Die Spin-Off-Welle kommt

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      Gerade bei Aegon I. hat es sich Martin doch extrem leicht gemacht, indem er selbst Zeitgenossen über dessen Charakter rätseln lässt. Insofern ist Aegon der Eroberer auch einfach nur leblose und unspirierte Geschichtsschreibung. Als einzige etwas vielschichtigere Person kommt Visenya rüber, aber das auch erst in den späteren Jahrzehnten. Die Eroberung wäre so mit das langweiligste, was man sich als Verfilmung vornehmen könnte: Drei eher schwach ausgearbeitete Charaktere erheben Anspruch auf einen Kontinent, bekommen immer wieder auf die Fresse, können aber am Ende mit einer Superwaffe aufwarten und jeden Widerstand vollkommen phantasielos wegbomben. Allein der Erste Dornische Krieg zeigt dann aber die Unfähigkeit auf, was passiert, wenn die Superwaffe nicht kriegsentscheidend ist.

      Wenn was verfilmt wird, bietet sich das Leben von Rhaena Targaryen an oder die Herrschaft von Jaehaerys und Alysanne. Das Personal im Drachentanz könnte ein guter Drehbuchschreiber vielleicht noch verwerten, glaube allerdings nicht wirklich dran. Man wird einfach wieder mehrere Charaktere zusammenlegen und jeweils die plakativsten Eigenschaften der Buchvorlagen hervorheben. "I am going to take a piss" Greatfish Brynden lässt grüßen.
      "You're going to fight that?"
      "I'm going to kill that."

      Ser Oberyn Martell wrote:

      immer wieder auf die Fresse
      ?

      Nach meinem Wissen hat sich ein guter Teil von Westeros Adel freiwillig unterworfen. Haus Targaryen hat dabei die damalige politische Situation recht geschickt ausgenutzt.
      Ich denke aber auch, dass eine Serie, die Targ-Jubelprobaganda betreibt, sehr langweilig wäre und hoffentlich auch nicht im Sinne von Martin ist. Deshalb sollte die Serie die Gegner der Targs, sei es nun der dornische Adel, der Glauben der Sieben oder Teile des Smallfolk, angemessen darstellen.

      Nachtrag: Warum z. B. Haus Targaryen im Ersten Dornischen Krieg darauf verzichtet hat, mit den Drachen Sunspear den Erdboden gleich zu machen, wissen wir nicht. Vielleicht könnte die Serie, insofern dieser Zeitraum thematisert wird, an solchen Punkten ansetzen.
      “I: You’re a communist then. S: Let’s say I’m old enough not to be dazzled by Ayn Rand.”

      Kameron Hurley, The Light Brigade
      In den Sturmlanden hat Orys mächtig einstecken müssen, die Velaryon-Flotte wurde aufgerieben und Aegon selber hat auf dem Weg nach Harrenhal ebenfalls Verluste erlitten. War halt alles egal, weil Drachen. Dass sich Oldtown, die Arryns und Starks dann unterworfen haben, hatte weniger mit irgendeiner charismatischen Ausdtrahlung Aegons oder einem schlauen Plan zu tun, sondern lag einfach nur an ... Drachen. Mein Hauptpunkt war aber, dass die Targaryens zur Zeit der Eroberung einfach klischeehafte Prototypen sind (was sich in GRRMs Büchern noch durch die Propaganda selbst erklären lässt), die absolut uninspiriert vorgehen und deren einzige Antwort auf alle Probleme "Drachen!" lautet. Eine Serie, die das umsetzt, erfreut sicherlich die Herzen vieler (Daenerys) Targaryen-Fans, ich würde sie als absolut belanglos empfinden.
      "You're going to fight that?"
      "I'm going to kill that."
      Die Herrschaft der anderen Häuser stützt sich auch auf der Möglichkeit Gewaltakte anzudrohen und sie auch durchzuführen. Deshalb wird als Symbol des Königtums oft das Schwert gewählt. Der Eiserne Thron soll alle erinnern, dass Haus Targaryen eine stärkere Legitimation als die anderen Könige besitzt.
      Der Gewaltaspekt ist aber nur eine Seite, denn das Ziel ihrer Herrschaft besteht nicht darin, alle Anderen platt zu machen. Den Unterworfenen soll Loyalität abgenötig werden, um sie im Idealfall zu Verbündeten zu machen. Mit der harten Hand allein ist das schwer zu erreichen.
      Den Lords der Flusslande z.B. wurde ein besseren Schutz gegen die Einfälle der Eisenmänner versprochen. Den Martells machte man die Eingliederung in das Reich mit der Ausweitung ihres Einflussbereiches schmackhaft. Septon Barth bringt es in FaB gut auf den Punkt.


      The power of the Targaryens derives from their dragons, those fearsome beasts who once laid waste to Harrenhal and destroyed two kings upon the Field of Fire. King Jaehaerys knows this, just as his grandsire Aegon did; the power is always there, and with it the threat. His Grace also grasps a truth that Queen Rhaena does not, however; the threat is most effective when left unspoken. The lords of the realm are proud men all, and little is gained by shaming them. A wise king will always let them keep their dignity. Show them a dragon, aye. They will remember. Speak openly of burning down halls, boast how you fed their own kin to your dragons, and you will only inflame them and set their hearts against you.


      Beim Punkt "klischeehafte Prototypen" stimme ich aber teilweise zu. Martins Fake History-Texte bieten meist schwache Charakterisierungen. Deshalb ist Dunk & Egg mein Favorit für eine Nachfolgeserie.
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      Kameron Hurley, The Light Brigade

      Post was edited 1 time, last by “a.rogue.prince” ().

      Daenerys I wrote:

      Demnach sind von den ehemals fünf Spin-off-Ideen noch zwei aktuell?


      So sicher ist es nicht. HBO hat Empire of Ash weder bestätigt noch dementiert. The Dragon Demands war aber in der Vergangenheit eine recht zuverlässige Informationsquelle und die Idee klingt sehr interessant...
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      Kameron Hurley, The Light Brigade
      Und jetzt ist der Drachentanz wohl bestätigt - wenn Alicent Hightower und Rhaneyra Targaryen gesucht werden, kann es sich schwer um was anderes handeln.

      winteriscoming.net/2020/07/20/…garyen-alicent-hightower/

      Aber natürlich ist das auch nur ein Bericht über einen Artikel. Ich halte den Drachentanz aber für die logischte Wahl.
      Real stupidity beats artificial intelligence every time.

      Hogfather (Terry Pratchett )

      Post was edited 1 time, last by “Shatiel” ().

      Ich verstehe immer noch nicht so recht, wo da der Reiz liegen soll, um ehrlich zu sein. Bei Battelstar Galactica gab es damals auch die Prequel-Serie Caprica und ich konnte mir gar nichts Langweiligeres vorstellen, als die Vorgeschichte zu Galactica. Weshalb soll ich mir denn stundenlang irgendeine Serie ansehen, bei der ich ja schon exakt weiß, worauf das hinausläuft? Doctor Balthar verrät die Menschheit und die zwölf Kolonien werden fast vollständig ausradiert. Tolle Wurst. Hab es dementsprechend auch nicht angesehen.

      Und bei jedweder Prequel-Serie zu GoT wird es mir genauso gehen, ob es nun eine Serie über den Aufstieg Valyrias werden würde oder über den Tanz der Drachen oder sonstwas. Ich weiß, dass Valyria zwangsläufig untergehen wird. Ich weiß, wer beim Tanz der Drachen überleben und wer sterben wird und dank des fantastischen Endes von GoT weiß ich sogar, was am Ende - zumindest im Serienuniversum - vom ach so stolzen Haus Targaryen übrig bleiben wird. Jon Snow und Dany. Na Mahlzeit.
      Lang lebe König Staublin, Herr der Mummers vom geheimnisvollen Volk der Doom.
      Ist schon klar. In der Regel ist bei Filmen oder Serien ja auch der Weg das Ziel. Bei einem Prequel zu einer Serie mit einem so unfassbar, unbegreiflich, unbeschreiblich beschi**enen Ende wie Game of Thrones sehe ich darin nur einfach keinen rechten Sinn, da ich weiß, dass der Weg absolut nirgendwohin führt.
      Lang lebe König Staublin, Herr der Mummers vom geheimnisvollen Volk der Doom.