057_AGOT_Catelyn 8

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      057_AGOT_Catelyn 8

      057_AGOT_Catelyn 8

      Jahr: 298 n.A.E.
      Datum: 25. Dezember
      Englischer Buchtitel: A Game of Thrones
      Deutscher Buchtitel: Das Erbe von Winterfell
      Seiten englische Ausgabe:
      Seiten deutsche Ausgabe: 227 - 242
      POV: Catelyn
      Laufende Nummer chronologische Reihenfolge: 057
      Laufende Nummer Buchreihenfolge: 1.56
      “When the snows fall and the white winds blow, the lone wolf dies but the pack survives.”

      George R.R. Martin,
      A Game of Thrones
      Catelyn sucht ihren Sohn auf, der in den Krieg zieht. Ich habe erst gar nicht verstanden, wie sie da überhaupt hingekommen ist, und habe gedacht, ich bin schon wieder im falschen Kapitel gelandet. Aber das klärt sich später auf.

      Sie reitetet mit den Söhnen von Lord Wyman Manderly zu Robb. Es wird mehrfach die immense Körperfülle der verschiedenen Manderleys kommentiert. Catelyn trifft schließlich in Moat Cailin ein, das offensichtlich mehr oder weniger eine Burgruine aus den Zeiten der Ersten Menschen ist, was ich auch nicht mehr so auf dem Schirm hatte. Es gibt noch drei bewohnbare Türme, ursprünglich sollen es einmal zwanzig gewesen sein. Die Größe der Westerosischen Burgen raubt einem ja manchmal den Atem.

      Nachdem Catelyn Robb schließlich umgeben von seinen Gefolgsleuten antrifft, machen diese ihre Aufwartung, als letzter Theon. Mich verblüfft immer diese Förmlichkeit, war sie doch letztendlich seine Ziehmutter, und er stammt ebenfalls aus dem Hochadel. Theon wundert sich, sie dort zu sehen, und sie erklärt, wie es sie nach Moat Cailin verschlagen hat:
      "I had not thought to be here," Catelyn said, "until I came ashore at White Harbor, and Lord Wyman told me that Robb had called the banners. You know his son, Ser Wendel," Wendel Manderly stepped forward
      and bowed as low as his girth would allow. "And my uncle, Ser Brynden Tully, who has left my sister's service for mine."
      Wenigstens Ser Rodrick durfte nach Winterfell zurück, aber auch nur, weil er zum Kastellan ernannt wurde.

      Dann kommt der schöne Satz vom Greatjon:
      "Have no fear on that count, Lady Stark," the Greatjon told her in his bass rumble. "Winterfell is safe."

      Schließlich fragt Lord Bolton nach Tyrion, da muss Catelyn dann zugeben, dass dieser nicht mehr ihre Geisel ist. Die Chance, ihre Töchter mit einer anderen Geisel auszulösen, sind also dahin. In ihrer Erinnerung lässt sie die Verabschiedung von Lysa Revue passieren, die nicht positiv verlief. Lysa reagierte ausgesprochen ablehnend auf Catelyns Voschlag, ihren Sohn Robert als Mündel mit nach Winterfell zu nehmen. Sie drohte sogar mit einem Abgang durchs Mondtor. Aber letztendlich hat Lysa ihrem Sohn wohl damit erstmal das Leben gerettet.

      Nun möchte Catelyn ihren Sohn alleine sprechen, schickt alle weg, auch Theon. Dieser lächelt nur und geht. Ich finde erneut, er wird nicht wie ein Ziehsohn, sondern wie ein Untergebener behandelt. Wenn ich die Stellen jetzt so lese, kann ich sein späteres Handeln besser nachvollziehen. Mit Robb diskutiert Catelyn Kampfstrategien. Robb hat gute Ideen, aber sie scheint genug von Kriegsführung zu verstehen, um ihn zu korrigieren bzw. ihm den richtigen Weg zu weisen. Robb ist auch erst 15, das ist wirklich jung. Er berichtet, dass Lord Tywin gegen einen Lord Erik oder Derik gezogen ist; gut gegangen ist das für Lord "Erik" und seine Leute auch nicht. In einer anderen Form wird Catelyn viel, viel später auch auf diese Leute treffen...

      Ein weiteres Thema sind natürlich auch Neds Verhaftung und Sansas Brief. Catelyn erkent sofort, dass das eigentlich Cerseis Brief ist und dass Sansa nun als Geisel von den Lannisters gehalten wird. Dann stimmt Cat ihren Sohn vebal darauf ein, Anführer zu sein. Sie erinnert ihn daran, dass die Männer, die mit ihm gezogen sind, nicht seine Freunde, sondern Gefolgsleute sind. Nachdem Robb ganz klar geworden ist, wie er weiterziehen will, möchte er natürlich auch seine Mutter sicher nach Winterfell eskortieren lassen. Und jetzt die große Überraschung:
      "I am not going to Winterfell," she heard herself say, surprised at the sudden rush of tears that blurred her vision. "My father may be dying behind the walls of Riverrun. My brother is surrounded by foes. I must go to them."
      Genau, es warten wichtige Aufgaben, was soll man sich da um die blöden Blagen kümmern. Dafür gibt es Angestellte. (Ich weiß, ich bin da sehr voreingenommen. Aber ich denke an den armen, kleinen, wütenden Rickon und den überforderten Bran. Vielleicht will sie sich ablenken, aber sie hat halt noch andere Kinder, um die sie sich kümmern muss.)

      Hildegunda wrote:

      Catelyn trifft schließlich in Moat Cailin ein, das offensichtlich mehr oder weniger eine Burgruine aus den Zeiten der Ersten Menschen ist, was ich auch nicht mehr so auf dem Schirm hatte.


      Im Buch wird die Burgruine deutlich besser beschrieben, als in der Serie. Mir war bis jetzt nicht klar, dass an "Maidengraben" (deutsch gefällts mir besser) kein Weg vorbei führt um in den Norden zu gelangen.

      Hildegunda wrote:

      Schließlich fragt Lord Bolton nach Tyrion, da muss Catelyn dann zugeben, dass dieser nicht mehr ihre Geisel ist.


      Wäre mir echt peinlich, zugegeben zu müssen die Geisel nicht mehr zu haben. Als Druckmittel hätte man Tyrion gut gebrauchen können, andererseits hat Catelyn mit Geiselnahme erst den Stein ins Rollen gebraucht.

      Hildegunda wrote:

      Ich finde erneut, er wird nicht wie ein Ziehsohn, sondern wie ein Untergebener behandelt.


      Vertrauensbasis wird es zwischen den beiden nicht geben. Mit "Nicht-Starks" in der Familie hat sie ihre Probleme, siehe Jon.

      Hildegunda wrote:

      Genau, es warten wichtige Aufgaben, was soll man sich da um die blöden Blagen kümmern.


      Nach dem Sager von Greatjon:

      Hildegunda wrote:

      "Winterfell is safe."


      ist es zumindest ein klein wenig nachvollziehbar.

      Hildegunda wrote:

      Ich habe erst gar nicht verstanden, wie sie da überhaupt hingekommen ist, und habe gedacht, ich bin schon wieder im falschen Kapitel gelandet.


      Genauso ging es mir im nächsten Dany Kapitel. Manchmal schon krass sprunghaft. Aber das liegt doch nicht an unserer chronlogischen Reihenfolge? Ich denke, Martin nimmt bewusst in Kauf, dass man sich immer wieder erst reinfinden muss.

      Hildegunda wrote:

      Mich verblüfft immer diese Förmlichkeit, war sie doch letztendlich seine Ziehmutter


      Mich verwundert bei Cat gar nichts mehr. Ich sehe es genauso wie rkhpd90. Sie hat Theon wohl nicht so viel Hass wie Jon entgegen gebracht, aber vermutlich auch nicht sehr viel mehr Liebe. Für mich ist Catlyn noch unsympathischer als in der Serie oder beim ersten Lesen. Das, was sie da mit Jon veranstaltet hat, empfinde ich immer noch als eine bodenlose Frechheit und Kühle. Jaaaaa, Ned hat sie angeblich betrogen, aber meine Güte, daran hat ja Jon keine Schuld. Und sie kannte ihn von frühster Kindheit an. In den letzten 14 Jahren hatte sie nie Gelegenheit, mal über ihren Schatten zu springen und dem unschuldigen Kind etwas mütterliche Wärme zukommen lassen? Genauso ist es mit Theon. Sie sieht sich hier in keinster Weise als Ziehmutter. Da haben Ned und die anderen Kinder eindeutig familiärere Gefühle Theon gegenüber. Und ihren eigenen Kindern gegenüber ist sie ja auch die Kühle in Person. Ich meine, dass sie nicht mal auf die Idee kommt, dass Rickon und Bran komplett alleine dort oben sind. Bran mit dieser schrecklichen Verletzung und Rickon noch ein Kleinkind, das sie noch vor Kurzem gestillt hat! Und Robb lässt sie auch einfach ins Unglück marschieren. Ich halte nicht viel von Cat - sorry.

      Hildegunda wrote:

      Genau, es warten wichtige Aufgaben, was soll man sich da um die blöden Blagen kümmern. Dafür gibt es Angestellte. (Ich weiß, ich bin da sehr voreingenommen. Aber ich denke an den armen, kleinen, wütenden Rickon und den überforderten Bran. Vielleicht will sie sich ablenken, aber sie hat halt noch andere Kinder, um die sie sich kümmern muss.)


      Ja, das hat mich so sauer gemacht.

      Meine Notizen:


      Robb und seine Mutter treffen aufeinandee und besprechen ihre Pläne für die Schlacht. Was ich mich dabei frage: Ist das nicht ziemlich dumm ? Sollte man nicht mal versuchen, das Knie zu beugen, um so Sansa und Ned zu retten? Man hätte es ja zumindest mal versuchen können. Anzugreifsn erscheint mir in der Situation nicht sehr klug. Was denkt ihr? Ansonsten bot das Kapitel nicht viel mehr als Kriegstaktiken.

      PS.: Muss mich erst wieder erholen von Cat, der Kühlen in Person X(
      “When the snows fall and the white winds blow, the lone wolf dies but the pack survives.”

      George R.R. Martin,
      A Game of Thrones

      SuSansa wrote:

      Bran mit dieser schrecklichen Verletzung und Rickon noch ein Kleinkind, das sie noch vor Kurzem gestillt hat! Und Robb lässt sie auch einfach ins Unglück marschieren.


      Der Logik nach müsste Sie sich wohl um die jüngsten ihrer Kinder kümmern. Robb ist von genug Gefolgsleuten umgeben, da wird man wohl auf Cat und Ihre Aktionen á la "Geiselnahme Tyrion" verzichten können. Wer weiss, was die sonst noch anstellt.

      SuSansa wrote:

      Ist das nicht ziemlich dumm ? Sollte man nicht mal versuchen, das Knie zu beugen, um so Sansa und Ned zu retten? Man hätte es ja zumindest mal versuchen können.


      Hhm, schwierig. würde ich an deren Stelle nicht wagen. Der "Tradition" nach endet dass für die Starks nie gut. Wenn schlussendlich all deren Köpfe auf den Pfählen aufgespießt würden...
      Andererseits um aus der Serie vorzugreifen, laut Cercei wäre Ned ja gar nicht hingerichtet worden. Das war ja ein Joffrey Alleingang in aller Öffentlichkeit, wo Cercei einfach nicht mehr eingreifen konnte. Somit hätte auch "das Knie beugen" funktionieren können.

      SuSansa wrote:

      Hildegunda schrieb:
      Genau, es warten wichtige Aufgaben, was soll man sich da um die blöden Blagen kümmern. Dafür gibt es Angestellte. (Ich weiß, ich bin da sehr voreingenommen. Aber ich denke an den armen, kleinen, wütenden Rickon und den überforderten Bran. Vielleicht will sie sich ablenken, aber sie hat halt noch andere Kinder, um die sie sich kümmern muss.)

      Ja, das hat mich so sauer gemacht.


      a.rogue.prince wrote:

      Catelyn ist mir auch oft unsympathisch. Dass sie ihrem Bruder und den im Sterben liegenden Vater beistehen möchte, finde ich nicht verwerflich.


      Bin ja auch alles andere als ein Cat-Fan und habe beim 1. Lesen auch gedacht, Cat solle gefälligst nach WF und sich um ihre kleinen Söhne kümmern. Jetzt sehe ich das aber komplett anders.
      Ihr Vater – zu dem sie ein sehr gutes Verhältnis hatte, liegt im Sterben und ihr Bruder bzw der Familiensitz ist – u.a. dank der Unterstützung v. Cat und den Starks – unter Belagerung geraten. Anders als ihre bescheuerte Schwester, hält Edmur zu ihr und kämpft für sie.
      Halte es unter den gegebenen Umständen also für eine absolut verständliche und auch moralisch richtige Entscheidung von Cat, ihrer Ursprungsfamilie in dieser Extremsituation und einem geliebten Vater, der im Sterben liegt, beizustehen.
      Außerdem fällt ihr diese Entscheidung offensichtl. nicht leicht (sie entscheidet sich dafür unter Tränen) und sie geht davon aus – auch durch Aussagen wie die vom Greatjon (was ja rkhpd90 schon angeführt hat) - dass WF sicher ist und somit auch Rickon und Bran. Vorsichtshalber hat Cat zusätzlich noch Ser Rodrick nach WF geschickt, um Maester Luwin zu unterstützen.
      Finde, man kann ihr hier kaum einen Vorwurf machen, zu leichtsinnig zu sein oder falsch zu handeln, indem sie nach Riverrun statt nach WF reitet. Mir wäre es unsympathischer gewesen, hätte sie die Tullys einfach so ihrem Schicksal überlassen.
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      Nebenbei erfahren wir auch, dass Cat Lysa vor ihrer Abreise vorschlug, Robin mit nach WF zu nehmen und dort aufzuziehen, damit er Kontakt zu Gleichaltrigen hat. Daraufhin ist Lysa völlig ausgeflippt und hat Cat angedroht, sie durch das Mondtor zu werfen – Schwester od nicht – wenn sie ihr ihren Sohn *stielt*. Hier bekommen wir auch gleich wieder Lysas Mordmotiv f. Jon Arryn auf dem Silbertablett serviert. Jon wollte ihr Robin *wegnehmen* und auf Dragonstone aufziehen lassen - also musste er sterben.
      Frage mich die ganze Zeit, ob ich durch diese Hinweise, von selbst drauf gekommen wäre, dass LF und Lysa Jon Arryn getötet haben. Glaube nicht, dass es mir beim ersten Lesen aufgefallen ist...In der Serie machte es für mich dann eher den Anschein, es ginge nicht so sehr um Robin, sondern Lysa wolle in erster Linie frei für LF sein. Aber das macht eigentlich wenig Sinn, denn dann hätte sie den Mord ja auch schon früher planen können.
      Ob sie oder LF die stärkere treibende Kraft hinter dem Mord war, ist ja eigentlich auch nicht so wirklich klar.
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      Interessant fand ich auch, dass Robb in diesem Kapitel, Howland Reed schriftlich um Unterstützung gebeten hat, sollten die Lannisters den Neck hochmarschieren.
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      Die Armeen des Nordens (so auch Robbs) bestehen – anders als die der freien Städte – also großteils aus Smallfolk. Aber was ist mit den südlichen Armeen? Wieso werden hier nur die freien Städte mit ihren Berufssoldaten zum Vergleich herangezogen?