Die Serie als Gesamtwerk

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      Jaehaerys wrote:

      Ich könnte mir auch vorstellen, dass es einen nicht unerheblichen Teil an Leuten gibt die auf den ersten Blick mit dem Ende zufrieden waren bedingt durch emotionale Verwurzelung mit der Serie oder auch dadurch bedingt, dass sich viele Leute SEHR negativ äußern.


      Ja und deswegen war ich bei Lost beim erstmaligen Schauen auch total begeistert. Alleine die ganzen Schauspieler zu sehen, die in der ersten Staffel oder in der zweiten gestorben waren und durch den Alternativstrang wieder kamen, da war ich emotional berührt. Ich habe erst beim zweiten Mal gesehen, dass das einfach nur eine emotionale Blendung ist und nichts dahinter steckt. Ich glaube, man kann GOT auch so schauen, nur zahlt man dafür mit dem Preis, dass man hier im Forum nicht mitliest und die Bücher nicht liest und sich richtig tief ins Fandom suhlt. Je tiefer man sich darin suhlt, desto weniger kann man sich von den Schauwerten blenden lassen.

      hodor wrote:

      Jaehaerys wrote:

      Mir wäre halt wahrscheinlich einfach eine Vorreiterrolle bezüglich Konsistenz, Immersion und logischen Aufbau einer Welt / Geschichte lieber gewesen
      Mir ja auch. ;)
      Aber bei Star Wars, wo auch die Filme der OT voller Löcher, Fehler und ausgemachtem Blödsinn sind, fragt da keiner mehr danach. Ich war Teenie als ich sie gesehen habe, die Schwächen haben mich überhaupt nicht interessiert, und ich halte es immer noch für supergut, und der Rest der Welt auch. Man lacht über die Schwächen, wichtiger ist das Feeling, das man hatte beim ersten Sehen, die Prägung. Das Phänomen, der Hype ist stärker. Das meinte ich.
      Viele Fans von GoT sind immer noch begeistert, total geflasht und so.


      Mich würde mal interessieren, was GOT für die nächste Generation ist. So wie für uns eine verstaubte Serie wie - keine Ahnung - Bonanza. Oder eher so wie Star Wars, wo es auch nach Jahrzehnten noch geschaut wird.

      Und ja bei einem muss ich dir auch wirklich Recht geben. Egal wie die Schwächen sind, diese Serie hat es geschafft, dass ich mich mit zig Leuten darüber unterhalten habe. Deswegen wird diese Serie auch immer eine Herzenssache bleiben, egal wie enttäuscht ich über einige Dinge war. Auf der Metaebene war sie für mich etwas, was ich zuvor nie erlebt habe. Ich habe nie zusammen mit einer Gruppe von Leuten zusammen eine Serienfolge gesehen. Ich glaube, das sieht leider nicht jeder so.

      Und noch was. Mit den Fehlern. Jetzt ist es alles noch emotional, aber vielleicht können wir ja irgendwann wirklich mal drüber lachen. Oder halt bisserl liebevoll ablästern. Mein Mann ist da nicht so tief drin wie wir und der macht die ganze Zeit so Sprüche und hat Spaß dran. Wenn ich motze von wegen, wie kommen die so schnell von a bis b, dann sagt er, das ist weil die Welt von Westeros im Laufe der Staffeln geschrumpft ist. Der ist dann in dem Moment nicht sauer auf die Serienmacher, er amüsiert sich einfach.
      “When the snows fall and the white winds blow, the lone wolf dies but the pack survives.”

      George R.R. Martin,
      A Game of Thrones

      Post was edited 1 time, last by “SuSansa” ().

      Finde es sehr schwierig, das zu bewerten. Einerseits hat Game of Thrones Standards gesetzt. Sie hat gezeigt, dass Fantasy auch in Serie geht und auch den Mainstream begeistern kann. Sie hat gezeigt, dass eine gute US-Serie nicht nur mit amerikanischen Schauspielern funktionieren kann, sondern sich bewusst dazu entschieden, einen weitestgehend europäischen Cast zu präsentieren, was ich als sehr gelungen einschätze. Die Serie hat Maßstäbe in Sachen Kostümdesign, Kameraführung, Schnitt, Drehorte, Spezialeffekte und CGI gesetzt, was Serien angeht. Nicht zuletzt sollte auch der Soundtrack erwähnt werden, der viel von GoT ausmacht und bei dem man merkt, wie viel Liebe und Fleiß Ramin Djawadi dort hineingesteckt hat. Für ihn freut es mich besonders, dass er aus dem Schatten von Hans Zimmer herausgetreten ist und der nächste "große Deutsche" in den USA in Sachen Filmmusik wird.
      Die ersten Staffeln gehören auch sicherlich zu dem besten, was man im Fernsehen bisher an Serien zu sehen bekommen hat. Andere Serien werden sich daran messen lassen müssen. Ich glaube allerdings, dass gerade die letzten beiden Staffeln auch als Negativbeispiel in Erinnerung bleiben werden dafür, wie man eine Serie durch falsches Pacing auch verschlechtern kann. Diese Staffeln sind immer noch hervorragende Fernsehunterhaltung, reichen aber nicht an die Komplexität der Vorgängerstaffeln heran, was ein Manko darstellt im Vergleich zu anderen Serien, die vielleicht nicht so stark waren in den o.g. Bereichen, dafür aber eine deutlich kohärenteren Verlauf nahmen.


      Wer vergleicht das Lostfinale immer mit dem Game of Thrones Finale? Das kam zumindest laut IMDB im Verhältnis zur Serie sehr gut weg. Anders als GOT.

      “When the snows fall and the white winds blow, the lone wolf dies but the pack survives.”

      George R.R. Martin,
      A Game of Thrones
      Ich bin eigentlich nicht der Typ, den man als Serienjunkie bezeichnen kann. Klar guck ich auch mal gern ne Serie (sämtliche Star Treks zum Beispiel), aber wirklich echte Faszination und das Hypen vor jeder Staffel und Episode sind eher selten.

      Bei GoT packte mich dann irgendwann das Fieber. So eine Serie hatte ich noch nie gesehen. Dieses Setting in Verbindung mit super tollen Schauspielern und vor allem richtig guten Dialogen. Die Art der Erzählung und natürlich einzelne Ereignisse wie Neds Tod und die Rote Hochzeit waren aus meiner Sicht absolut fantastisch.

      Am meisten begeisterten mich die Dialoge. Und aus meiner Sicht waren diese stets das Tragende. Serien mit super tollen Special Effects und bombastischen Schauplätzen gibt es wie Sand am Meer. Aber wenn du Dialoge hast, in denen man jedes Wort aufsaugt und interpretiert, weil all zu oft in Nebenbemerkungen unfassbar wichtige Informationen versteckt sind, dann ist das finde ich was ganz besonderes.

      Natürlich hatte ich über die Zeit hinweg immer mal wieder Lieblingscharaktere, wie Daenerys, die Starks, Jon, Tyrion, Sam etc. Doch viel wichtiger war mir eigentlich immer die Qualität der Erzählung, das große Zusammenwirken einzelner Stränge. Bis Staffel 6 gab es da für mich immer wieder dieses besondere Feeling, welches halt nur GoT konnte.

      Staffel 7 halte ich dann leider für die schlechteste aller Zeiten, denn plötzlich wurde auf das Erzählen in typischer GoT-Manier verzichtet und auf bombastische Bilder gesetzt. Na klar, auch ich hörte mich jubeln, als die Lennister-Armee von den DDD (Daenerys, Drogon, Dothraki) angegriffen wurde. Ich erinnerte mich, was König Robert zu Ned sagte, nämlich dass dies seine größte Angst sei. Doch was anfangs noch toll erschien, kehrte sich schnell um, als man das Leid der Soldaten sah und man in Gestalt von Tyrion über das verbrannte Feld lief. Ich glaube, das war das erste Mal, dass ich spürte, dass Daenerys keine "von uns" mehr war, denn es bedurfte andere Personen, die ihre Taten sichtbar machten.

      Wenn man sich Reaction-Videos über diese Szene ansieht, sieht man im übrigen exakt dasselbe. Erst jubeln alle Zuschauer, doch das ändert sich schnell.

      Staffel 8 baute auf der siebten auf. Und da diese meiner Meinung nach super schlecht war, konnte das Finale nicht die hohe Qualität erreichen.

      Man stelle sich vor, Staffel 1 wäre im Stil der letzten beiden Staffeln produziert worden. Wichtige Dialoge, wie zwischen LF und Ned oder Robert und Ned, wären nie gezeigt worden, wenn sie denn überhaupt off screen passiert wären. In den ersten Staffeln wurde noch viel miteinander gesprochen und diskutiert, es wurden Informationen ausgetauscht und weitergegeben, auch für den Zuschauer. In Staffel 7 & 8 wurde sich hingegen angeschwiegen, angezickt, misstraut. Das war einfach too much. Und die paar spannenden Unterhaltungen wurden uns verwehrt (Jons Identität).
      Ich hätte keine zwei Episoden geguckt damals, wenn GoT so gestartet wäre.

      Das Grundgerüst, die Dialoge, wurden komplett gestrichen. Das macht das Ende so schlecht. Finde ich.

      Nefertari wrote:

      Das Grundgerüst, die Dialoge, wurden komplett gestrichen. Das macht das Ende so schlecht. Finde ich.

      Bei Star Wars kann das klappen, Lucas ist legendär für seine wackligen Dialoge, bei GOT war es aber das Herz der Serie. Mir ist es zum ersten Mal wirklich aufgefallen bei der Sansa-Arya-LF - Sache in Season 7. Wieso reden sie nicht? Dachte ich zunächst, und vermutete schlechtes Drehbuch, um den Twist zu erzeugen.
      Inzwischen frage ich mich: Wieso schreiben sie keine Dialoge?
      Dann hab ich mir angeguckt, welche Drehbücher in der Serie von D+D geschrieben wurden, und es war klar, dass sie es nicht können - und nicht etwa nicht wollen. Das muss ihnen jemand gesagt haben in den letzten Jahren, und ihre Reaktion war, die Dialoge auf ein Minimum zu beschränken, anstatt Dialogschreiber anzuheuern.
      HODOR !
      Die Serie finde ich absolut grandios .
      In ersten Staffeln erstellen D & D ein tolles Grundgerüst und erzählen ihre Geschichten . Wie diese 3 Geschichtsstränge durch die Gesamtserie verläuft und miteinander verbunden sind .
      Ich kann auf Anhieb nicht sagen welche mir besonders gefallen hat ,
      Azor Ahai und Lichtbringer mit der Anlehnung an die Nissa Geschichte aus den Büchern ,
      das Spiel um den eisernen Thron , diese Machtspiele , Pläne usw ,
      das Lied von Eis und Feuer , der Teil der Serie der über allem anderen liegt , wie es sich unweigerlich in diese eine Richtung entwickelt und sie Staffel für Staffel noch ein drauflegen .

      Nach 7 Staffeln legen sie alle Karten auf den Tisch und präsentieren wirklich tolle Finale Folgen , Spannung bis in die letzten Minuten .
      D&D hatten am Anfang ein Konzept für ihr Ende , von den ersten Minuten an . Es war nicht immer ein einfaches GOT-Puzzle ,aber wenn es gelöst ist um so genialer .... aber schwer zu verdauen .

      Wirklich Schade das sie Star Wars abgelehnt haben .
      @Copasallior

      In ersten Staffeln erstellen D & D ein tolles Grundgerüst


      Hier konnten sich D&D noch an der literarischen Vorlage orientieren. GRRM verfasste sogar das Drehbuch zu jeweils einer Episode der ersten vier Staffeln.

      Azor Ahai und Lichtbringer mit der Anlehnung an die Nissa Geschichte aus den Büchern...


      ... spielten in der Serie keine Rolle. Die Interpretation, Daenerys stelle die Fusion von Nissa Nissa und der Dunkelheit dar, ist aus diversen Gründen absurd.

      das Spiel um den eisernen Thron , diese Machtspiele , Pläne usw ,


      Angesichts des kognitiven Abbaus von Tyrion, welcher sich bereits seit dem Beginn der 7. Staffel in seinen "Plänen" manifestiert, hätte jeder verantwortungsvolle Arzt erst einmal eine sorgfältige neuropsychologische Untersuchung des Kleinwüchsigen veranlasst.

      das Lied von Eis und Feuer , der Teil der Serie der über allem anderen liegt , wie es sich unweigerlich in diese eine Richtung entwickelt und sie Staffel für Staffel noch ein drauflegen .


      Ja, die machten tatsächlich etwas drauf, und zwar so viel davon, dass das erzählerische Niveau gänzlich unter dem entsprechenden Haufen verschwunden ist.

      Nach 7 Staffeln legen sie alle Karten auf den Tisch und präsentieren wirklich tolle Finale Folgen , Spannung bis in die letzten Minuten


      Nun, das muss man glauben. Wissen kann man hingegen, dass die 8. Staffel einer einzigen Aneinanderreihung elementarer Inkonsistenzen gleichkommt.

      Bisher war noch kein Befürworter der 8. Staffel in der Lage, die simpel formulierte Frage zu beantworten, welchen konkreten Grund Daenerys im Geiste vor sich selbst anführte, um die plötzliche Zerstörung IHRER(!) eigenen Hauptstadt (samt den Zivilisten) und den damit in Verbindung stehenden, direkten Verstoß gegen die tief in ihrem Inneren verankerten Prinzipien und Maximen zu begründen.

      Die Realisierung eines derartigen Massakers bedarf eines starken Motivs. Wie soll Selbiges ausgesehen haben?
      Am Ende wurde nicht aufgeklärt was die weißen Wanderer wollen, was diese ganzen Spiralen bedeuten, usw. und viele Handlungsstränge sind ins Leere verlaufen. Dadurch werden für mich auch vorherige Staffeln schlechter.

      Liegt aber vielleicht auch daran, dass ich erst nach Staffel 7 die Bücher gelesen habe. Rückwirkend finde ich jetzt Staffel 1 am besten und danach wird jede Staffel schlechter als die vorherige. Ab Staffel 5 werden die Charaktere und Weltgesetze langsam zerstört. (z.B. Kleinfinger gibt Sansa an die Boltons) oder (Cersei jagt die Septe hoch und es hat keine negativen Folgen).