COVID-19

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      Ich weiss nicht wer noch den Drosten-Podcast hört, aber ich möchte bzgl. der Impfstrategie noch folgendes einwerfen, dass es für die Politik zu bedenken gilt.
      Drosten meinte im Podcast vom 08.12., dass es nach aktueller Informationslage nächstes Jahr zum Sommer hin so weit sein könnte, dass alle Freiwilligen die zu Risikogruppen gehören durchgeimpft sein werden, das deckt sich auch einigermassen mit den letzten Prognosen von Spahn.
      Drosten gibt hier zu Bedenken, dass das der Zeitpunkt sein wird, wo die Politik dann zweifellos nicht mehr so einfach dazu in der Lage sein wird, nicht pharmazeutische Interventionsmassnahmen gesellschaftlich zu vermitteln und aufrecht zu erhalten. Umfangreiche "Öffnungen" (auch Veranstaltungen, Massen-Events, etc..) werden unvermeidbar sein. Dies wird dann zu einem Momentum führen wo das Virus so zu sagen "von der Leine gelassen" und einfach laufen gelassen wird, was wir bisher noch nicht erlebt haben. Es wird somit trotz Impfung und der positiven Nebeneffekte im Sommer zu hohen Infekitonsraten in der gesunden, jüngeren Bevölklerung und Kindern kommen. Das wird zur Folge haben, dass man auf den Intensivstationen im Herbst plötzlich ein ganz anderes Klientel in hoher Zahl sehen wird, welches einen sehr schweren Krankheitsverlauf hat und auch daran sterben wird. Aus Drostens Sicht wird es somit auch sehr wichtig sein, dass zu diesem Zeitpunkt effektive pharmazeutische Behandlungstherapien verfügbar sein werden um dem drohenden Unheil entgegen zu wirken.
      Ausserdem bedeutet das für mich auch, dass die Impfstrategien evtl. nochmal überdacht werden müssen und parallel zu Risikogruppen schon früher damit angefangen werden sollte die "normale" Bevölkerung zu impfen. Im Grunde steht und fällt das allerdings alles mit der Lieferfähigkeit der Hersteller. Da so ziemlich alles was Drosten bisher prophezeit hat auch eingetroffen ist, kann man nur hoffen dass diese Warnung schon von den richtigen Leuten gehört und bereits über Präventionsstrategien nachgedacht wird.
      ich bin der singende, tanzende Abschaum der welt.

      Post was edited 1 time, last by “el_drogo” ().

      Moash_B4 wrote:

      Das komische ist, dass wir bei uns im Betrieb einen Corona-Bonus ausgezahlt bekommen haben und das obwohl wir keine systemrelevante Arbeit machen. Dank Home-Office war aber ein Arbeiten zum Volltarif jederzeit möglich.


      Bist du in einem Tarifvertrag? Meine Mutter hat auch einen - sogar ziemlich ordentlichen, steuerfreien - bekommen, sie arbeitet für einen Jugendhilfeträger, der mit der Diakonie gekoppelt ist, die wiederum die Tarifverträge aus dem öffentlichen Dienst nachvollziehen.

      el_drogo wrote:

      Da so ziemlich alles was Drosten bisher prophezeit hat auch eingetroffen ist, kann man nur hoffen dass diese Warnung schon von den richtigen Leuten gehört und bereits über Präventionsstrategien nachgedacht wird.


      Interessanter Aspekt. Ein ähnliches Szenario hatten wir ja ohne Impfstoff schon im Sun Belt in den USA im letzten Sommer. Die Welle war lokal heftig, aber nicht so schlimm wie die jetzige Winterwelle. Generell haben sich die Überlebensraten seit dem Frühjahr deutlich verbessert und scheinen mir (ohne das empirisch exakt aufgeschlüsselt zu haben) im Sommer deutlich höher gewesen zu sein - ob das mit der Altersverteilung oder mit geringeren Viruslasten zu tun hat, keine Ahnung. Möglicherweise hilft diese Art der Verbreitung unter Jungen mit gleichzeitigem Impfschutz der Risikogruppen sogar in der raschen Auslöschung des Virus, zumindest schneidet der Sun Belt aktuell ziemlich gut ab, obwohl es dort überhaupt keinen Lockdown gibt (klar, die haben noch sommerliche Temperaturen, aber alles erklärt das meines Erachtens nach nicht.
      Ich glaube, ich habe ein kleines Problem mit der Prämisse. Wenn Drosten davon ausgeht, dass bis Sommer alle Freiwilligen durchgeimpft sein werden, dann kann die Erkrankung ja mutmaßlich nur noch Verweigerer treffen. Und denen wird egal sein, ob sie sich früher als Sommer hätten impfen lassen können.

      Edit:

      Habe die Risikogruppen überlesen, mein Fehler.
      I have been despised by better men than you.

      Post was edited 1 time, last by “Maegwin” ().

      Hach... nu wird es spannend...
      Einer meiner direkten Arbeitskollegen ist seit einer Woche in Quarantäne, weil seine Mutter positiv getestet wurde. Heute kam sein Testergebnis: positiv.
      Das bedeutet für mich Infektionsrisiko Kategorie 1. Die Firma hat mich dann heute Mittag nachhause geschickt, ab morgen hab ich Urlaub.
      Ich habe das örtliche Gesundheitsamt angerufen, wie ich mich jetzt zu verhalten habe. Und nu wird es kompliziert:
      ich arbeite in einem anderen Kreis, der betroffene Kollege wohnt auch dort. Das örtliche Gesundheitsamt hat daher seinen Befund nicht vorliegen, daher kann es in meinem Fall nicht tätig werden. ICH muss mich jetzt an das andere Gesundheitsamt wenden, damit die den Befund meines Kollegen an meins schicken. :S
      Natürlich konnte ich dort telefonisch niemanden erreichen, also habe ich eine Mail geschrieben. Tja... und nu warten wir mal ab.


      Natürlich bleibe ich ganz artig zuhause (hätte ich wahrscheinlich eh gemacht...).

      Mein Mann arbeitet in der Altenbetreuung. Die haben dort Schnelltests. Er hat dort angerufen und die Lage geschildert. Da er keine Symptome hat, machen die nix. Er trägt bei der Arbeit ja FFP2 - Maske.
      Ich finde das ein bisschen verantwortungslos. Die haben die Möglichkeit zu testen und tun es nicht, obwohl ihr Klientel nun mit zum gefährdesten gehört. :|
      I've come to the point in my life where I need a stronger word than "FUCK".
      Erstmal das Allerwichtigste: Ich wünsche dir und deinem Holden, dass ihr euch nicht angesteckt habt und gesundbleibt. Und es tut mir leid, wegen des sichtlich zermürbenden Verwaltungskramsis.
      Was ich mich frage:
      Müssten Alten-und Pflegeheime nicht sowieso schon routinemäßig zwei mal die Woche ihre Mitarbeiter testen? Ich habe den Überblick verloren, ob sie das einführen wollten oder schon eingeführt haben und ob es in allen Bundesländern gleich gehandhabt wird. Denn dann könnte man hoffen, dass sie ihn notfalls beim Routinetest rausfischen. Nicht, dass diese Vogel-Strauß-Taktik, die du da beschreibst irgendwie gut wäre - zwei bis drei Tage können einen Riesenunterschied machen.

      ​Drosten meinte im Podcast vom 08.12., dass es nach aktueller Informationslage nächstes Jahr zum Sommer hin so weit sein könnte, dass alle Freiwilligen die zu Risikogruppen gehören durchgeimpft sein werden, das deckt sich auch einigermassen mit den letzten Prognosen von Spahn.Drosten gibt hier zu Bedenken, dass das der Zeitpunkt sein wird, wo die Politik dann zweifellos nicht mehr so einfach dazu in der Lage sein wird, nicht pharmazeutische Interventionsmassnahmen gesellschaftlich zu vermitteln und aufrecht zu erhalten. Umfangreiche "Öffnungen" (auch Veranstaltungen, Massen-Events, etc..) werden unvermeidbar sein. Dies wird dann zu einem Momentum führen wo das Virus so zu sagen "von der Leine gelassen" und einfach laufen gelassen wird, was wir bisher noch nicht erlebt haben. Es wird somit trotz Impfung und der positiven Nebeneffekte im Sommer zu hohen Infekitonsraten in der gesunden, jüngeren Bevölklerung und Kindern kommen. Das wird zur Folge haben, dass man auf den Intensivstationen im Herbst plötzlich ein ganz anderes Klientel in hoher Zahl sehen wird, welches einen sehr schweren Krankheitsverlauf hat und auch daran sterben wird.


      Ok, zweiter Anlauf.
      Ich habe durchaus den Eindruck, dass die Forschung auch an den Behandlungsmethoden unter Hochdruck vorangetrieben wird. Ohne vorerst zu viel auf Hoffnungsträger wie Molnupiravir zu geben. Was die Verbreitung im Sommer angeht - möglich. Allerdings gehe ich davon aus, dass Abstands-und Maskengebote langfristig beibehalten werden und insbesondere der Schutz am Arbeitsplatz erhalten bleibt. Schnelltests werden geläufiger und leichter verfügbar sein. Somit wird sich das Problem weg vom Schutz der Schwächsten hin zu eigenverantwortlichem Handeln verschieben. Und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass ein großer Teil der Bevölkerung einen zurückgezogeneren Lebensstil beibehält, bis eine kritische Impfmasse erreicht ist.
      Für die Parallelimpfung der "Normalbevölkerung" wird, wie du schon sagst, der Wirkstoff erstmal nicht reichen. Allerdings würde mich interessieren, wie es nach dem ärztlichen Personal und Risikogruppen weitergeht und ob dann überhaupt noch eine Unterscheidung getroffen wird, oder man weiter nach dem Windhundprinzip vorgeht. Systemkritische Berufe und Kinder wären zumindest naheliegend.

      Ich persönlich mache mir ein bisschen Sorgen wegen der Impfbereitschaft.
      I have been despised by better men than you.

      Maegwin wrote:

      Erstmal das Allerwichtigste: Ich wünsche dir und deinem Holden, dass ihr euch nicht angesteckt habt und gesundbleibt.
      Vielen Dank. :)

      Maegwin wrote:

      Und es tut mir leid, wegen des sichtlich zermürbenden Verwaltungskramsis.
      So wild ist es jetzt auch nicht. Bisschen nervig vielleicht, aber zermürbt fühle ich mich jetzt noch nicht. :D
      Aber wer weiß, was noch kommt...

      Maegwin wrote:

      Müssten Alten-und Pflegeheime nicht sowieso schon routinemäßig zwei mal die Woche ihre Mitarbeiter testen?
      Ich hab keine Ahnung. Er ist allerdings nicht in einem Heim tätig, sondern in der mobilen Altenbetreuung. Er geht zu den Leuten nachhause, macht auch keine Pflege, sondern eher so Sachen, wie aufräumen, putzen, mit den Leuten spazieren gehen oder sie eine Weile beschäftigen.
      Interessanterweise kam dann heute Abend noch eine Mail an ihn und alle Kollegen, dass sie sich am Montag und Dienstag zum Schnelltest einfinden sollen.
      Entweder hat da jemand erkannt, dass es tatsächlich eine solche Vorschrift gibt oder er hatte eine kurze Panikattacke...

      Maegwin wrote:

      Nicht, dass diese Vogel-Strauß-Taktik, die du da beschreibst irgendwie gut wäre - zwei bis drei Tage können einen Riesenunterschied machen.
      In diesem Fall wohl ein Tag, siehe oben.

      Maegwin wrote:

      Allerdings würde mich interessieren, wie es nach dem ärztlichen Personal und Risikogruppen weitergeht und ob dann überhaupt noch eine Unterscheidung getroffen wird, oder man weiter nach dem Windhundprinzip vorgeht.
      Ich habe dieses hier gefunden. Demnach würden wir uns dann zum Thema Impfen wohl in etwa einem Jahr wieder austauschen.

      Maegwin wrote:

      Systemkritische Berufe und Kinder wären zumindest naheliegend.
      Soweit ich gelesen habe, sind Kinder und Jugendliche erst einmal außen vor, da es keinerlei Versuchsreihen in der Richtung gab.

      Maegwin wrote:

      Ich persönlich mache mir ein bisschen Sorgen wegen der Impfbereitschaft.
      Ich auch...
      I've come to the point in my life where I need a stronger word than "FUCK".
      ​Interessanterweise kam dann heute Abend noch eine Mail an ihn und alle Kollegen, dass sie sich am Montag und Dienstag zum Schnelltest einfinden sollen. Entweder hat da jemand erkannt, dass es tatsächlich eine solche Vorschrift gibt oder er hatte eine kurze Panikattacke...


      Ein Hoch auf Vorschriften und Panik. :)

      Soweit ich gelesen habe, sind Kinder und Jugendliche erst einmal außen vor, da es keinerlei Versuchsreihen in der Richtung gab.


      Ja, da hast du Recht. Hätte mir bewusst sein sollen. Ich hatte noch einen alten Schweizer Notfallplan zu einer möglichen Grippepandemie (?) im Kopf, den ich mir zu Beginn der Krise angesehen habe. Da wurden Kinder bevorzugt, weil ihnen der Querkontakt zu allen Altersgruppen also quasi Knotenpunkteigenschaften nachgesagt wurden.

      Ich habe dieses hier gefunden. Demnach würden wir uns dann zum Thema Impfen wohl in etwa einem Jahr wieder austauschen.


      Oh. Okay.
      Hochzeitsreise 2019
      Hochzeitsreise 2020
      Hochzeitsreise 2021
      Hochzeitsreise 2022?
      I have been despised by better men than you.

      Maegwin wrote:

      Allerdings gehe ich davon aus, dass Abstands-und Maskengebote langfristig beibehalten werden und insbesondere der Schutz am Arbeitsplatz erhalten bleibt. Schnelltests werden geläufiger und leichter verfügbar sein. Somit wird sich das Problem weg vom Schutz der Schwächsten hin zu eigenverantwortlichem Handeln verschieben. Und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass ein großer Teil der Bevölkerung einen zurückgezogeneren Lebensstil beibehält, bis eine kritische Impfmasse erreicht ist.

      Ich persönlich könnte mir aber auch vorstellen, dass ein ebenso grosser Teil der Bevölkerung zunehmend nachlässiger wird. Mit den AHA-Regeln gebe ich dir zwar recht, trotzdem muss man davon ausgehen, dass es im Sommer zu umfangreicheren Öffnungen kommen wird, um auch die Kultur-/ Sport-/ Musik und Eventbranche wieder ins Spiel zu bringen. Dann wird sich auch die Verbreitungsdynamik des Virus wieder verschieben von Übertragung aktuell eher im privaten Sektor hin zu Superspreading Events und Ausbreitung in der Öffentlichkeit. Und gerade wegen der hohen Zahl an milden und asymptomatischen Verläufe dürfte es zu diesem Zeitpunkt sehr schwierig sein Ereignisse zurück zu verfolgen. Allerdings muss ich mich nochmals korrigieren- ich sah gerade gestern noch ein Inteview mit Spahn im ZDF (müsste von vorgestern gewesen sein) wo er zuversichtlich war, dass relativ zeitig im ersten Quartal 2021 viele neue Impfstoffkandidaten ihre Zulassung bekommen würden. Sollte das der Fall sein wäre auch die Lieferfähigkeit gegeben. In diesem Fall müsste es möglich sein auch breite Teile der "normalen" Bevölkerung bis zum Ende des Sommers durch zu impfen und Drostens Bedenken sollten somit eigentlich (auch aufgrund der positiven Nebeneffekte im Sommer) hinfällig sein. Die Bedenken bzgl. Impfbereitschaft teile ich. Ich baue darauf, dass die Politik und viele weitere öffentliche Personen sich ebenso "öffentlich" Impfen lassen und mit gutem Beispiel voran gehen, ebenso wie Gesundheits-/ Pflegepersonal und die Älteren. Je mehr Leute merken, dass der eigene Nachbar bereits geimpft ist, desto mehr werden die Impfzentren aufsuchen (hoffe ich).
      ich bin der singende, tanzende Abschaum der welt.

      Post was edited 2 times, last by “el_drogo” ().

      Ich bin eigentlich auch recht optimistisch, dass die allgemein erwähnten 70% der Bevölkerung, die es zu einer effektiven Pandemiebekämpfung braucht, sich auch impfen lassen werden.

      Die paar fehlenden Prozent, die jetzt noch unwillig sind, aus Faulheit, Ignoranz oder Uninformiertheit, werden sich doch noch bequemen, wenn sie drauf kommen, dass sie in Veranstaltungshallen, Flugzeuge etc. ab Herbst ohne Impfnachweis nicht mehr rein kommen.

      Und der Rest, der weiterhin partout einem Pieks entkommen will, weils der Herr Bhakdi - herzlichen Glückwunsch zum "Goldenen Brett vorm Kopf 2020" übrigens - gesagt hat?

      Ist mir momentan wirklich egal. Sind halt allesamt nominiert für den Darwin-Award 2021.

      Gelassene Prophezeiung: Neuer Kriminalitätszweig des Jahres 2021: Fälschung von Impfzeugnissen.
      Sorry, no dragons in Winterfell!

      Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!

      ssnake wrote:

      Gelassene Prophezeiung: Neuer Kriminalitätszweig des Jahres 2021: Fälschung von Impfzeugnissen.
      Hört sich realistisch an. Irgendwie müssen ja die Leute, die jetzt die ganzen unnützen Masken-Atteste ausstellen ja auch im nächsten Jahr ihr Geld verdienen. :rolleyes:

      Update bei mir: das andere Gesundheitsamt schrieb mir, dass ich den letzten Kontatk mit dem Kollegen wohl nicht im "infektiösen Zeitraum" hatte und daher nicht als Kontaktperson gelte, sonst wäre das entsprechend an mein Gesundheitsamt weitergeleitet worden.
      Ich habe die Mail jetzt weitergeleitet.
      Ein kleines bisschen sicherer fühle ich mich jetzt schon.
      I've come to the point in my life where I need a stronger word than "FUCK".
      Brechende Neuigkeiten aus Seuchenreich, vormals Österreich:

      Regierung macht jetzt endlich das, was sie schon im November hätte tun sollen:

      Nach Weihnachten einen vierwöchigen harten Lockdown, an dessen Ende Massentests stehen, die für jeden, der nicht daran teilnimmt, 10 Tage Quarantäne inklusive Strafe bei zuwiderhandeln bedeuten.

      Sozusagen der Lockdown, der alle weiteren Lockdowns verhindern soll. Ich persönlich finde genau das richtig, aber der Shistorm der gerade in unseren Breiten durchs Netz rauscht, ist auch gewissermaßen die Urmutter aller Shitstorms. :D

      Buhu, Unrechtsstaat, testen ist gleich Faschismus usw.

      Zu einem Gutteil können sich das die Konservativen aber auch selbst verdanken: Zulange hat man mit Blick auf die Stimmung der Bevölkerung, man könnte auch sagen- die Meinungsumfragen - agiert, statt endlich zu tun, was richtig ist.

      Edit: @Esme: Freut mich für dich. :)
      Sorry, no dragons in Winterfell!

      Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!

      Grunkins wrote:

      Zu behaupten, der Lockdown light habe nichts gebracht, ist, meiner Ansicht nach, demnach eindeutig falsch.

      Die Anzahl der Toten ist aber weiter nach oben gegangen. Deswegen fragt man sich schon, ob hier wirklich die richtigen Maßnahmen ergriffen worden sind.
      Aber auch wenn man sich Berchtesgaden oder Regen einmal anschaut, die ja schon länger einen harten Lockdown fahren ... so wirklich rosig stehen die immer noch nicht da.

      Grunkins wrote:

      In jedem Fall würde ich nicht sagen, dass "schwere Verläufe mildern" nichts bringt.

      Das bringt bestimmt etwas. Aber die Verbreitung wird doch dadurch nicht eingedämmt. Dazu ist ja auch einfach noch zu wenig bekannt. Und wenn weiter auf einer Inzidenz von 50/100.000 (oder lt. Lauterbach lieber sogar 25/100.000) gepocht wird, werden wir auch mit Impfung noch lange einen Lockdown haben.

      Grunkins wrote:

      Mir sagt das vor allem, dass sie die Maßnahmen aus Rücksicht auf die Akzeptanz nach wie vor planbar halten wollen. Hätten sie am Sonntag alles dicht gemacht, wären die Schreie groß gewesen, dass wir jetzt nur noch Adhoc-Maßnahmen haben und die Regierung mit uns macht was sie will.

      Dadurch wirkt die Aktion aber auch wieder unglaubwürdig. Es gibt ja diejeningen, die so auch argumentieren, dass das Virus so gefährlich ja nicht sein kann, wenn die Politiker die Menschen noch 2 Tage lang dicht gedrängt durch die Innenstädte laufen lässt.

      Grunkins wrote:

      Denke auch hier sind kaum Kapazitäten für die Ausbildung vorhanden.

      Die Frage hier ist, wäre es vielleicht im Sommer möglich gewesen. Ich kenne das auch von meiner Arbeit: gerade wenn es brennt und man dringend noch HIlfe bräuchte, hat man aber gerade nicht die Zeit jemanden soweit einzuweisen, dass er einem helfen könnte. Dass es im Herbst wieder schlimmer wird, hatte sich angekündigt.

      Grunkins wrote:

      mir kommt es aber ehrlich gesagt auch so vor, als würdest du seit Beginn der Pandemie relativ inkonsistent einfach grundsätzlich alles kritisieren, mal zu viel Maßnahmen, mal zu wenig...

      Ich kritisiere viel, ja. Weil es mir in der Summe einfach unlogisch erscheint. Auf der einen Seite wird meiner Meinung nach zu viel eingeschränkt, dafür aber an anderen Stellen zuwenig unternommen. Mir kommt das alles nicht wirklich durchdacht vor. Einfach einen harten Lockdown zu fahren ist die simpelste Methode. 10% der Schwimmbadbesucher können nicht schwimmen ... wir sperren einfach das Schwimmerbecken! Anstatt gezielt gegen das Problem vorzugehen und Kurse anzubieten. Ist mehr Aufwand, ja. Aber unterm Strich die gerechtere Methode. Denn die Schwimmer sind dadurch unzufrieden und kommen nicht mehr ins Schwimmbad. Dem Schwimmbad gehen die Einnamhen flöten und es muss schließen.

      Grunkins wrote:

      glaube, die Politik hatte in erster Linie Angst davor, dass zu harte Maßnahmen zu früh nicht mehr getragen worden wären. Und das glaube ich auch. Wenn wir Anfang November einen harten Lockdown gehabt hätten, die Zahlen gesunken wären und die Situation jetzt halbwegs entspannt wäre, hätte wieder das Präventionsparadox gegriffen und Kritiker, vielleicht auch du, hätten das alles als übertriebenen Aktionismus bezeichnet und ihr Unverständnis darüber geäußert.


      Da bin ich bei dir! So wird es auch gewesen sein. Aber ich finde es sehr schade, dass man nicht frühzeitig angefangen hat - ähnlich wie in Tübingen - ein Konzept zum Schutz der Älteren umzusetzen. Ist ja nicht so, dass das in den letzten 9 Monaten nicht oft genug vorgeschlagen worden wäre. Denn ich glaube da fest daran, dass die Sterbezahlen heute anders aussehen würden.

      Esmeralda wrote:

      Was natürlich auch legitim ist. Du bist sauer und frustriert und das sind viele andere auch. Klar, das muss auch mal raus.


      Ja, tut mir leid. Ich finde die ganze Situation extrem frustrierend. Und das gar nicht wegen mir persönlich. Leider kenne ich inzwischen einige Personen, denen es durch die Maßnahmen denkbar schlecht geht. Dabei sind leider sehr viele junge Leute, denen ihre Einnahmequellen und auch berufliche Perspektiven weggebrochen sind.

      Esmeralda wrote:

      Aber ich habe zumindest den Eindruck, dass du glaubst, er ist ausschließlich für alte und vorerkrankte Menschen gefährlich.

      Nicht ausschließlich, nein. Aber ein sehr großer Anteil sind nun mal die Alten.

      Hier mal eine interessante Studie der LMU: stablab.stat.uni-muenchen.de/_…/docs/codag-bericht-4.pdf

      Esmeralda wrote:

      Und dein Vorschlag? Wir lassen es einfach?

      Nein. Aber ein Strategiewechsel wäre nötig gewesen. Und zwar schon Mitte des Jahres.

      Esmeralda wrote:

      Ich habe auch den Eindruck im Bekannten- und Freundeskreis, dass sehr viele der Kinder deutlich besser verstehen und mehr Verständnis für die Maßnahmen haben, als mancher Erwachsene.


      Die Kinder verstehen das schon ganz gut und sie machen das grundsätzlich auch ohne zu murren mit. Es muss halt einfach sein. Zumindest die Grundschüler scheinen da kein Problem zu sein. Ich versuche die schlechte Stimmung von ihnen fernzuhalten. Aber sie finden es auch von ganz alleine sch***. Und es tut einem einfach leid, dass ihnen so vieles verwehrt wird. Tennis und Leistungsturnen lieben sie und hat ihnen so viel Selbstvertrauen und Ausgleich gegeben. ...

      Narannia wrote:

      Dadurch wirkt die Aktion aber auch wieder unglaubwürdig. Es gibt ja diejeningen, die so auch argumentieren, dass das Virus so gefährlich ja nicht sein kann, wenn die Politiker die Menschen noch 2 Tage lang dicht gedrängt durch die Innenstädte laufen lässt.
      Du wirst aber immer jemanden finden, der grundsätzlich gegen das argumentiert, dass gerade gemacht wird. Manchmal sind es sogar immer die gleichen. Siehe Frau AFD-Weidel, die im März-April den sofortigen Lockdown forderte und jetzt das exakte Gegenteil.


      Narannia wrote:

      Leider kenne ich inzwischen einige Personen, denen es durch die Maßnahmen denkbar schlecht geht. Dabei sind leider sehr viele junge Leute, denen ihre Einnahmequellen und auch berufliche Perspektiven weggebrochen sind.
      Ich kenne auch persönlich einen Gastronom, der zwei Kneipen hat. Den ersten Lockdown hat er dank Rücklagen (die sicherlich auch nicht jeder hatte) einigermaßen überstanden. Ob er den zweiten übersteht, steht noch in den Sternen.


      Narannia wrote:

      Nein. Aber ein Strategiewechsel wäre nötig gewesen. Und zwar schon Mitte des Jahres.
      Das Problem der Politik ist den schmalen Grat zu finden, zwischen dem was zumutbar ist und dem was empfohlen wird. Wobei da die Grenze der Zumutbarkeit von jedem Menschen anders gezogen wird, was das Problem noch größer macht.
      Wie hätte dein Strategiewechsel ausgesehen?

      Narannia wrote:

      Und es tut einem einfach leid, dass ihnen so vieles verwehrt wird. Tennis und Leistungsturnen lieben sie und hat ihnen so viel Selbstvertrauen und Ausgleich gegeben. ...
      Ja, mein jüngerer Sohn hatte quasi das ganze Jahr kein Judo. Das hat ihm auch gut getan. Und du kannst davon ausgehen, dass ein Sport wie Judo noch deutlich länger außer Gefecht gesetzt sein wird, als Tennis oder Turnen.
      Aber ganz ehrlich: better safe than sorry.
      Den auch, wenn die Wahrscheinlichkeit der Kinder einen schweren Krankheitsverlauf zu haben, geringer ist, so ist es doch nicht ausgeschlossen. Und ich hab hier lieber den zockenden, aber gesunden und lebendigen Stubenhocker, als ein Kind auf der Intensivstation.

      Narannia wrote:

      10% der Schwimmbadbesucher können nicht schwimmen ... wir sperren einfach das Schwimmerbecken! Anstatt gezielt gegen das Problem vorzugehen und Kurse anzubieten. Ist mehr Aufwand, ja. Aber unterm Strich die gerechtere Methode. Denn die Schwimmer sind dadurch unzufrieden und kommen nicht mehr ins Schwimmbad. Dem Schwimmbad gehen die Einnamhen flöten und es muss schließen.
      Dein Vergleich hinkt meines Erachtens nach. Nicht-Schwimmer kannst du gezielt raussuchen, versuchen das Schwimmen beizubringen oder wenigstens eine Schwimmweste anziehen oder denen, bei denen beides nicht funktioniert, zusehen, dass sie im Nichtschwimmerbereich bleiben.
      Beim Virus kannst du statistische Vermutungen anstellen, wer am Wahrscheinlichsten nicht schwimmen kann (Alte und Vorerkrankte). Leider gibt es auch bei allen anderen eine gewisse Anzahl, die nicht schwimmen können. Oder aber welche, die glauben, sie könnten schwimmen, es aber gar nicht können. Oder plötzlich vergessen, wie das funktioniert. Oder sicher sind, dass das Wasser gar nicht so tief ist. Oder überhaupt existiert.
      Und die springen jetzt alle gleichzeitig ins Wasser. Leider haben wir nicht genug Rettungsschwimmer, die diese rechtzeitig aus dem Wasser ziehen können. Und die Rettungsschwimmer, die da sind, sind schon alle damit beschäftigt, die aus dem Wasser gezogenen wiederzubeleben, da springt die nächste Gruppe ins Wasser und wieder hat ein Teil davon seine Schwimmkünste grob überschätzt. Was nun? Die rausgezogenen, die noch nicht wieder reagieren, liegenlassen und die nächsten rausfischen? Oder entscheiden müssen, den einen, weil er wahrscheinlich eh nicht überlebt, wieder ins Wasser zu schubsen und dafür einen anderen, der noch zappelt, rausholen?
      I've come to the point in my life where I need a stronger word than "FUCK".
      @Esmeralda scheint, dass bei euch zum Glück alles gut verlief, Gott sei Dank

      Generell an Alle, mich würde mal interessieren wie bei euch im Betrieb der Corona Schutz geregelt ist.
      - Bei uns gibt es seit November wieder HomeOffice aber nur für die Mitarbeiter, die kein Einzelbüro haben (ist aber nicht durchgängig umgesetzt).
      - Maskenpflicht seit November aber nur in den Gängen. Bei Besprechungen darf am Platz die Maske abgenommen werden, was ich für unsinnig halte
      - wir haben abteilungsintern vereinbart nur noch Online-Besprechungen vorzunehmen, die Führungskräfte halten aber weiterhin Präsenz-Besprechungen. Ja und man erhält eben so auch mal die Einladung zu einer Präsenz-Besprechung. Für mich schwierig damit umzugehen, da ich am liebsten auch nur Online die Besprechungen durchführen würde.
      - Kantine trotz Restaurant-Schließungen weiter geöffnet

      Zu der Diskussion um einzelne Maßnahmen, kann ich nur sagen, dass ich gerade die ewigen Diskussionen und nörgeleien, dass man sein Glühwein nicht trinken kann, nicht schön essen gehen kann und die Frisur ruiniert wird nicht mehr hören kann. Wir haben alle diese Einschränkungen und ja es ist nicht schön, aber seien wir doch froh wenn wir noch gesund sind. Viele die es erwischt würden gerne tauschen.

      Zu dem Thema Kinder, finde ich auch, dass es eher die Eltern sind, die es mehr stört als die Kinder selbst. Wir haben selbst 2 kleine Kinder und ja, die den ganzen Tag zu betreuen ist anstrengend aber das machen wir trotzdem gerne, dazu wollte man doch auch Kinder. Und ja die Kinder nervt es auch, wenn Sie nicht in den Zoo oder Freizeitpark oder etc. dürfen. Aber das vergessen die beim Spielen auch schnell wieder und wie bereits gesagt, Gesundheit ist immer wichtiger. Vieles kann man nachholen, reparieren oder neu aufbauen. Jemand zu verlieren ist leider endgültig. Und langfristige Gesundheitsschäden sind auch nicht schön.

      Esmeralda wrote:

      Dein Vergleich hinkt meines Erachtens nach. Nicht-Schwimmer kannst du gezielt raussuchen, versuchen das Schwimmen beizubringen oder wenigstens eine Schwimmweste anziehen oder denen, bei denen beides nicht funktioniert, zusehen, dass sie im Nichtschwimmerbereich bleiben.
      Beim Virus kannst du statistische Vermutungen anstellen, wer am Wahrscheinlichsten nicht schwimmen kann (Alte und Vorerkrankte). Leider gibt es auch bei allen anderen eine gewisse Anzahl, die nicht schwimmen können. Oder aber welche, die glauben, sie könnten schwimmen, es aber gar nicht können. Oder plötzlich vergessen, wie das funktioniert. Oder sicher sind, dass das Wasser gar nicht so tief ist. Oder überhaupt existiert.
      Und die springen jetzt alle gleichzeitig ins Wasser. Leider haben wir nicht genug Rettungsschwimmer, die diese rechtzeitig aus dem Wasser ziehen können. Und die Rettungsschwimmer, die da sind, sind schon alle damit beschäftigt, die aus dem Wasser gezogenen wiederzubeleben, da springt die nächste Gruppe ins Wasser und wieder hat ein Teil davon seine Schwimmkünste grob überschätzt. Was nun? Die rausgezogenen, die noch nicht wieder reagieren, liegenlassen und die nächsten rausfischen? Oder entscheiden müssen, den einen, weil er wahrscheinlich eh nicht überlebt, wieder ins Wasser zu schubsen und dafür einen anderen, der noch zappelt, rausholen?


      Aber man könnte die Zahl der Gefährdeten minimieren. Somit braucht man zwar immer noch Rettungsschwimmer, aber bei weitem nicht so viele. Sie wären nicht überlastet.

      GotFox84 wrote:

      Generell an Alle, mich würde mal interessieren wie bei euch im Betrieb der Corona Schutz geregelt ist.

      Ich arbeite in einem DAX-Unternehmen.
      - 40% Belegung in den Büros sind erlaubt. Es werden Listen geführt, über die man sich anmelden kann, an welchen Tagen man im Büro oder im HO arbeiten möchte.
      - Kantine bietet Essen To-Go an oder man kann sich zu zweit an einen quadratischen Tisch für eigentlich 8 Personen setzen.
      - Besprechungen bevorzugt online.
      - Auf dem Gelände Maskenpflicht, am Platz kann sie abgenommen werden. Wenn der Abstand nicht eingehalten werden kann, Maske auf.
      - Offiziell alle Maßnahmen bis Ende März.

      GotFox84 wrote:

      @Esmeralda scheint, dass bei euch zum Glück alles gut verlief, Gott sei Dank
      Ja, ist es zum Glück. :)

      GotFox84 wrote:

      Generell an Alle, mich würde mal interessieren wie bei euch im Betrieb der Corona Schutz geregelt ist.
      Das mit dem Home Office wurde bei uns in der Zwischenzeit wieder stark zurück gefahren. Ich habe das Gefühl unsere Geschäftsleitung denkt, dass die Leute im HO nur abgeammeln. :S
      Ich persönlich denke, dass die Leute, die im HO abgammeln, genau die gleichen sind, die in der Firma abgammeln. Bei den anderen habe ich eher das Gefühl, dass sie sich noch mehr den Arsch aufreißen, weil sie genau davor Angst haben, dass man ihnen Faulheit unterstellt...
      Ansonsten stehen in den Büros überall Plexiglasscheiben auf den Schreibtischen. In der Verwaltung haben sie Maskenpflicht beim Verlassen des Büros, aber nicht am Platz (außer es sind zuviele Menschen im Raum. Im Vertrieb und der Technik handhaben sie das lockerer. Die Besprechungsräume haben je nach Größe Höchstvorgaben an Personen. Meiner Erfahrung nach, wird sich nicht immer daran gehalten und auch das Maskentragen wird eher so lala gehandhabt. Je höher die Personen in der Firmenhierarchie stehen, je weniger tragen sie MNS. Top-Vorbildfunktionen...

      In den Produktionsabteilungen gilt die MNS-Pflicht, wenn 2 m Mindestabstand unterschritten werden. Da sehe ich aber auch oft Leute auf 50 cm ohne MNS. Und soweit ich weiß, wird in Spät- und Nachtschicht total drauf geschissen.
      Wir sind bis zum Dezember aber wundersamerweise trotzdem ohne einen einzigen positiven Fall über die Runden gekommen. Dafür haben wir jetzt innerhalb von 1 Woche zwei Fälle gehabt, die aber unabhängig voneinander sind.
      Ansonsten werden Mitarbeiter, die einen Fall in der Familie haben oder, wie bei mir einmal, wenn z. B. die Schulklasse eines Kindes in Quarantäne geschickt wird, für 4 - 5 Tage von der Firma aus nachhause geschickt oder ggf. Schnelltests organisiert.
      I've come to the point in my life where I need a stronger word than "FUCK".

      Esmeralda wrote:

      Ich persönlich denke, dass die Leute, die im HO abgammeln, genau die gleichen sind, die in der Firma abgammeln. Bei den anderen habe ich eher das Gefühl, dass sie sich noch mehr den Arsch aufreißen, weil sie genau davor Angst haben, dass man ihnen Faulheit unterstellt...


      Sehe ich auch so. Sagt auch mein Bruder. Sein Arbeitgeber (Automobilbranche) hat schon vor langer Zeit festgestellt, dass Mitarbeiter im HO oft effizienter arbeiten. Und da sie sich nichts nachsagen lassen wollen, auch eher mal bereit sind, Überstunden zu machen.

      Nochmal zu den Kindern:
      Wenn man die Möglichkeit hat, sich daheim die Zeit zu nehmen und sich um sie kümmern kann, dann ist das bestimmt alles wunderbar. Ich musste in den letzten Monaten Überstunden schieben. Hatte viel zu tun, dabei auch immer wieder viele Meetings mit dem Ausland, Online-Messen, Bewerbungsgespräche. Über mehrere Stunden andauernd. Mein Mann belagert das Büro im Keller. Ich sitze also überwiegend in der Küche. Ich kann mich da nicht ständig um die Kinder kümmern. DIe Kollegen sind zwar alle verständnisvoll, aber gerade wenn man einen Bewerber an der Strippe hat, will man nicht, dass alle naselang ein Kind reinplatzt. Und gerade die Kleine (7) ist derzeit ziemlich unausgeglichen. Der Große (9) sackt von den Noten her gerade ab. Und da geht es jetzt langsam um den Übertritt. Er hat das Potential für's Gymnasium (Aussage Lehrerin), aber ihm hat der Frontunterricht gefehlt. Er lernt so besser. Und es ist einfach so, dass die Kurzen sich von einem Lehrer eher was sagen lassen, als von der Mama. Ich war um jede Video-Botschaft von Lehrern froh. Und dabei läuft es bei uns ja noch einigermaßen. In unserer Grundschule sind in jeder Klasse 1-2 Kinder zurückgestuft worden. Ausschließlich Kinder mit Migrationshintergrund. Die Eltern können hier einfach die Hilfestellung nicht leisten, die die Kinder im Homeschooling benötigen würden. Und wir leben eher "ländlich", wie der Münchner sagt. Ich bin im Elternbeirat. Ich bekomme da viel mit. Ich habe mich auch selbst lange um ein Kind aus Syrien gekümmert. Hausaufgaben mit ihm gemacht, etc. ... die Eltern waren wirklich bemüht, aber hatten einfach nicht die Sprachkenntnisse, um das Kind zu unterstützen. Diese Kinder werden abgehängt.
      In der Arbeit läuft bei uns gerade die Bewerbungsphase für die im kommenden Herbst startende Ausbildung. Mal ganz davon ab, dass sich viel weniger Jugendliche bewerben (was haben die vor, fragen wir uns), sieht man bei denen, die sich bewerben, fast ausnahmslos einen Leistungseinbruch vom letzten Zwischenzeugnis zum Jahres-/Abschlusszeugnis. Danach gefragt, berichten alle davon, dass das mit dem Lockdown/Homeschooling zusammenhängt.

      Was sagt ihr zur Mutation? Ich denke ja, dass die eh schon verbreitet ist.

      Narannia wrote:

      Nochmal zu den Kindern:
      Ich hab ja gut reden mir zwei Jungs, die keine Betreuung benötigen. Ich kann mir schon vorstellen, dass die Kombi HO und Homeschooling nervenaufreibend ist. Ganz abgesehen von Eltern, die keine Möglichkeit für HO haben. Soviel Urlaub und Überstunden hat ja keiner (außer vielleicht Menschen in Pflegeberufen, die diese aber nicht nehmen dürfen und eher noch mehr aufbauen...), um das ganze zuhause betreuen abzudecken...
      Ich kann auch nachvollziehen, dass Präsenzunterricht für einige Kinder einfach besser ist.
      Da sehe ich auch einfach das große Problem, dass die Kultusminister der Länder da einfach kein Konzept haben. Präsenz bis der Arzt kommt und dann dumm aus der Wäsche schauen... Bei meinen Jungs sah der Distanzunterricht so aus, dass sie einen Stapel PDFs zum abarbeiten bekommen haben. Das ist doch kein Unterricht...
      Mein jüngerer Sohn war eh schon nicht so gut notentechnisch (größtenteils Faulheit und Schusseligkeit) und ist dann auch ziemlich abgesackt. Er hätte zwar coronatechnisch eine Nachprüfung machen können, aber macht das Jahr jetzt doch nochmal. Das ist ja auch keine Schande.
      Das eine zweite Welle kommt, war frühzeitig absehbar. Und selbst wenn nicht, so hätte es nicht schaden können, ein paar gute Konzepte für Distanzunterricht, abwechselnden Präsenz- / Distanzunterricht, ECHTEN Digitalunterricht usw. zu entwickeln. Stattdessen wurde es denen verboten anzuwenden, die es hatten (siehe Solingen) und dann die Schulsschließungen völlig konzeptfrei Freitagmittags über die Presse zu verlautbaren. Die Erstellung von Konzepten dürfen dann bitte die Lehrer übers Wochenende aus dem Ärmel schütteln.
      Auch zwischendurch vorm Lockdown war es für Eltern doch sicherlich extrem schwierig zu wuppen, wenn das Kind plötzlich von einem Tag auf den anderen bis zu 14 Tagen zuhause war, weil die Klasse in Quarantäne geschickt worden ist. Ich halte da einen planbaren Wechsel von Distanz- und Digital für sinnvoller, mit den Kindern in Präsenz, die das dringend benötigen, für sehr viel sinnvoller.
      Und wenn ich mir dann das neue Konzept der Schulministerin von NRW angucke, dann geht das doch weiter wie gehabt, auch wenn sie jetzt "Eskalationsstufen" hat. Ach ja... und FFP2 - Masken für die Lehrer und ein paar Broschüren zum Distanzunterricht. Yay! :|

      Narannia wrote:

      Was sagt ihr zur Mutation? Ich denke ja, dass die eh schon verbreitet ist.
      Die macht mir jetzt erstmalig ein bisschen Angst. Ein mutierter Virus, der deutlich ansteckender ist, im Zusammenspiel mit Menschen, die das mit der Eigenverantwortung nicht so ganz schnallen, könnte noch fies werden.
      Unter Umständen kommt uns dann der aktuelle Lockdown wie Kinderkacke vor...
      I've come to the point in my life where I need a stronger word than "FUCK".