht der Rede wert ist (da hatte ich nach durchzächten Nächten voller Geschrei und Gesang schon deutlich schlimmere Halsschmerzen). Meine Eltern hats leider schlimmer erwischt, mein Vater hatte 3 Tage ziemlich hohes Fieber. Ansonsten hatten beide hauptsächlich Kopf-/ und Gliederschmerzen, meiner Mutter war auch öfter mal schwindelig. Glücklicherweise waren aber auch die beiden so nach 4-5 Tagen wieder gut auf dem Damm, halt einfach noch nicht "Vor-Corona-fitt" eben.
      Immerhin konnte ich mal live miterleben wie das Gesundheitssystem arbeitet.
      Der Quarantänebrief für die Positiven und Erstkontakte kam noch in der selben Nacht bei allen per E-mail an, inklusive PCR Test-Termin 10 Tage später. Am nächsten Tag wurde soweit ich weiss auch jeder vom Gesundheitsamt angerufen, zu Symptomen befragt und der Test-Termin wurde nochmals bestätigt. Von daher scheint das alles ganz vernünftig zu funktionieren.
      Glücklicherweise scheint es (nach allem was wir in Erfahrung bringen konnten, die Heimat-Gemeinde aus der ich komme ist ja ziemlich übersichtlich) durch unseren Leichtsinn zumindest zu keinen schwerwiegenden Verläufen gekommen zu sein und wir hoffen natürlich alle, dass es so bleibt und wir lediglich mit der Schmach und einem blauen Auge davon kommen.
      ich bin der singende, tanzende Abschaum der welt.

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      Ich sage mal lieber nichts außer Gute Besserung - es wäre nichts nettes.

      In Bayern FFP2 ab Montag verpflichtend in Öffis und Läden. Während ich normalerweise für schneller, härter bin, halte ich davon nicht sehr viel - zumindest, soweit nicht sichergestellt ist, dass auch ärmere/ältere Menschen sich das leisten können.
      Mit den Öffis fährt ja zur Zeit eher nicht, wer problemlos in den Benz umsteigen könnte und die gute (und verhältnismäßig günstige) Auswahl an FFP2 Masken ist dem Umstand geschuldet, dass man sich eben auch für ein paar EUR Communitymasken aus Baumwolle für den dauerhaften Gebrauch kaufen kann.
      Die Pflicht wird bei Verkäufern mit hoher Wahrscheinlichkeit das Glücksrittertum fördern und Geringerverdiener werden statt einer hygienischen Wegwerfmaske oder frischgewaschenen Stoffmaske vier Wochen am Stück mit der gleichen FFP2 rumlaufen.

      Herr Söder meint, diesen Beitrag müsste schon jeder dazuleisten - das tun wir aus meiner Sicht bereits durch Krankenkassenbeiträge.
      I have been despised by better men than you.

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      Auch von meiner Seite gute Genesung und möglichst keine Nachwirkungen.

      In NRW (wo ich eine MNS oder FFP2-Pflicht durchaus begrüßen würde, wenn man sich schon nicht durchringen kann mal ein paar Wochen Wirtschaft richtig runterzufahren bzw. HomeOffice auch noch viel stärker zu fordern) sehe ich schon oft genug auch Leute mit ranzigen Community-Masken oder sogar noch irgendwelchen Schals, als wären wir noch vor einem dreiviertel Jahr (wobei es auch deutlich mehr mit FFP2 oder MNS auf der Straße werden).
      Ja, Förderung bei Geringverdienst und Hartz4 wäre wichtig -und vorallem aufklärung auch, zum tragen der Masken genauso wie zur Pflege/Wiederverwendbarkeit.

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      Dass die Masken wiederholt getragen werden und das nicht nur von Geringverdienern, dürfte ziemlich sicher sein. Mir sind auch schon genug Leute begegnet, die ihre einfachen Papierlappen wiederverwenden :whistling:
      Da die FFP2-Maske bei wiederholten Gebrauch nicht nur unhyginesch wird, sondern auch ihre Schutzwirkung verliert, könnte diese Maßnahme auch ein falsches Sicherheitsgefühl bieten.
      Außerdem stellt sich mir die Frage, was passiert, sollte es doch mal zu einer FFP2-Knappheit kommen und sei sie nur temporär oder lokal? Hamsterkäufe und Spekulationen können so einen Zustand ja schnell herbeiführen. Man kann einem Menschen schlecht verbieten sich mit Lebensmitteln einzudecken.
      Wenn das Land die Masken stellen würde, sähe die Sache schon anders aus.


      Bei uns in der Familie gab es übrigens auch den ersten positiven Covid-Fall. Meine Großmutter (Nicht die, bei der wir Sorgen hatten, dass sie nicht zuhause bleiben kann) hatte sich den Virus vor Weihnachten während eines Krankenhausaufenthalts eingefangen, aber zum Glück symptomfrei überstanden und durfte mittlerweile wieder nach Hause. Mit 89 Jahren ist das schon irgendwie bemerkenswert.
      Bei uns im Norden werden die Gesetze der Gastfreundschaft noch immer in Ehren gehalten. ~ Roose Bolton

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      @Maegwin hättst ruhig was gemeines sagen dürfen. Trotzdem danke euch allen.

      Das mit den FFP2 - Masken sehe ich ähnlich wie ihr. Zu teuer, zu viele schon aufgezählte Nachteile.
      Ich habe die Infektionszahlen in DEU die letzten zwei Wochen nicht mehr so genau verfolgt. Hat jemand eine rationale Erklärung dafür, warum die Zahlen immer noch nicht runter gehen? Ich meine, zumindest bei den Intensiv-Zahlen gibt es mittlerweile einen Knick, aber das betrachte ich als eine Fotografie von vor 3-4 Wochen, d.h. die Feiertage könnten sich da demnächst noch auswirken. Trotzdem verstehe ich nicht, warum auch die Infektions-Zahlen weiterhin so hoch bleiben, der "härtere" lock down inklusive Schulferien etc... hätten sich doch längst auswirken müssen oder nicht? Virologen halten es ja für unwahrscheinlich, dass es an der britischen Mutante liegt... Daher finde ich das Ganze schon etwas strange, glaubt ihr es liegt allein an der Jahreszeit, oder halten sich im Gegensatz zum Frühjahr viel mehr Menschen nicht mehr an die Kontaktbeschränkungen?

      Was mich noch beschäftigt... ich habe irgendwann Mitte November einen Artikel gelesen, wo von der globalen Dunkelziffer die Rede war. Es ging um eine kanadische Meta-Studie, wo insgesamt 79 Studien zum Thema ausgewertet wurden. Am Ende kam man auf eine Schätzung von etwa 640 Millionen Infizierten weltweit, das finde ich schon beachtlich und ist mittlerweile doch schon wieder fast 2 Monate her. Die globale nachgewiesen Infektionszahl lag damals bei etwas über 50 Millionen, die Dunkelziffer ist also über 10 mal so hoch. Wenn man das Rad so weiter spinnt, dann müsste die globale Dunkelziffer doch mittlerweile schon bei über einer Milliarde liegen? Kann das überhaupt sein? Und müsste sich das nicht auch auf den Durchimmunisierungsgrad und infolge auf die Infektionszahlen niederschlagen?
      ich bin der singende, tanzende Abschaum der welt.

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      Die FFP2-Masken halte ich für sehr sinnvoll, Ich würde sie aber nur empfehlen, nicht verpflichtend vorschreiben.
      Ich arbeite seit Dezember täglich mich den Dingern, in einer Station eines Senniorenzentrums, in der alle Bewohner Covid-19 haben, und bin immer noch negativ (als einer von wenigen Pflegern), also irgendwas müssen die Dinger bringen. Ausserdem finde ich, es läßt sich leichter unter diesen Masken atmen als unter den normalen, aber das kann subjektiv sein. Wer also die Möglichkeit hat - benutzt bitte FFP2.
      Was das Virus bei Risikopatienten anrichtet, sehe ich täglich. 8 von 28 Bewohnern sind verstorben, weiteren geht es nicht gut, wir haben aber auch welche, die es fast symptomfrei überstehen.
      Ich habe Dinge gesehen, von denen ich nicht weiss, wie ich sie verarbeiten werde, bin seit Wochen im Survivalmodus. Meine Mutter sehe ich nur von der Straße aus, sie hat Weihnachten allein feiern müssen, denn obwohl ich regelmäßig getestet werde, ist das nur eine Momemtaufnähme und ich kann schon am nächsten Tag positiv sein. Geimpft bin ich noch nicht, kann es aber kaum erwarten, wie man sich denken kann.
      Was das große Bild angeht: Wir haben bundesweit etwa 1000 Tote pro Tag. Wenn wir nach Ende der Pandemie die Opfer zählen, will ich gar nicht dran denken, wieviele davon durch Leichtsinn oder Inkompetenz verstorben sind.
      HODOR !

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      el_drogo wrote:


      Wenn man das Rad so weiter spinnt, dann müsste die globale Dunkelziffer doch mittlerweile schon bei über einer Milliarde liegen? Kann das überhaupt sein? Und müsste sich das nicht auch auf den Durchimmunisierungsgrad und infolge auf die Infektionszahlen niederschlagen?


      Mein Eindruck dazu: Kenntnisstand nahe Null.
      In Indien gab es einige Studien, die Herdenimmunität in großen Zentren nahe legen und das scheint mir auch der einzige halbwegs valide Grund zu sein, warum die Infektionszahlen dort so runter gegangen sind und auch die Todeszahlen (selbst wenn die Dunkelziffer fünfmal so hoch sein sollte, wie ausgewiesenen). Manche halten das vielleicht für westliche/europäische Überheblichkeit, aber das man bei der Bevölkerungsdichte in Städten wie Mumbai oder Kalkutta wenig Chancen auf die Umsetzung von Hygieneregeln hat, scheint mir doch realistisch.

      Klima alleine scheint ja kein Grund zu sein, sonst wären Lateinamerika, Iran und Südafrika nicht so schwer betroffen.

      In Europa und den USA scheinen wir aber meilenweit weit davon entfernt. Die letzte Studie legte selbst für eine schwer betroffene Stadt wie München nur ca. 3% nahe. Auch in der Lombardei sind die Zahlen immer noch erschreckend hoch.
      Wobei man ja noch nicht mal zu wissen scheint, wie lange Immunität überhaupt anhält.

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      Grunkins wrote:

      Klima alleine scheint ja kein Grund zu sein, sonst wären Lateinamerika, Iran und Südafrika nicht so schwer betroffen.

      Naja, wenn ich mir anschaue was in Brasilien abgeht, dann gehe ich schon davon aus, dass das Klima ein grössere Rolle spielen muss. Ansonsten könnte ich mir nicht erklären warum dort nicht alles explodiert. Aus meiner Sicht müsste bei den quasi nicht vorhandenen Restriktionen dort das Infektionssgeschehen sehr viel schlimmer sein, mindestens vergleichbar mit den USA. Deshalb bilde ich mir ein, dass es am Sommer liegen muss. Wie realistisch die offiziellen Zahlen sind, kann ich allerdings nicht einschätzen.

      Grunkins wrote:

      Auch in der Lombardei sind die Zahlen immer noch erschreckend hoch. Wobei man ja noch nicht mal zu wissen scheint, wie lange Immunität überhaupt anhält.

      In der Lombardei leben immerhin 1/6 aller Italiener, von daher finde ich die Zahlen jetzt nicht so erschreckend hoch. Tatsächlich gibt es dort allerdings schon über 500K nachgewiesene Fälle, das heisst allein schon deshalb müsste der Durchimmunisierungsgrad bei 5% liegen, berücksichtigt man Dunkelzifferschätzungen eher bei 10-15%. Aber ich gebe zu, selbst 15% wären wohl immer noch deutlich zu wenig um sich im Infektionsgeschehen nieder zuschlagen. Bzgl. Immunität habe ich erst kürzlich wieder in einem Spiegel-Artikel basierend auf aktuellen Studien was von durchschnittlich > 8 Monaten gelesen.
      Edit: gerade im neusten NDR Podcast gehört. Sandra Ziesek gibt ab Minute 58 auch noch ein optimistisches Statement zur Immunität ab und das deckt sich alles mit den Infos die ich aus dem Spiegelartikel von letzter Woche habe.
      ich bin der singende, tanzende Abschaum der welt.

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