Episode 8x06 - The Iron Throne

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      Bei mir ist es leider auch so, dass ich gar nicht mehr gerne an die letzte Staffel GoT, insbesondere die letzte Folge, denken möchte. Im Normalfall hätte ich die gesamte Serie schon 2-3 mal ge-rewatched, aber bei GoT hat mich bisher stets irgendetwas davon abgehalten. Vielleicht möchte ich die tief sitzende Enttäuschung in mir einfach nicht nochmal entfachen.
      Zwar kann ich zumindest umsetzungstechnisch immer noch allen Folgen auch Positives abgwinnen- es gibt wahrlich einige grandiose Einzelszenen und (für mich) hochemotionale Momente, die man sonst nur aus dem Kino-Fromat kennt (gerade auch in der so verhassten letzten Folge)-
      aber was nützt das alles, wenn die gesamte Handlungsentwicklung im Lichte einer so schändlichen Inkohärenz mit dem zuvor so aufwändig und durchdacht konzipierten Universum steht? Wenn Figuren mit einem über viele Staffeln etablierten, komplexen Charaktergerüst sich plötzlich total untypisch und bescheuert verhalten? Wenn wichtige Ereignisse oder Schicksale nicht zu Ende erzählt werden? Wenn eine über Jahre aufgebaute, vermeintlich unbezwingbare Bedrohung in der einzigen Auseinandersetzung einer einzigen Folge im wahrsten Sinne des Wortes pulverisiert wird? Wenn der angekündigte, potentiell über Jahre oder gar Jahrzehnte andauernde Winter und damit verbunden die so gefürchtete lange Nacht nur 5 Minuten dauert? Wenn sämtliche Kriegsgeneräle über Nacht alle Geschicke der Kriegs-/ und Verteidigungskunst vergessen und ganze Armaden von Soldaten vollkommen sinnlos in den sicheren Tod schicken? Wenn die Usurpatorin sich samt Gefolgschaft vor den Stadtmauern der Hauptstadt quasi auf dem Präsentierteller vorstellig macht, der herrschenden Regentin aber zu keinem Zeitpunkt in den Sinn kommt, die potentielle Bedrohung auszuschalten und den Krieg gleich hier und jetzt zu beenden? Wenn nahende Schiffsflotten vom Rücken eines Drachen aus so lange nicht erkannt werden, bis selbige zielsicher mit einem Ballisten vom Himmel geholt werden können? Wenn sich die selbst ernannte rechtmässige Tron-Erbin, die es sich auf die Fahnen geschrieben hat, dem Königreich Frieden zu bringen, binnen weniger Augenblicke zur rasenden Massenmörderin mutiert? Die Aufzählung könnte noch lange so fort geführt werden...
      Nicht zu vergessen die Unzahl an Anschluss-/ und Formfehlern von kleinen Schnitzern wie herumstehenden Starbucksbechern bis hin zu schmerzhaften Fails wie der Tatsache, dass der Red Keep auf einmal nicht mehr am Wasser steht oder Gendry sich Rivers nennt....

      Ich muss Maegwin mit jedem Wort zustimmen, obwohl auch ich mich immer eher als Verteidiger der Serie sah- doch im Lichte des etablierten barbarischen Universums und der durchgängig rivalisierenden Fraktionen und Stämme, der zahllosen politischen Intrigen, Ränkeschmiedereien und dem endlosen Machtgehabe ist die Tatsache, dass ausgerechnet ein Krüppel mit ominösen magischen Fähigkeiten zum König ernannt wird an Absurdität nur noch dadurch zu überbieten, dass das Ganze von einem gefangen genommenen Zwerg initialisiert wird, dessen Kopf eigentlich längst auf einem Spiess stecken sollte. Mal abgesehen vielleicht von Vikings gibt es wohl kaum noch eine Serie, die ein so ausgiebig detailliertes Bild des Status Quos zeichnet, in dem ausschliesslich von den Starken und Mächtigen die Geschicke der Welt bestimmt werden und die Schwachen/Beeinträchtigten keinen Platz haben. Dass dann ausgerechnet ein "Rollstuhlfahrer, ein Kleinwüchsiger, ein Dicker, ein Mannsweib, ein Kneipenschläger, ein verkrüppelter Schmuggler und ein kastrierter Ausländer" (sorry für den Diebstahl dieser Zeile) die Demokratie innerhalb einer einzigen Ratssitzung etablieren und die wenigen verbliebenen Lords von Westeros das mal eben so abnicken ist so grotesk dumm, dass man einfach nicht mehr viel dazu sagen kann. Und wer zum Geier war überhaupt dieser namenlose Repräsentant aus Dorne? Und warum sollte das so selbstbewusste und stolze Dorne den Vorschlag von einem krüppeligen Fürsten des Nordens regiert zu werden ohne auch nur ein einziges Zucken abnicken? Und was zum Teufel machen Figuren wie Sam und Brienne überhaupt in so einer Ratssitzung? Und warum steht Sam eigentlich nicht hinter Jon und erwähnt vielleicht mal so nebenbei, dass selbiger der EINZIGE ist, der nach westerosischen Sitten noch am Ehesten Anspruch auf den geschmolzenen Batzen Metall der mal der eiserne Tron war, erheben könnte? Und warum laufen am Ende die Dothraki fröhlich an Jon vorbei? Ich meine.... immerhin hat er ja ihre verehrte Khaleesi abgestochen, das Blut ihres Blutes und so... nur mal so nebenbei...
      Auch wenn ich unmittelbar nach dem Ende der Serie von Wehmut und Emotionen geblendet war, diese Ratssitzung und das Happy End gehören im Nachgang insgesamt für mich zu den undurchdachtesten und misslungensten Szenen aller Staffeln. Einfach nur lachhaft. Ganz egal wie eilig man es hatte und welche Hürden einem adäquaten Abschluss auch im Weg standen, mit den letzten 4 Folgen der Serie haben D&D aus der potentiell grössten Geschichte aller Zeiten den grössten Witz aller Zeiten gemacht.
      ich bin der singende, tanzende Abschaum der welt.

      Maegwin wrote:

      Du hast offensichtlich die ersten 7,9 Staffeln verpasst und keine Vorstellung, welche fiktive Welt hier geschaffen wurde. Ansonsten bleibt fraglich, wie man um die Stellung von Frauen, Kleinwüchsigen, Emporgekommenen, echt oder vermeintlich als effeminiert erachteten Männern und allgemein körperlich Versehrten in Westeros nicht wissen kann.

      Diese im wahrsten Sinne des Wortes sprunghaften Beschuldigungen zu deiner Sichtweise auf benachteiligte Menschengruppen nehme ich als vollkommen daneben wahr, ich kann aber glaube ich im Ansatz nachvollziehen, woher das Unverständnis über die Kritik an dem schwachsinnigen Ende kommt.
      Ich finde, die Serie arbeitet nämlich tatsächlich relativ konsequent auf ein derartiges Ende hin. Du hast ja glaube ich nicht alle Staffeln gesehen, von daher weiß ich nicht genau, was du alles mitbekommen hast. Aber die Anklänge, was ein Leben in einer feudalen Gesellschaft bedeutet, fliegen im weiteren Serienverlauf immer mehr raus. Am Ende hält Cersei halt zusammen mit Qyburn und Un-Gregor den gesamten Süden und ob man eine Region unter Kontrolle hat, hängt nur noch davon ab, ob man irgendeinen Lord auf seine Seite gezogen hat. Truppenstärke, Entfernungen, Lehnstreue, Bräuche, nichts spielt mehr eine Rolle, alles verkommt zu einem Kammerspiel, in dem alleine die Sympathien der Drehbuchschreiber zu den Figuren irgendeine Form von Einfluss besitzen. Wenn man sich darauf erst einmal einlässt, ist grundsätzlich alles möglich und letztlich auch "logisch". Daraus resultiert dann eben, dass es vollkommen egal ist, wer du bist, es existiert schließlich kein System mehr, welches dich bekämpfen könnte, höchstens eine andere Einzelperson.
      Vor diesem Hintergrund fand ich beispielsweise die Belustigung der Lords über Sams Vorschlag zur Demokratie fast schon unangebracht. Es wäre vielmehr die logische Konsequenz gewesen. Bran wäre dann halt Präsident geworden, die anderen irgendwelche secretaries und ministers, irgendwer hätte noch nen Senat und ein Repräsentantenhaus aufgemacht und die Königslande in Bundesstaaten umbenannt und fertig. Ich bin mir sicher, es hätten sich einige aufrechte Demokratieverteidiger gefunden, die das für überragend befunden hätten.
      "You're going to fight that?"
      "I'm going to kill that."

      Springer wrote:


      Du reitest dich nur weiter rein, aber ich lese hier nicht zum ersten Mal, dass du es nicht gut sein lassen kannst, nachdem du ordentlich daneben gelangt hast.


      Maeg reitet sich immer weiter rein? Schau mal an, so gehen die Meinungen auseinander. Ich hatte nämlich eher das gegenteilige Gefühl. Du findest die letzte Staffel und die allerletzte Folge toll, weil du es scheinbar irgendwie schaffst dir einzureden, dass das alles total konsequent und glaubhaft gewesen ist. Gut für dich. Geht den meisten anderen Menschen nur eben nicht so. Und deine Antwort darauf, dass da doch wohl einiges im Argen ist, war dann sinngemäß "wer das Ende blöd fand, hat offenbar was gegen Hässliche und Behinderte". Naja, kann man machen, muss aber nicht...

      Ich will die Liste, die el_drogo schon angefangen hat, jetzt auch gar nicht wiederholen, sondern nur anmerken, dass man sie locker auf drei bis vier weitere Seiten erweitern könnte und hätte vermutlich immer noch nicht allen Blödsinn und alle Ungereimtheiten abgedeckt: Angefangen von dem offensichtlich halbtoten Witz, der zum König gekrönt worden ist, über die Tatsache dass Bronn (ein Mann, der in der Serie selbst kurz zuvor noch gesagt hat dass er nicht wisse wie ein Kredit funktioniert weil er sich noch niemals Geld leihen musste) zum Lord von Highgarden gemacht wird als Belohnung dafür Jaime und Tyrion mit einer Armbrust bedroht zu haben, bis hin zu Arya, bei der die Produzenten sich offensichtlich nicht getraut haben sie einfach sterben zu lassen und die sich daher in ihrer letzten Szene einfach mal dafür entscheidet Dora the f***ing Explorer zu werden. Tolle Wurst.
      Lang lebe König Staublin, Herr der Mummers vom geheimnisvollen Volk der Doom.
      Ich habe tatsächlich nach dem Ende der Serie nicht eine einzige Folge wieder gesehen, kann mich noch nicht einmal erinnern gewisse Szenen noch einmal gesehen zu haben, das meiste waren dann doch Verrisse und Parodien.
      Wenn ich das rekapituliere fand ich die letzte Folge nur ganz geringfügig besser als die davor. Aber zugegeben nachdem die größte Bedrohung Westeros mal eben mit einem Taschenmesser ausradiert wurde ohne nachdem ich wusste warum der das überhaupt macht, war für mich sowieso der letzte Funke für diese Serie erloschen. Und es war schwer den Unsinn noch zu toppen, nachdem Daenerys eine Folge zuvor im Moment ihres größten Triumphs der Meinung war eine ganze Stadt auszuräuchern, die sie sich seit endlosen Staffeln geschworen hatte gerecht zu regieren.

      Das Ende hinterlässt für mich so den Eindruck, dass man unbedingt die lustigsten und vielleicht noch beim Zuschauer am sympathischsten in Erinnerung gebliebenen Charaktere unbedingt als neue Elite von Westeros etablieren wollte. Klar hat man dabei völlig auf Logik geschissen, wenn weder Eignung noch körperliche Attribute zu dem in der Serie etablierten feudalen Weltbild passen.

      Ser Oberyn Martell wrote:


      Aber die Anklänge, was ein Leben in einer feudalen Gesellschaft bedeutet, fliegen im weiteren Serienverlauf immer mehr raus. Am Ende hält Cersei halt zusammen mit Qyburn und Un-Gregor den gesamten Süden und ob man eine Region unter Kontrolle hat, hängt nur noch davon ab, ob man irgendeinen Lord auf seine Seite gezogen hat. Truppenstärke, Entfernungen, Lehnstreue, Bräuche, nichts spielt mehr eine Rolle, alles verkommt zu einem Kammerspiel, in dem alleine die Sympathien der Drehbuchschreiber zu den Figuren irgendeine Form von Einfluss besitzen. Wenn man sich darauf erst einmal einlässt, ist grundsätzlich alles möglich und letztlich auch "logisch". Daraus resultiert dann eben, dass es vollkommen egal ist, wer du bist, es existiert schließlich kein System mehr, welches dich bekämpfen könnte, höchstens eine andere Einzelperson.
      Vor diesem Hintergrund fand ich beispielsweise die Belustigung der Lords über Sams Vorschlag zur Demokratie fast schon unangebracht. Es wäre vielmehr die logische Konsequenz gewesen. Bran wäre dann halt Präsident geworden, die anderen irgendwelche secretaries und ministers, irgendwer hätte noch nen Senat und ein Repräsentantenhaus aufgemacht und die Königslande in Bundesstaaten umbenannt und fertig. Ich bin mir sicher, es hätten sich einige aufrechte Demokratieverteidiger gefunden, die das für überragend befunden hätten.


      Mir ist bewusst, dass das meine Kritik teilweise ein klassisches "Telenovela-Problem" ist und kein Problem der letzten Folge. Sprich: Es mag recht harmlos und absehbar sein, dass Huanita und Carlos aus der Logik der Serie heraus ein Paar werden. Nur die Verdichtung aus Verwechslungen, geheimen Adoptionen, Liebschaften, Morden aus der Vergangenheit und verstorbenen Erbonkeln die dazu geführt hat ist es, die einem durchschnittlichen Menschen Tränen in die Augen schießen lässt. Nicht Tränen der Rührung, die anderen Tränen.
      Das Problem liegt aus meiner Sicht insbesondere darin, dass sich die Serie aus dramaturgischen Gründen allein auf Extreme konzentriert und das Hintergrundrauschen aus Durchschnitt, das bei Martin doch durchgehend präsent ist, teils aus Gründen der Übersicht, teils der Quotenjagd wegen einfach weglässt. Diese Lächerlichkeit des Finales entsteht ja insbesondere durch die weitere Verdichtung dieser Extreme. Den Fanservice hatten wir ja auch schon mehrmals, da muss ich vermutlich nichts mehr schreiben.

      Abgesehen davon ist auch die delivery mal wieder beeindruckend überhastet und schlecht. Deswegen sei nicht unerwähnt, dass ich von der Idee eines mehrtausendköpfigen doch sehr kurzlebigen Kastratenhauses äußerst angetan war. Da hat Davos mit der Weitsicht geliefert, die ich vom Master of Ships erwarte!
      Noch schöner finde ich allerdings die Anlandung von zehntausend arbeitslosen Kriegern auf einer winzigen paradiesischen pazifistischen Insel, die Schmetterlinge streicheln, Nektar schlürfen und von Blüte zu Blüte hüpfen. Der Buchkenner freut sich hier über den geheimen Epilog, bei dem allesamt nach kürzester Zeit an Schmetterlingsfieber verrecken.
      I have been despised by better men than you.
      Grundsätzliche Zustimmung, worauf ich glaube ich vor allem hinauswollte, ist die auf verschiedene Weise getätigte Aussage, dass "dieses Ende" (gemeinhin die letzte halbe Stunde) mit allem bricht, was davor war. Wenn man sich jetzt Staffel 1, 2 oder 3 nimmt, wird das im Großen und Ganzen stimmen (auch wenn sogar da einiges schon schief war), allerspätestens ab Staffel 5 lassen sich aber denke ich die von mir angeführten Punkte zur mangelnden inneren Koheränz auffinden. Und davon ausgehend dann eben meine sicherlich überspitzte These, dass das Ende einfach nur die konsequente Fortführung der Entwicklung war und deshalb einige die Kritik am Ende gar nicht so recht nachvollziehen können, schließlich fügt es sich (unter gewissen perspektivischen Voraussetzungen) ja doch so schön ein. Insgesamt bin ich manchmal sogar weniger darüber verwundert, dass Leute das Ende gut fanden, als darüber, dass Leute ein gutes Ende erwartet haben. Da scheint mir die Serie stark von den ersten Staffeln gezehrt zu haben.
      "You're going to fight that?"
      "I'm going to kill that."
      Grundsätzliche Zustimmung, worauf ich glaube ich vor allem hinauswollte, ist die auf verschiedene Weise getätigte Aussage, dass "dieses Ende" (gemeinhin die letzte halbe Stunde) mit allem bricht, was davor war. Wenn man sich jetzt Staffel 1, 2 oder 3 nimmt, wird das im Großen und Ganzen stimmen (auch wenn sogar da einiges schon schief war), allerspätestens ab Staffel 5 lassen sich aber denke ich die von mir angeführten Punkte zur mangelnden inneren Koheränz auffinden.


      Ich würde das für zwei unterschiedliche Ebenen halten. Auf der erzählerischen Ebene ist der Bruch vorhanden, weil die Geschichte nicht hinreichend Futter bietet die etablierten Prämissen umzukehren. Königin C. und Königin D. dürften beispielsweise weniger dazu beigetragen haben, ein positives Bild weiblicher Herrscherinnen zu etablieren, ähnliches gilt für die verbleibende Haribo Wundertüte voller Lakritz. Während heroische, öffentlichkeitswirksame Taten jedes einzelnen Fanlieblings in der Gesamtschau immer noch lächerlich wären, gibt sich die Serie ja nicht einmal die Mühe.

      Dass das Raumschiff D&D den Orbit auf der ausführenden Ebene bereits vor längerer Zeit verlassen hat und diese Absurdität gewissermaßen nur noch konsequent ist, glaube ich dir (wörtlich) unbesehen. Um das zu beurteilen, gibt es sicherlich versiertere Serienkenner als mich.
      I have been despised by better men than you.
      Ja, es sind dann in der Tat zwei Ebenen. Wobei das dann womöglich die Frage aufwirft, wie vieler Absurditäten auf "schöpferischer" Ebene es bedarf, bis diese auf ausführender Ebene das Bisherige ablösen und etwas Neues erschaffen. Also im konkreten Fall: Wie oft muss gezeigt werden, dass nichts eine Rolle spielt, sodass der Kanon der ersten Staffeln ersetzt wird und deswegen im Endeffekt auch nichts gegen den Thronsaalwitz spricht. Das läuft aber am Ende wahrscheinlich darauf hinaus, dass der Bruch mit dem alten Kanon nie logisch erfolgt ist, dieser also immer noch gilt. Es bleibt dann also bei einer Aneinanderreihung von Absurditäten. Und ja, ich denke gerade während des Schreibens...
      "You're going to fight that?"
      "I'm going to kill that."

      Ser Oberyn Martell wrote:

      Das läuft aber am Ende wahrscheinlich darauf hinaus, dass der Bruch mit dem alten Kanon nie logisch erfolgt ist, dieser also immer noch gilt.

      Der genaue Zeitpunkt dieses Bruchs ist vermutlich nicht wirklich auszumachen, da es wie du schon angedeutet hast auch schon in den ersten Staffeln immer mal wieder kleinere (aber noch verkraftbare) "schöpferische Absurditäten" gab. Der erste wirklich grobe und einschneidende Schnitzer ist für mich in Staffel 5, wo Baelish Sansa dazu überredet sich freiwillig den Boltons auszuliefern und somit einen der nachweislich gewalttätigsten, herzlosesten und grausamsten Soziopathen von ganz Westeros zu heiraten, da sie das zur "politischen Mitspielerin" mache. :rolleyes: :rolleyes:
      Von da an beginnen sich die Absurditäten zunächst linear (Staffel 5-6), dann in exponentieller Form (Staffel 7-8) aneinander zu reihen, wobei dann die Ratssitzung am Ende den Höhepunkt darstellt. Aber es stimmt, dass das Ende so gesehen im Prinzip schon einer bestimmten Logik folgt, da das Problem eben schon viel früher beginnt.
      ich bin der singende, tanzende Abschaum der welt.
      Hallo,

      was für eine hitzige und interessante Diskussion.

      Ich stimme euch in sooo unglaublich vielen Dingen zu, z.B. die vielen Einzel-Fails, die el_Drogo aufgezählt hat.

      Was ich aber anders sehe als viele von euch, ich glaube, D&D's verrissenste Folge war tatsächlich die wo Winterfell im Dunkeln angegriffen wurde. Die letzte Folge ging inhaltlich imho direkt an George. Ich glaube, dass dieser neue Rat das ist, was George als Ende für ASoIaF im Sinn hatte. Vielleicht nicht die Details, die gehen auf D&D, aber das Ende ist seins, wenn ich nicht total daneben liege. Somit ein Bloodraven v2 als King of all but the North.

      Ich denke, am logischsten für mich wäre der Zerfall des Reiches, angefangen bei Sansa und dem Norden, klar, direkt gefolgt von Dorne, die in der Serie als einzige auch keine Kriegsschäden erlitten und somit auch militärisch ihre Unabhängigkeit leicht erzwingen könnten, und dann über die Iron Islands und die Stormlands und natürlich die Lords aus dem Tal.
      Der Zerfall in die alten Königreiche wäre einfach der sinnigste Abschluss der Ereignisse, denke ich.
      Oder eben alle, auch Sansa, unter Jon Targaryen. Punkt.

      Wirklich absurd (im Nachinein) war für mich die Folge in Winterfell. Weil der Anführer tot-tot ist, zerfallen sie alle zu Eisstaub? Das ist nicht die Antagonie, die eines Georges würdig ist. Das ist typisch Popcorn-Kino, mehr nicht.
      Die Szene selbst war für mich gut gemacht, klar. Aber no way passt das in den Kontext der ganzen Serie. Es wirkte dadurch soooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooo billig.
      There are but two types of people in the world:
      1. Those who can extrapolate from incomplete data!
      ​angefangen bei Sansa und dem Norden, klar

      Hmm, so klar sehe ich das nicht wirklich. Sofern es am Ende noch irgendeinen Charakter gibt, der einen ernstzunehmenden Anspruch auf den Eisernen Thron erhebt/erheben kann, egal ob das Stannis, Shireen, Aegon (vermutlich Blackfyre), Jon Snow oder von mir aus Edric Storm sein wird, wird das Reich keinesfalls ohne Krieg einfach so auseinanderfallen. Und was genau nun ausgerechnet Sansa und der Norden geleistet haben sollen, um sich die Unabhängigkeit zu "verdienen" ist mir eh schleierhaft.

      Vielleicht wird es tatsächlich ein Great Council geben (dann wohl aber mit Vertretern wirklich mächtiger Häuser und nicht ein "Council of surviving cast members") und man einigt sich auf einen neuen König, aber dass das ausgerechnet "Bran the Braindead" (danke an dieser Stelle an Maeg. So herzhaft habe ich nicht mehr gelacht seit ich ein kleines Mädchen war) werden wird (unabhängig von Tyrions schwachsinniger Begründung, er habe die "beste Geschichte"), kann ich mir nicht in einer Million Jahren vorstellen. Kann man sicherlich lange drüber spekulieren, bis wir es vielleicht eines Tages doch noch definitiv in einem weiteren Buch erfahren, aber ich persönlich glaube kaum, dass Bran die Höhle jemals wieder verlassen wird.
      Lang lebe König Staublin, Herr der Mummers vom geheimnisvollen Volk der Doom.

      Aegon_lebt! wrote:

      Kann man sicherlich lange drüber spekulieren, bis wir es vielleicht eines Tages doch noch definitiv in einem weiteren Buch erfahren, aber ich persönlich glaube kaum, dass Bran die Höhle jemals wieder verlassen wird.


      Na ja, Hodor="Hold the door" wurde doch mehr oder weniger bestätigt, womit ich davon schon ausgehen würde. Die einzig sinnvolle Begründung für Bran auf dem Thron habe ich bisher von Fori hodor gelesen, der in Bran eine Gestalt der Artussaga sieht. Vor dem Hintergrund entfernter mythologischer Anleihen des Liedes, könnte Bran als König dann Ausdruck einer Verschmelzung von Ersten Menschen und Andalen im Angesicht der Bedrohung durch die Anderen sein. Allerdings steht dem die Möglichkeit der endgültigen "Assimilierung" der Targaryen in Westeros durch Jon gegenüber (glaube die Formulierung habe ich von Maegwin mal gelesen) und gefallen tut mir die Aussicht sowieso nicht. Außerdem würde das den Artusmythos meines Erachtens nach umdrehen, denn dann müsste ja das Andalentum im Glauben der alten Menschen aufgehen und nicht das Kelten- im Christentum.

      Vor dem Hintergrund, dass in der Serie mehrmals, unter anderem von Bran persönlich, explizit darauf verwiesen wird, dass dieser in der realen Welt "nichts mehr werden kann", bin ich auch immer noch nicht von diesem Ende in Martins Version überzeugt. Wobei er im Gegensatz zur Serie vermutlich eine etwas größere Rolle spielen wird, denn in der Serie leistet er ja original gar nichts.

      Das viele Zuschauer trotzdem der Meinung sind, Bran hätte Anteil am Sieg über die Anderen gehabt, finde ich auch faszinierend, es ist D&D tatsächlich gelungen, viele Dinge in den Köpfen zu etablieren ohne sie jemals erzählt zu haben. Weder hat Bran irgendetwas sinnvolles beigetragen, noch hat Sansa jemals bewiesen, was sie zur Königin qualifiziert oder sie zu einer "Thronspielerin" macht, noch hat Tyrion jemals seit Staffel 4 irgendeine intelligente Handlung vorgenommen oder Aussage getätigt.

      Brans komplette Transformation ist umsonst gewesen und bleibt folgenlos, R+L=J ist folgenlos...

      Aegon_lebt! wrote:

      Sofern es am Ende noch irgendeinen Charakter gibt, der einen ernstzunehmenden Anspruch auf den Eisernen Thron erhebt/erheben kann, egal ob das Stannis, Shireen, Aegon (vermutlich Blackfyre), Jon Snow oder von mir aus Edric Storm sein wird, wird das Reich keinesfalls ohne Krieg einfach so auseinanderfallen.


      Das kann ich jetzt nicht so wirklich sehen, auch wenn die ganze Sache logischer Käse ist, gemäß dem in den schlechten Staffeln und vor allem den letzten paar Folgen etablierten Situation is Westeros im Großen und Ganzen ausgeblutet. Dorne ausgenommen hat keine einzige der Regionen noch genug Truppen und generelles Material um neue Heere ausrüsten und für die kleinen Scharmützel die man mit den zusammenkatzbaren Gewalthaufen gebacken kriegt hat niemand wirklich Muße. Jeder ist zu sehr mit dem Lecken der eigenen Wunden beschäftigt und danach gäbe es nichts bzw. jemanden was/der dagegenspräche den Anderen den Stinkefinger zu zeigen und still für sich in seinem eigenen Territorium zu basteln. Die Zeit nach der Erholung wäre natürlich ein anderes Blatt. Der Eiserne Thron ist zudem nicht nur verwaist und zerstört es gäbe für welchen Prätendenten auch immer eben keine wirklich nennenswerte dahinter Macht mehr mit der sich die geschwächten Reiche wieder unter die Macht der Krone treiben ließen. Westeros als feudales Königreich bräche also quasi durch allgemeine Schwäche auseinander. In Dorne könnte dank seines unversehrten Heeres zwar der namenlose Fürst einen auf einheimischen Aegon der Eroberer machen aber solang der keine dazu passende Flottilie aus dem Arsch zieht (ob jetzt selbst gebaut oder in Essos angeworben sei mal dahingestellt) wäre nach dem Mittelteil des Landes in Form von Weite, Kronlande, West- und Flusslande Ende im Gelände. Die Eiseninseln sind o. F. selbstredend während Grünes Tal und Norden auf dem Landweg bei aufgestellter Verteidigung (Ausblutung hin oder her) schlicht und einfach so gut wie uneinnehmbar sind. Der Norden mag zwar einfacher sein da die Eng mit Maidengraben nicht ganz so Bollwerk ist wie das Bluttor aber nach dem desaströsen Blutzoll den Dorne geben müsste um da durchzukommen würde dessen Weitläufigkeit das wieder ausgleichen indem sich die Überlebenden dort im Grunde totlaufen.
      Wie gesagt, zumindest in der TV-Serie.

      Ehrlich gesagt bin ich bei der Buchserie angesichts der Situation eher dabei zu vermuten das sich der zur Hälfe eh beendete Bürgerkrieg, die (eventuelle? x) Invasion der Anderen is ne andere Kiste ganz schnöde und im hereingebrochenen Winter verlaufen und ersticken wird. Wie es den anderen Parteien im Detail ergehen wird weiß ich nicht aber ich bin schwer am vermuten das zumindest Connington und sein Aegon nachdem sie iwie Sturmkap kassieren bis zum dortigen Anklopfen der Untoten vor Ort im Tiefschnee steckenbleiben. x)

      Grunkins wrote:

      R+L=J ist folgenlos...


      Für die Sache an sich is das natürlich schade aber für die Situation nur logisch. Da interessiert sich nach der ganzen Scheiße doch kein Schwanz mehr dafür ob und wer da einen Anspruch auf den verunfallten Sessel hat, bekommen hätte das Teil der der es schafft seinen Arsch draufzukriegen und dort zu lassen. x selbsterklärte Könige und eine ehrlich gleich offen usurpatorisch-dikatorisch geherrscht habende Cersei machen den Teil nun wirklich latte. Selbst unser Lieblingssäufer Robert hat doch von Serienbeginn an als Emporkömmling regiert, dessen Targaryengroßmutter war doch absolut fadenscheiniges Alibi denn nach Anspruch hätte man die frisch verwitwete Rhaella als Königin Regentin für Viserys einsetzen müssen und selbst mit Häuserwechsel wäre Robert im Abseits hinter Stannis als dem ältesten Bruder.

      Post was edited 1 time, last by “Aegon der X.” ().

      und selbst mit Häuserwechsel wäre Robert im Abseits hinter Stannis als dem ältesten Bruder.

      Tatsächlich ist Robert 2 Jahre älter als Stannis, nur sieht man letzterem das nicht an ;) Ansonsten hätten die Pläne von Rickard Stark mit Lyanna auch keinen Sinn gemacht. Lyanna sollte den Lord von Storm's End heiraten und nicht den jüngeren Bruder.
      Stannis wurde dann erst übergangen, als Robert ihm Dragonstone übertragen hat, während mit Renly der jüngste Bruder den Familiensitz bekam.
      Bei uns im Norden werden die Gesetze der Gastfreundschaft noch immer in Ehren gehalten. ~ Roose Bolton

      Grunkins wrote:

      Na ja, Hodor="Hold the door" wurde doch mehr oder weniger bestätigt, womit ich davon schon ausgehen würde.

      Ja, ist mir bekannt. Kann ja auch sein, dass "hold the door" so oder so ähnlich passiert, aber das heißt ja noch lange nicht, dass Bran es da auch lebend wieder raus schafft. Ich könnte mir für Bran jedenfalls durchaus vorstellen, dass sein Körper tatsächlich stirbt, sein Geist sich aber irgendwie mit dem weirwood network verbindet und er darin gewissermaßen aufgeht.


      Aegon der X. wrote:

      Das kann ich jetzt nicht so wirklich sehen, auch wenn die ganze Sache logischer Käse ist, gemäß dem in den schlechten Staffeln und vor allem den letzten paar Folgen etablierten Situation is Westeros im Großen und Ganzen ausgeblutet...​

      Ja, die Problematik, dass nicht mehr viele Männer übrig sein dürften, um irgendetwas zu erobern, sehe ich auch durchaus. Andererseits sind aber auch nicht mehr viele Verteidiger übrig. ;) Und wie lange so eine "Erholungsphase" dauert, in der die Menschheit seine Wunden leckt, ist schwer zu sagen. Klar, es kommt stark darauf an, in welchem politischen, wirtschaftlichen und militärischen Zustand sich die einzelnen Regionen am Ende befinden werden, ob es überhaupt noch einen Thronanwärter gibt und welche dieser Regionen er/sie ggf. hinter sich vereinen könnte.
      Lang lebe König Staublin, Herr der Mummers vom geheimnisvollen Volk der Doom.
      Ja, die Problematik, dass nicht mehr viele Männer übrig sein dürften, um irgendetwas zu erobern, sehe ich auch durchaus. Andererseits sind aber auch nicht mehr viele Verteidiger übrig.
      Jo, da würde ich auch keine übertriebenen Ansprüche stellen. Um einen Lord Bronn of Highgarden, Lord Paramount of the Reach, Master of Coin* zu überwerfen, sollten drei Männer mit Steinen in der Socke reichen. Ist ja nicht so, dass irgendwer in der Weite für ihn den Finger krümmen würde. *
      I have been despised by better men than you.

      Brigthroar wrote:

      und selbst mit Häuserwechsel wäre Robert im Abseits hinter Stannis als dem ältesten Bruder.

      Tatsächlich ist Robert 2 Jahre älter als Stannis, nur sieht man letzterem das nicht an ;) Ansonsten hätten die Pläne von Rickard Stark mit Lyanna auch keinen Sinn gemacht. Lyanna sollte den Lord von Storm's End heiraten und nicht den jüngeren Bruder.
      Stannis wurde dann erst übergangen, als Robert ihm Dragonstone übertragen hat, während mit Renly der jüngste Bruder den Familiensitz bekam.


      X) Das wusst ich absolut nicht, ich bin die ganze Zeit immer davon ausgegangen das sowohl im Buch als auch TV Stannis älter war und Robert nur durch die Führung der Rebbelion über ihn gepusht wurde. =O