Der Hexer Lesezirkel - Achtung Spoilerzone!

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      Der Hexer Lesezirkel - Achtung Spoilerzone!

      So, da ist er. Unser Sapkowski - Hexer Lesezirkel Fred. :)

      Die Regeln sind relativ einfach. Wir posten, was uns gerade auf dem Herzen liegt und in den Fingern juckt. Damit wir uns bei unserem unterschiedlichen Lesestand nicht gegenseitig spoilern schreibt jeder das Buch (sehr wichtig!) und das Kapitel (nicht so wichtig, weil vermutlich nicht immer einhaltbar), über das gerade diskutiert wird, in die Überschrift oder über den jeweiligen Abschnitt. Dann wissen die anderen, womit sie es zu tun haben und können weglesen oder doch rein schauen.

      Mit der Setzung von Spoilertags bin ich mir gerade unsicher, weil sich das durch die Überschrift ja geben sollte. Falls ihr diesbezüglich Anregungen und Vorschläge habt, immer her damit. Ich passe das dann hier an.



      Ich kopiere meinen letzten Post aus dem Sapkowski-Hexer-Saga Thread mal hier her (und probiere das auch gleich mal aus). Also, auf ein fröhliches Senfen! :)




      Der letzte Wunsch. Stimme der Vernunft I. -III.



      Ich hab jetzt über das Wochenende angefangen und habe festgestellt, dass du, meine liebe Maeg, mir natürlich damals den ersten Band gegeben hast (warum ich auf den zweiten gekommen bin... keine Ahnung. Fehlende Cover-Erinnerung :rolleyes: ).

      Ich erinnere mich noch an einige Geschichten, weil sie wirklich einprägsam waren und bin wieder begeistert, wie schön sich alles liest und wie viele wichtige kleine Details über Geralts Leben, die Welt und die Ausbildung zum Hexer so nebenbei eingeflochten werden. Da entwickelt ein einzelner Satz schon eine ganz schöne Wucht. Wie die Bemerkung zu Geralts Ausbildung. Ich weiß, jaaaa, ihr habt es alle schon gelesen, aber diese Stelle hier war echt... wuchtig eben:

      (Der letzte Wunsch, S. 72, Geralt unterhält sich mit Nivellen)
      "[...] Ich habe von Hexern gehört. Gemerkt habe ich mir, dass Hexer kleine Kinder stehlen, die sie dann mit Zauberkräutern füttern. Die das überleben, werden dann selber Hexer, Zauberer mit unmenschlichen Fähigkeiten. Man unterrichtet sie im Töten, merzt alle ihre menschlichen Gefühle und Regungen aus. Man macht Ungeheuer aus ihnen, die andere Ungeheuer umbringen sollen. [..] Warum sagst du nichts", fragte er (Nivellen) undeutlich, während er heftig schluckte. "Was ist Wahres daran an dem, was man über euch redet?" "Fast nichts." "Und was ist gelogen?" "Dass es immer weniger Ungeheuer gibt."

      Selbst wenn es so ist, wie Geralt sagt und fast nichts ist davon wahr, was Nivellen gehört hat, bleibt der Blick auf die Ausbildung (und wir wissen aus dem Kapitel davor, dass Geralt wirklich viele Gifte von Kindesbeinen an konsumiert hat) und das sie vermutlich hart und einsam war. Ich bin gespannt, was sich noch daraus ergibt.


      Sapkowski hat eine sehr erdige, prägnante Sprache und ist mit seinen Beobachtungen und der Widergabe von zwischenmenschlichen Situationen so auf den Punkt und tragisch/witzig/ehrlich, dass ich dem auf und ab gerne folge. Am Wochenende war ich bei dem schönen Wetter Fahrradfahren und hab das Buch mitgenommen und die Leute haben mich echt schräg angeschaut, wenn ich mal wieder laut lachend auf 'ner Bank oder am Tisch gesessen habe. Nur so als kleines Beispiel für die vielen Dialoge, die ich sehr lebendig und witzig fand: (Zit. Der letzte Wunsch S. 66): "Ich
      habe mich verirrt." Log der Hexer. "Du hast dich verirrt", wiederholte das Ungeheuer und verzog die Schnauze zu einer drohenden Grimasse. "Dann irre jetzt wieder raus. Aus dem Tor heißt das [..]"


      Deswegen verstehe ich auch gerade nicht so wirklich, wie man nur bei einer einzigen Geschichte/einem einzigen Moment gerührt sein kann. *grinst und zu Beren schielt*

      Für mich die interessanteste kleine Entdeckung ist, dass die Geschichten durch die 'Stimme der Vernunft' erzählerisch zusammengehalten werden. Beim ersten Mal lesen war ich so fasziniert, dass mir das überhaupt nicht richtig aufgefallen ist. Da ist er halt (für meine Begriffe) zwischendurch von A nach B geritten und es wurde kurz anerzählt. Jaja, von wegen.

      Auch hier bin ich gespannt, wohin die Erzählung am Ende führt. Wobei... ich weiß ja schon, dass es mit Yennefer endet. Und da das Buch auch mit ihr (na gut, der Erinnerung von ihr) begonnen hat, werde ich die kleinen Zwischenabschnitte mal aufmerksam mitlesen. Immerhin habe ich bisher erfahren, dass Nenneke Gerald für ernsthaft krank erachtet. Nicht, wegen der Wunde sondern wegen des "Knäul von Kräften" die Gerald umgeben. Habe ich beim letzten Mal auch überlesen, weil die Geschichten dazwischen zu unterhaltsam waren. Nun ja. Das zusammen mit der Aussicht auf weltliche Konflikte... ich bin gespannt.
      "[…] Ich wünschte, all das wäre nie passiert …" "Das tun alle, die solche Zeiten erleben, aber es liegt nicht in ihrer Macht, das zu entscheiden … Du musst nur entscheiden, was du mit der Zeit anfangen willst, die dir gegeben ist." (J.R.R. Tolkien, Frodo und Gandalf)

      kait wrote:

      So, da ist er. Unser Sapkowski - Hexer Lesezirkel Fred. :)

      Juhu! Hab mir zur Feier des Tages nochmal 'nen passenden Avatar zugelegt! :D :beer:

      Selbst wenn es so ist, wie Geralt sagt und fast nichts ist davon wahr, was Nivellen gehört hat, bleibt der Blick auf die Ausbildung (und wir wissen aus dem Kapitel davor, dass Geralt wirklich viele Gifte von Kindesbeinen an konsumiert hat) und das sie vermutlich hart und einsam war. Ich bin gespannt, was sich noch daraus ergibt.

      Da meist nur einer, wenn's hochkommt zwei, Adepten die Kräuterprobe und die darauf folgende Ausbildung überleben kann das mit fortschreitender Dauer wohl wirklich recht einsam werden. :/
      Ich finde diese Ausbildung hochinteressant. Deswegen finde ich es auch schade, dass man nie wirklich erfährt welchen spezielleren Experimenten genau Geralt unterzogen wurde, durch die er seine Pigmente verloren hat.

      Deswegen verstehe ich auch gerade nicht so wirklich, wie man nur bei einer einzigen Geschichte/einem einzigen Moment gerührt sein kann. *grinst und zu Beren schielt*

      Ich kann nur wiederholen, was ich schon im anderen Thread schon gesagt habe. ;)
      Die Grundstimmung der Romane ist eine gänzlich andere als die der Kurzgeschichten.

      Für mich die interessanteste kleine Entdeckung ist, dass die Geschichten durch die 'Stimme der Vernunft' erzählerisch zusammengehalten werden. Beim ersten Mal lesen war ich so fasziniert, dass mir das überhaupt nicht richtig aufgefallen ist. Da ist er halt (für meine Begriffe) zwischendurch von A nach B geritten und es wurde kurz anerzählt. Jaja, von wegen.

      Da sagst du auch was. Beim zweiten Kurzgeschichtenband ist mir aufgefallen, dass sich ein chronologischer roter Faden durch die Geschichten zieht. Beim letzten Wunsch nicht. Da lässt sich nur "Der Hexer" chronologisch einordnen.
      Ich selbst bin gerade am Ende vom ersten Romanband und wollte die Gelegeheit mal dazu Nutzen hier ein paar Karten von der namenlosen Welt des Hexers zu posten. Es fallen ja unglaublich viele Orts- und Landesnamen, wobei ich jemand bin, der dann immer wissen möchte wo diese eigentlich liegen. Diese Karte finde ich dabei hilfreich. Oder auch diese, in der die Regionen schön hervorgehoben sind, die Städte jedoch fehlen (ist wohl von einem Selfmade-Brettspiel).
      "Not every man has it in him to be Prince Aemon the Dragonknight." -Wyman Manderly

      Ceterum censeo Casimirem esse delendum.

      The Dragonknight wrote:

      Oder auch diese, in der die Regionen schön hervorgehoben sind, die Städte jedoch fehlen (ist wohl von einem Selfmade-Brettspiel).

      Wahrscheinlich, da die Einfärbung nicht gerade politisch korrekt sind. Warum ist Nilfgaard auf der einen Hälfte grün und auf der anderen blau? Warum sind Skellige, Cidaris und Verden gelb wie Temerien? Die sind doch unabhängig. Warum werden Lyrien-Rivien und Aedirn, oder die Liga von Hengfors und Kovir, als Einheit dargestellt? ?( :S
      Auffällig dabei ist, dass anscheinend im polnischen Original und im Englischen die Stadt Rivia heißt. Folglich ist es Geralt of Rivia. Im deutschen heißt es aber Geralt von Riva, jedoch auch zuweilen Geralt der Rivier. Wo ist das i bei der Stadt geblieben? Warum taucht es beim Namen der Region wieder auf? Inkonsequent wenn man mich fragt.
      "Not every man has it in him to be Prince Aemon the Dragonknight." -Wyman Manderly

      Ceterum censeo Casimirem esse delendum.

      Post was edited 1 time, last by “The Dragonknight” ().

      Jupp, das ist bisse oll, weil seine Benennung schließlich auf eben dieser Stadt beruht. Genauso wie bei Yen mit Vengerberg. Es wäre besser gewesen es bei beidem konsequent anzuwenden, dann hätte ich auch mit Riva nicht das große Prob. Vielleicht war es auch ein Versehen, weil der Unterschied im Original zwischen Geralt z Rivii (aus Rivia) und Geralt z Rivy (aus Riva) leicht zu übersehen ist.
      I have been despised by better men than you.

      Maegwin wrote:

      AS meint die, die sein tschechischer Übersetzer angefertigt hätte, wäre die genaueste und er hätt sie später ausgebaut. Mit dem Rotstifti würde ich aber nicht drübergehen - AS ist bei Karten und Entfernungen so eher der GRRM-Typ: sapkowski.cz/gfx/mapa/mapacz.gif

      Schade, bei mir wird gar nichts angezeigt wenn ich auf den Link gehen. :(
      Ich glaube, als Tolkienfan bin ich bei Karten und Entfernungen sowieso total verwöhnt. :D
      Vielleicht ein bisschen. :) Ich kann die "Schlamperei" der beiden aber ganz gut nachfühlen. Ich glaube wenn ich selbst ein Buch schreiben würde, käme auch nicht viel zwischen "hier" und "ein paar Tage Ritt weiter drüben". :D

      Das mit dem Link ist oll, mit IE funzt der einwandfrei. Höchstens, dass du es mal über eine andere Page versuchst?
      Vielleicht hier: larpwiedzmin.wix.com/2012#!__swiat/geografia (Käsestückchen auswählen das man haben will und dann auf "LINK").
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      Maegwin wrote:

      Vielleicht ein bisschen. :) Ich kann die "Schlamperei" der beiden aber ganz gut nachfühlen. Ich glaube wenn ich selbst ein Buch schreiben würde, käme auch nicht viel zwischen "hier" und "ein paar Tage Ritt weiter drüben". :D

      Ich hätte natürlich auch keine Lust die ganze Zeit irgendwelche Entfernungen berechnen. Darüber kann man ja auch getrost hinweg sehen. Besser als die Seiten mit ausführlichen Berichten über jeden einzelnen Reisetag zu füllen.

      kait wrote:

      So, da ist er. Unser Sapkowski - Hexer Lesezirkel


      Eine sehr schöne Idee. Meine Hexerleseerfahrungen liegt weit weit zurück. Damals gab es in deutscher Übersetzung nur die ersten beiden Bände mit 'Erzählungen', ich glaube beim Heyne Verlag.
      Damals haben mich die Geschichten sehr beeindruckt. Sapkowski schrieb so ganz anders, als die (amerikanische) Fantasy, die ich bis dahin kannte.
      Ich krame gleich mal wieder das Buch heraus. Am Wochenende ist dann wieder Lesezeit.
      Die Romane lohnen sich auch?
      Für mich ist gerade das, was den Menschen so ungeheuer kostbar macht, seine schöpferische Fähigkeit, das heißt, daß aus jedem Menschen eine ganz neue Welt hervorgehen kann. (M.E.)

      Torshavn wrote:

      kait wrote:

      So, da ist er. Unser Sapkowski - Hexer Lesezirkel



      Die Romane lohnen sich auch?


      Meiner Ansicht nach kommt das richtige "Wow"-Gefühl (huch wie amerikanisch) erst so richtig mit den Romanen auf, da dort der Zeichnung der Charaktere mehr Platz gelassen wird. Aber am besten findest du es selbst heraus!

      Lustiger Nickname übrigens, hast du eine Verbindung zu den Faröer-Inseln? ;)
      Sorry, no dragons in Winterfell!

      Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!
      Gut, dann probiere ich die Romane mal aus.
      Neu erschienen ist 'Zeit des Sturms'. Der Roman spielt wohl zeitlich zwischen den beiden Erzählbänden. Wäre also ideal zum Ausprobieren und Zwischenschieben.

      ssnake wrote:

      Lustiger Nickname übrigens, hast du eine Verbindung zu den Faröer-Inseln?


      Nein eigentlich nicht. So heißt mein erster RPG- Charakter. Damals bin ich mit dem Finger über die Landkarte gefahren, und diesen coolen Namen gefunden. Heute genießt der Charakter seinen Ruhestand und ich nutze seinen Namen als AlterEgo im Netz.
      Für mich ist gerade das, was den Menschen so ungeheuer kostbar macht, seine schöpferische Fähigkeit, das heißt, daß aus jedem Menschen eine ganz neue Welt hervorgehen kann. (M.E.)
      Möchte nur einmal kurz meinen Eindruck zu den ersten beiden Kurzgeschichten schildern. Ich war schon erfreut, dass uns der Hexer distanziert vorgestellt wird, also direkt bei der Arbeit, ohne jetzt gleich seinen kompletten Lebenslauf uns vorzukauen. Er selbst ist eine herrliche Person vom Typ "coole Socke", er alles was er macht lässig aussehen lässt und sich von nichts beirren lässt. Auch wenn ich mit dem Begriff "Striege" zunächst so meine Verständnisprobleme hatte, hat mir die Geschichte dann doch ganz gut gefallen. Die Hintergrundgeschichte war traurig und tragisch, der Kampf spannend geschrieben.
      Die zweite Geschichte hat mich in erster Linie zum Lachen gebracht. Allein schon wie absurd die Begegnung zwischen Geralt und Nivellen ist, was sich dann mit Nivellens Geschichte fortsetzt (wie ihm plötzlich die Frauen zufliegen, weil er ein hässliches Ungeheuer ist). Der Kampf mit der Bruxa war dann wieder ähnlich wie der der Striege. Und bis hierhin bin ich bis jetzt gekommen.

      Ser Erryk wrote:

      Auch wenn ich mit dem Begriff "Striege" zunächst so meine Verständnisprobleme hatte

      :D
      Ich dachte erst das wäre eine Eigenschöpfung Sapkowskis. Hab dann aber erfahren, dass das eine osteuropäische Variante des Wiedergängers ist.

      Die zweite Geschichte hat mich in erster Linie zum Lachen gebracht.

      Sicherlich ist die Story witzig, aber wie man wirklich darüber lachen kann ich nicht nachvollziehen. Das ist bei mir wohl dasselbe wie mit Terry Pratchet; das geht irgendwie an mir vorbei. :rolleyes:

      @Torshavn
      Ich kann mich da nur ssnake anschließen. Die Romane sind der eigentliche Clue an der Sache.
      Sicherlich ist die Story witzig, aber wie man wirklich darüber lachen kann ich nicht nachvollziehen. Das ist bei mir wohl dasselbe wie mit Terry Pratchet; das geht irgendwie an mir vorbei.


      Ich kann´s gut, ebenso wie bei Pratchett übrigens auch. Aber Humor ist für mich noch deutlich unstreitbarer als Kunst. :)
      Was die Striege betrifft ist das englische Wiki wohl noch am sinnvollsten vom Eintrag her.
      I have been despised by better men than you.
      Gestern habe ich dann mal meinen ersten Sapkowsky Roman begonnen:

      Zeit des Sturms
      Show Spoiler
      Das erste Kapitel: Wir erleben ein Monster, ein Arachnomorph, das unwissentlich in eine Falle von Geralt tappt, der dafür mal eben eine Familie mißbraucht hat. Der Vater stirbt. Mutter und Kind überleben nur dank ihrer Instinkte und dank des Hexers Schwert.
      Bei der Bezahlung wird dann gleich klar, wie korruppt der Gemeindevorsteher ist, und Geralt zieht mit.
      Das Interludium führt uns dann die Magierin Koralle vor, wie sie den König von Kermack zu einem Handel überreden will. Heraus kommt dabei eine Diskussion über die Selbstbestimmung der Frau und über Abtreibungspolitik.
      Ich mußte so was von lachen: der König stock konservativ (Frauen an den Herd und als Geburtsmaschinen) und die Magierin als emanzipierte Frau, die allen Frauen ermöglicht über ihre Rolle im Leben selbst nachzudenken. Klasse.

      Hab das mal in Spoiler gesetzt - Dreenan
      Für mich ist gerade das, was den Menschen so ungeheuer kostbar macht, seine schöpferische Fähigkeit, das heißt, daß aus jedem Menschen eine ganz neue Welt hervorgehen kann. (M.E.)