Dies und Das ...

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      Deine Beiträge hören sich einfach so an, als fändest du es schlimm, das ist alles. Es klingt einfach wie ein Vortrag von Mr. Spock, so a la "Kinder zu kriegen ist einfach unlogisch" deswegen sollte man es lassen. ;)
      Ich kenne die langen Diskussionen im Religionsthread und auch einige die ausserhalb davon stattgefunden haben. Du hast recht, das ist ein weites Feld und dieses Fass muss sicherlich nicht erneut geöffnet werden. Ich persönlich finde es nicht rational an eine Gottheit zu glauben, was aber nicht bedeutet dass ich es falsch finde. Grundsätzlich bin ich hier noch auf der Suche, und das schon seit vielen Jahren.
      Ich danke dir für deine ausführlichen Statements.

      Edit: mein Beitrag war natürlich an @Maegwin gerichtet, Narannia und Montyhound kamen mir dazwischen lol
      ich bin der singende, tanzende Abschaum der welt.

      Post was edited 1 time, last by “el_drogo” ().

      Mal abgesehen davon, dass keine mir bekannte Religion zur Grundlage hat unreflektiert biologischen Trieben zu folgen.

      Naja, die katholische Kirche nimmt sich immerhin heraus, künstliche Verhütungsmittel in der Ehe zu verbieten.


      Die katholische Kirche lässt aber auch keinen anderen als den ehelichen Geschlechtsverkehr zu und verurteilt Triebverbrechen. Insofern ist es unerträglicher Unsinn ausgerechnet von "kommt in der Natur vor" auf "Gott hat es so gewünscht" zu schließen.
      Die freie Willensentscheidung und Erhebung über die Biologie ist praktisch Grundwesen des Christentums.

      Was Dragonknight meinte ist die Tatsache, dass der Katholizismus totalitär und absolut auf die Verbreitung des menschlichen Lebens ausgerichtet ist.


      Deine Beiträge hören sich einfach so an, als fändest du es schlimm, das ist alles. Es klingt einfach wie ein Vortrag von Mr. Spock, so a la "Kinder zu kriegen ist einfach unlogisch" deswegen sollte man es lassen.


      Naja, was habe ich denn auch zur Wahl:

      - Mr. Spock
      - Mysteriöser natürlicher Kinderwunsch (Aber ich habe kei.. Musst du haben! Nein! Doch! Ooooh)
      - Die überirdische Entität meines Vertrauens hat es mir befohlen.

      Da nehme ich Spock. :)
      I have been despised by better men than you.

      Post was edited 2 times, last by “Maegwin” ().

      Montyhund wrote:

      Mir fällt aber aktuell die Vorstellung wahrlich schwer, mein Kind bedingungslos zu lieben, wenn es beispielsweise mit 20 plötzlich Neonazi wäre.


      Ich glaub', du darfst dir das nicht wie mit einer rosaroten Brille vorstellen. Man ist nicht blind vor Liebe. Aber da ist ein inneres Band. Meine Tochter ist nicht einfach. Sie macht es mir nicht einfach. Sie ist ein sehr unzufriedenes und ungeduldiges Kind. Sie ist auch tatsächlich der Grund, warum ich kein drittes Kind mehr möchte, obwohl mein Mann und ich das vorher nie ausgeschlossen hatten. Aber so schwierig sie es uns auch macht, ich liebe sie trotzdem. Wenn sie dann morgens noch so friedlich neben mir schläft, dann überrollt es mich. Wie es sich anfühlt, wenn dein Kind zu einem Amokläufer wird, oder kleine Kinder misshandelt ... ich will's mir gar nicht vorstellen. Ich hoffe nur, dass wir da mit unserer Erziehung ganz viel richtig machen und sie hoffentlich nicht in die falschen Kreise geraten.
      Es ist also auch bei uns nicht alles eitel Sonnenschein. Ich war auch froh, als die Kinder etwas größer waren, weil ich mit Babys nicht wirklich viel anfangen kann. Weder mit fremden noch mit meinen eigenen. Und ich bin auch jemand, der offen darüber redet. Ich ernte dafür häufig schräge Blicke. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es bei allen so perfekt läuft, wie sie immer tun. Es gibt auch immer wieder welche, die dann auch plötzlich erzählen, was nicht so gut läuft. Ich finde das wichtig. Ich finde es gut, dass Frauen mit ihren Geschichten an die Öffentlichkeit gehen. Denn viele tun es nicht und machen sich selbst fertig. Ich würd's mir nur nicht gerade im schwangeren Zustand antun. X/
      "Many that live deserve death. And some that die deserve life. Can you give it to them? Then do not be too eager to deal out death in judgement. For even the very wise cannot see all ends.” - J.R.R.T.
      Fernab von jeglichem biologischen Arterhaltungstrieb sind sie so einfach der Grund sich jeden Tag 8 Stunden zum Bullshit-Job im Büro zu quälen.

      Wenn die eigene Haltung zum Leben ohne Kind schon so negativ ist, sollte man das mit dem Kind vielleicht doch lassen. Viel Positives kann man einem Kind dann ja nicht mitgeben :whistling:
      Bei uns im Norden werden die Gesetze der Gastfreundschaft noch immer in Ehren gehalten. ~ Roose Bolton

      Montyhund wrote:

      Die Verbrühung klingt aber echt nicht nett, von der Situation her. Das war gewiss n harter Schreck. :O
      Das war es auch. Und natürlich hat man auch Schuldgefühle, weil man die Tasse nicht weit genug außer Reichweite gestellt hat. Und nicht schnell genug war. Und so weiter...
      Aber jetzt über 13 Jahre später haben wir das beide ganz gut weg gesteckt. ;)
      (Ich habe übrigens den Verdacht, dass sie ihn nicht früher aus dem KH entlassen haben, weil er ein absolutes Sonnenscheinchen war und den ganzen Tag strahlend mit dem Pfannenwender aus der KH-Kinderküche den Flur auf und ab lief... :rolleyes:
      (Das folgende Weihnachten gab es eine Kinderküche. Mit Pfannenwender! War der ganz große Schlager! :D )

      Narannia wrote:

      Da war ich tatsächlich bisher immer recht abgebrüht. Mein Mann ist immer wie ein aufgescheuchtes Huhn um die Kinder rumgewirbelt.
      Außerlich war ich auch immer ruhig. Ich wollte ja, dass die Jungs auch selbständig sind und keine Helikoptermama sein. Aber innerlich war ich ein aufgescheuchtes Huhn...
      Wenn es dann wirklich mal in die Notaufnahme ging, war ich übrigens meistens die Ruhe selbst. :)


      Narannia wrote:

      Ich wusste zwar, was das ist, aber wenn deinem Kind da plötzlich die Lippen blau anlaufen, wird einem schon ganz anders.
      Kann ich mir vorstellen. Meine Schwester hatte wohl häufiger Fieberkrämpfe. Ich hatte Keuchhusten. Meine Mutter hatte aber auch ein Glück... :S

      Maegwin wrote:

      Mir persönlich ist "es ist nur natürlich" und "sie geben einem so viel" als Begründung mein erfülltes Leben gegen diese Unwägbarkeiten einzutauschen bissele wenig.
      Kann ich verstehen. Tatsächlich sehe ich es tatsächlich ein bisschen als egoistisch, Kinder zu wollen. Beim Kinderwunsch erfüllt man sich selbst ja diesen Wunsch. Da gibt es keine kleine Eizelle, die brüllt, dass sie endlich mal besamt und geboren werden möchte. Der Wunsch kann aus unterschiedlichen Gründen enstehen, sowohl emotional als auch rational. Und wahrscheinlich auch noch ein Stück weit irgendein Urtrieb, der einem erzählt, man müsse die Menschheit aufstocken.

      Narannia wrote:

      Körperlich kann ich mich auch nicht beschweren. Die zwei problemlosen Schwangerschaften endeten mit spontanen Kaiserschnitten, nach denen ich jeweils am gleichen Tag schon wieder herumlaufen konnte.
      Glückwunsch. Meine beiden problemlosen Schwangerschaften endeten in einer Saugglocken- und einer Zangengeburt. Ohne Betäubung. Schon interessant, wo man überall reißen kann... :|

      Maegwin wrote:

      Heh, deine Oma war voll der Altersdiskriminierer!
      Meine Mutter wollte nie zu Klassentreffen. "Was soll ich denn bei den ganzen alten Leuten?" :rolleyes:

      Narannia wrote:

      Mal sehen ... die Pubertät kommt noch ...
      Meine wurden ruhiger und entspannter. Vor allem im Umgang miteinander. <3

      Montyhund wrote:

      Bedingungslose Liebe lese ich auch häufig. Ich habe noch kein Kind und kann das dementsprechend noch nicht einschätzen. Mir fällt aber aktuell die Vorstellung wahrlich schwer, mein Kind bedingungslos zu lieben, wenn es beispielsweise mit 20 plötzlich Neonazi wäre.
      Bedingungslos ist vielleicht nicht ganz richtig. In vielen Fällen gar nicht richtig. Dafür gibt es dann doch zu viele Eltern, die ihre Kinder unter Druck setzen, im schlimmsten Fall verstoßen, wenn die Kinder die Erwartungen, die in sie gesetzt wurden, nicht erfüllen. Schule, Beruf, Beziehung, Sexualität...
      Würde einer meiner Jungs plötzlich Neonazi, würde ich so schnell nicht aufhören, ihn zu lieben. Ich würde ihm aber mit Sicherheit nicht zu verstehen geben, dass das okay ist. Und dann würde ich mich auch ziemlich stark hinterfragen, ob ich in meiner Erziehung irgendetwas falsch gemacht habe, dass er so wurde.
      I've come to the point in my life where I need a stronger word than "FUCK".
      Ich wollte nie Kinder haben.
      Das erste Mal habe ich das mit ca. 12 Jahren ausgesprochen - was natürlich niemand ernst nahm.
      Mit 22 war das immer noch so , da kamen dann die Standardsprüche a la: "Warte bis die biologische Uhr anfängt zu ticken", " Warte, bis du den Richtigen gefunden hast, dann ändert sich das" etc.
      Mit 32 war ich immer noch mit dem gleichen Mann zusammen, den ich mit 22 kennen gelernt hatte und wollte immer noch keine Kinder - und die biologische Uhr muss wohl defekt gewesen sein, denn es tickte absolut nichts.
      Die Freundinnen und Bekannten, die Partnerinnen der männl. Freunde bekamen die ersten Kinder, es wurde geheiratet, Haus gekauft, Baum gepflanzt etc. - auf den diversen Hochzeiten wurden wir immer wieder angesprochen, "wann es denn bei uns soweit sei", "ob wir nicht langsam mit der Familienplanung beginnen wollten, wir würden ja nicht jünger werden".
      Dieses Jahr werde ich 42, bin mit meinem Freund in dann 20 Jahren "wilder Ehe" zusammen und es geht uns gut ;)
      Die Fragerei hat ein Ende genommen, GsD und entweder akzeptiert man unseren Lebensentwurf - oder kann sich bitte von dannen scheren.

      In all den Jahren waren es auch immer die Frauen, nie die Männer, die teilweise sehr verletzende Äußerungen von sich gegeben haben von " Wenn man keine Kinder hat, ist man keine richtige Frau" bis hin zu " Du kannst gar keine gute Sozialpädagogin sein, wenn du keine eigenen Kinder hast" - das kam übrigens von einer Mitstudentin. (Was für ein Glück, dass ich mit Psychisch - und Suchtkranken Menschen arbeite...)

      Auch immer wieder nett ist die Unterstellung, unsere Hunde wären Kindersatz... Äh, nö, wenn ich keine Kinder möchte, brauche auch keinen Ersatz dafür.

      Wir mögen beide Kinder und wir können beide gut mit Kindern - sind uns aber sowohl rational als auch emotional sicher, dass wir keine eigenen wollen.
      Gruß, Beltane
      "See the path cut by the moon - for you to walk on"
      Als ich selbst noch ein Kind war, war für mich immer klar, dass ich eines Tages eine Familie gründen wollen würde. Sogar als Teenager noch. Ich hatte auch schon immer sehr viel Freude an Kindern; inklusive und insbesondere meiner siebenjährigen Halbschwester.

      Mittlerweile hätte ich persönlich aber wohl zu viel Angst vor der Verantwortung: Es scheint mir einfach zu viel Schaden zu geben, den man anrichten kann; zu viele Dinge die ich falsch machen könnte, vielleicht sogar ohne es jemals zu erfahren. Die menschliche Psyche ist ein feines Uhrwerk, und wir sind nur allzu oft ungeschickte Handwerker. Dafür muss ich mir nur meine Eltern anschauen, oder deren Eltern, oder wiederum deren Eltern. Oder lange genug in die Psychotherapie gehen.

      Ich fürchte, dass ich dem nicht gewachsen wäre; dass ich selbst nicht genug stabil dafür bin.

      Dennoch beschleicht mich manchmal ein leises und nur sehr schwer begründbares Gefühl von existenziellem Unbehagen, wenn ich daran denke, vermutlich niemals in meinem Leben Kinder zu haben. So, als ob trotz allem etwas fehlen würde? So, als ob das Leben "einfach so" nicht genug wäre? So, als mir ob mir etwas Essentielles am Mensch-Sein, eine Art Grunderfahrung, für alle Ewigkeit entgehen würde? So, als ob ich aus dieser Welt treten werde, ohne einen Fussabdruck zu hinterlassen? Ich weiss es nicht.
      “I walked away from the Last Great Time War, I marked the passing of the Timelords, I saw the birth of the universe and I watched as time ran out, moment by moment until nothing remained – no time, no space, just ME! I walked in universes where the laws of physics were devised by the mind of a mad man! And I watched universes freeze and creations burn, I have seen things you wouldn’t believe, I have lost things you will never understand!"
      -The Doctor

      Post was edited 10 times, last by “LordTywin” ().

      Esmeralda wrote:

      Kann ich mir vorstellen. Meine Schwester hatte wohl häufiger Fieberkrämpfe. Ich hatte Keuchhusten. Meine Mutter hatte aber auch ein Glück...

      Na bravo! Mein Großer hatte die ersten 6 Jahre mit dieser bei Jungs typischen Bronchitis zu tun. Das war auch ein Spaß. Oder Krupphusten ...
      Aber sie sind sonst gesund und entwickeln sich gut. Mein Cousin hat vor einigen Wochen erfahren, dass sein ungeborenes Kind Trisomie 21 hat. Der macht gerade die Hölle durch. ;(

      Esmeralda wrote:

      Meine beiden problemlosen Schwangerschaften endeten in einer Saugglocken- und einer Zangengeburt. Ohne Betäubung. Schon interessant, wo man überall reißen kann...

      Da war ich beinahe froh um die KS. Auch wenn ich mir das anders vorgestellt hatte. Aber ich hab' auch schon von gebrochenen Steißbeinen gehört ... 8|

      Esmeralda wrote:

      Meine wurden ruhiger und entspannter. Vor allem im Umgang miteinander.

      Das geht bei uns eigentlich. Das liegt aber daran, dass der Große sehr ausgeglichen ist, und sich wirklich toll mit der kleinen SChwester beschäftigt. Sie ist eigentlich schon seit der Geburt in der Pubertät. Momentan dürfte es die Wackelzahn-Pubertät sein. Und wenn ich an meine eigene Pubertät denke, dann schwant mir Böses.

      Esmeralda wrote:

      Und dann würde ich mich auch ziemlich stark hinterfragen, ob ich in meiner Erziehung irgendetwas falsch gemacht habe, dass er so wurde.

      Ja, das ist wahrscheinlich nur logisch, dass man dann anfängt sich selbst zu hinterfragen.

      Beltane wrote:

      Wir mögen beide Kinder und wir können beide gut mit Kindern - sind uns aber sowohl rational als auch emotional sicher, dass wir keine eigenen wollen.

      Das finde ich sehr wichtig, dass man sich da einig ist. Eine Kollegin wurde von ihrem Ex 10 Jahre lang hingehalten, bis er irgendwann meinte, dass Kinder für ihn nie auf dem Plan standen. Da war sie 40. Da hatten sie auch schon ein Haus gebaut mit Räumen die für Kinder vorgesehen waren.

      LordTywin wrote:

      Mittlerweile hätte ich persönlich aber wohl zu viel Angst vor der Verantwortung: Es scheint mir einfach zu viel Schaden zu geben, den man anrichten kann; zu viele Dinge die ich falsch machen könnte, vielleicht sogar ohne es jemals zu erfahren. Die menschliche Psyche ist ein feines Uhrwerk, und wir sind nur allzu oft ungeschickte Handwerker. Dafür muss ich mir nur meine Eltern anschauen, oder deren Eltern, oder wiederum deren Eltern. Oder lange genug in die Psychotherapie gehen.

      Ich weiß nicht, ob jemand, der sich solche Gedanken macht, wirklich so viel falsch machen kann.
      "Many that live deserve death. And some that die deserve life. Can you give it to them? Then do not be too eager to deal out death in judgement. For even the very wise cannot see all ends.” - J.R.R.T.

      Narannia wrote:

      Mein Cousin hat vor einigen Wochen erfahren, dass sein ungeborenes Kind Trisomie 21 hat. Der macht gerade die Hölle durch.
      Kann ich mir vorstellen. Aber ich denke, dass wird sich geben. Ich habe in meinem Leben einige Menschen mit Trisomie21 kennenlernen dürfen. Meine Erfahrung mit ihnen ist, dass eine gute Förderung oft sehr hilfreich ist. Ich habe junge Erwachsene kennengelernt, deren Förderung so aussah, dass sie einfach nur auf dem Sofa vorm TV geparkt wurden und naturgemäß komplett versauert sind. Und gut geförderte Kinder und Jugendliche, die lesen und schreiben konnten und durchaus in der Lage waren, selbstständig zu leben. In der Zwischenzeit gibt es sogar Leute mit Uni-Abschluss.
      Ich glaube, dass wird schon. :)
      I've come to the point in my life where I need a stronger word than "FUCK".

      Esmeralda wrote:

      Kann ich mir vorstellen. Aber ich denke, dass wird sich geben. Ich habe in meinem Leben einige Menschen mit Trisomie21 kennenlernen dürfen.

      Ich durfte auch schon ein paar kennenlernen. Sehr sehr liebe Menschen, die es auch tatsächlich geschafft haben stellenweise sogar alleine zu leben. Für meinen Cousin ist momentan das schlimmste, dass seine Frau sich deswegen gerade so fertig macht. Ich hoffe, dass es besser wird, wenn das Kind da ist.
      "Many that live deserve death. And some that die deserve life. Can you give it to them? Then do not be too eager to deal out death in judgement. For even the very wise cannot see all ends.” - J.R.R.T.

      Narannia wrote:

      Für meinen Cousin ist momentan das schlimmste, dass seine Frau sich deswegen gerade so fertig macht.
      Warum denn das? Sie kann doch nichts dafür.
      Das man da besorgt ist, kann ich gut verstehen. Anders wird es werden, herausfordernd, teilweise stressiger, aber das kann dir bei Kindern ohne Down-Syndrom genauso passieren. Man weiß ja vorher nicht, wie sie sich entwickeln.
      Ich drücke die Daumen, dass zumindest das sich selbst fertigmachen oder eventuelle Schuldgefühle bald verschwinden. :)
      I've come to the point in my life where I need a stronger word than "FUCK".
      Ich war mir nie sicher ob ich Kinder haben will, irgendwann vielleicht aber noch nicht jetzt. Dann war ich ein ewig getriebener, der nie lange an einem Ort bleiben wollte oder konnte und das natürlich auch immer zu Trennungen führte. Aber eigentlich war ich auch mit meinen Lebensgefährtinnen so unstetig und nicht immer fair. Im Nachhinein gesehen hätte ich mich viel früher mitteilen müssen wohin die Reise geht. Aber das wusste ich zumeist selbst nicht. Dann habe ich per Zufall meine heutige Gattin kennengelernt und bin mit ihr nun seit 20 Jahren zusammen und seit 14 Jahren verheiratet.
      Ein Kind stand nicht wirklich im Plan. Meine Frau wollte das noch weniger als ich. Einen Hund gab es auch, aber nicht als Ersatz sondern als Hund. Wir sind nunmal gerne in der Natur, in Wäldern in den Bergen und Hunde hatten wir beide immer. Also Hund, aber nicht weil keine Kinder. Da verstehe ich die Klugscheisser auch nicht immer die meinen alles zu Wissen.

      Bei der Rückkehr aus einem Tauchurlaub aus den Philippinen ergab sich dann, dass der Urlaub so toll war dass meine Frau schwanger geworden ist.

      Deswegen Standesamt, 20 min um gesetzlich alles geregelt zu haben. Keine weitere Veranstaltung für Freibiergesichter :D

      Da mein Bruder ein Trisomie 21 Kind hat, das wohl nicht in die Kategorie von den anderen fällt, weil die das komplette Paket abbekommen hat und völlig lebensunfähig, Herzkrank, mit 16 noch Windeln tragen muss und mit Tobsuchtsanfällen immer zu rechnen sein muss, haben wir frühzeitig eine Untersuchung gemacht um zumindest eine Entscheidung treffen zu können.
      Hier gibt es auch immer Klugscheisser die einem Geschichte erzählen wollen, dass das alles nicht so schlimm ist. Das ist schlimm, ich weiss es.
      Meiner Frau habe ich volle Unterstützung zugesichert, egal welche Entscheidung sie dann treffen würde, aber es musste keine Entscheidung her.

      Das Kind hat natürlich alles verändert. Sie ist das wichtigste in meinem Leben und ich vermisse überhaupt nichts auf das ich vielleicht verzichten musste.
      Eine späte Vaterschaft (36) hat den Vorteil dass ich so viel erlebt habe dass niemals das Gefühl aufgekommen ist, etwas zu verpassen.

      Und wenn man keine Kinder will, dann will man keine.
      Wir haben alle dieselben Grundrechte und wenn das ein anderer nicht kapiert, dann hat eher der ein Problem als derjenige der sich sein Leben so gestaltet wie er oder sie es am besten findet.
      Religionskriege sind Konflikte zwischen erwachsenen Menschen, bei denen es darum geht, wer den cooleren, imaginaeren Freund hat

      Pekkorino wrote:

      Wir haben alle dieselben Grundrechte und wenn das ein anderer nicht kapiert, dann hat eher der ein Problem als derjenige der sich sein Leben so gestaltet wie er oder sie es am besten findet.
      Genau das.
      Bei mir war es so, dass ich immer Kinder wollte und die Frauen nicht. Als ich jung war, hab ich noch darüber diskutiert, später im Leben habe ich gelernt zu akzeptieren.
      Ich kompensierte das als mehrfacher Patenonkel, ich hab irgendwie mehr Frauen als Männer als Freunde und bin immer erste Wahl, wenn die Kinder kommen. Ich habe auch ein schöne Geschichte, als mir ein zweieinhalbjähriges Mädchen im Supermarkt entgegengewackelt kam und ich hab gedacht, es ist mein Patenkind von vor dreissig Jahren, die ich immer babygesittet habe - es war ihre Tochter. Ich hatte den Kontakt etwas schleifen lassen und die Geburt nur von Ferne mitgekriegt. Nach den Tränen der Rührung wurde mir klar, dass ich jetzt Quasiopa bin. Mit der richtigen Oma bin ich seit dem Kindergarten befreundet, sie hat das betreffende Mädchen mit 15 bekommen, was auf dem Dorf natürlich ein Skandal war. Ich war gut in Übung, weil ich mit 13 noch einen kleinen Bruder bekommen habe, und einfach weitergewickelt. :D
      Mein bester Freund ist auch kinderlos und kompensiert, indem er, eigentlich Sozialpädagoge, lieber in einer Krabbelstube als Erzieher arbeitet.
      Was ich damit sagen wollte ist - jeder so wie er will, und wenn das Leben nicht so läuft wie geplant gibt es immer noch Möglichkeiten. Aber den Frauen Vorwürfe zu machen, wenn sie keine Kinder wollen, geht gar nicht.
      HODOR !

      Esmeralda wrote:

      Warum denn das? Sie kann doch nichts dafür.


      Sie hat Angst davor, was auf sie zukommt. Sie macht sich auch Vorwürfe, weil sie die Untersuchungen am Anfang nicht gemacht hat. Aber was hätte sie dann gemacht? Ich habe diese Untersuchungen auch nicht machen lassen, weil ich mit einem Wahrscheinlichkeitswert nix anfangen kann. Was macht man damit?
      "Many that live deserve death. And some that die deserve life. Can you give it to them? Then do not be too eager to deal out death in judgement. For even the very wise cannot see all ends.” - J.R.R.T.

      Pekkorino wrote:

      Hier gibt es auch immer Klugscheisser die einem Geschichte erzählen wollen, dass das alles nicht so schlimm ist. Das ist schlimm, ich weiss es.
      Falls du mich jetzt meintest: natürlich weiß ich, dass es auch sehr harte Fälle gibt. Ich kann aber nur von den Menschen erzählen, die ich persönlich kenne und die waren halt alle relativ entspannt.
      Aber auch ein "normales" Kind kann sich verhaltensgestört entwickeln oder eine schwere Krankheit bekommen, dass ist ebenfalls schlimm und hart für die Familie. Ich sehe es so, dass die Chance nicht schlecht ist, dass es eben nicht schlimm wird. Und ich habe auch nicht behauptet, dass es nicht schlimm ist/sein kann, nur das ich glaube, dass es schon wird.

      Und ich finde es auch in Ordnung, wenn man sich, wenn man weiß, was einen erwartet und sich dem nicht gewachsen fühlt, gegen das Kind entscheidet.
      Es tut mir sehr leid, dass es deinen Bruder so hart getroffen hat. Das ist sicher eine große Belastung für die ganze Familie.

      Narannia wrote:

      Sie hat Angst davor, was auf sie zukommt. Sie macht sich auch Vorwürfe, weil sie die Untersuchungen am Anfang nicht gemacht hat. Aber was hätte sie dann gemacht? Ich habe diese Untersuchungen auch nicht machen lassen, weil ich mit einem Wahrscheinlichkeitswert nix anfangen kann. Was macht man damit?
      Ich war beim ersten 37 und beim zweiten 40, daher Risikogruppe und mir wurde auch angeboten, den Fruchtwassertest zu machen. So gut ich es verstehen kann, dass Frauen dann abtreiben lassen, so wenig hätte ich das gekonnt. Ich habe eine Weile drüber nachgedacht und mich letztendlich gegen den Test entschieden.
      War sicher auch nicht hilfreich, dass es bei einer Kollegin bei der Untersuchung Komplikationen gab, dass Loch (wo die Nadel durchgestochen hatte) sich nicht wieder schloss, sie die ganze Zeit Fruchtwasser verlor und letztendlich die letzten Wochen liegend verbracht hat...


      Mal ein anders dies und das: während ich dies hier schrieb, klingelte das Telefon und eine (sehr unangenehme und unsympathische) Stimme meinte sie wolle mich sprechen. Da sie meinen Namen falsch aussprach (eigentlich kein Ding, passiert in 99 % aller Fälle), habe ich sie korrigiert. Normalerweise entschuldigen sich die Callcenter-Leute dann bei einem, hier nicht. Okay.
      Dann quäkte sie was davon, dass ich bei ihrer Firma (deren Namen ich natürlich nicht verstanden habe) einen offen "Spielantrag" mit meinen Bankdaten hätte, ob ich vergessen hätte, den zu kündigen. Ich hab dann gesagt, dass ich keinen "Spielantrag" hätte. Und schwups war aufgelegt...
      Für die "Kündigung" hätte ich bestimmt meine Bankdaten erzählen müssen... :rolleyes:
      I've come to the point in my life where I need a stronger word than "FUCK".

      Esmeralda wrote:

      Mal ein anders dies und das: während ich dies hier schrieb, klingelte das Telefon und eine (sehr unangenehme und unsympathische) Stimme meinte sie wolle mich sprechen. Da sie meinen Namen falsch aussprach (eigentlich kein Ding, passiert in 99 % aller Fälle), habe ich sie korrigiert. Normalerweise entschuldigen sich die Callcenter-Leute dann bei einem, hier nicht. Okay.
      Dann quäkte sie was davon, dass ich bei ihrer Firma (deren Namen ich natürlich nicht verstanden habe) einen offen "Spielantrag" mit meinen Bankdaten hätte, ob ich vergessen hätte, den zu kündigen. Ich hab dann gesagt, dass ich keinen "Spielantrag" hätte. Und schwups war aufgelegt...
      Für die "Kündigung" hätte ich bestimmt meine Bankdaten erzählen müssen...


      So einen hatte ich vor einigen Wochen auch am Telefon. Ich hätte da angeblich was abgeschlossen und sie hätten auch meine IBAN vorliegen. Ich hätte aber wohl vergessen zu kündigen und aus Kulanz würden sie mir die nächsten Monate aber einen günstigeren Preis anbieten. Ich müsse nur nochmal meine IBAN angeben. LOL. Hab' auch nur gemeint, dass sie die doch schon hätten und habe aufgelegt.
      Ich checke bei sowas die Nummer immer noch über Google.
      "Many that live deserve death. And some that die deserve life. Can you give it to them? Then do not be too eager to deal out death in judgement. For even the very wise cannot see all ends.” - J.R.R.T.
      Mein Festnetz habe ich inzwischen stumm geschaltet. 95% aller Anrufe laufen sowieso über Mobil, und wenn es doch mal etwas bedeutendes ist, gibt es den AB. Dort landen dann sehr viele Anrufe die nach dreimal "Hallo" wieder auflegen, oder Band-Ansagen weil ich schon wieder eine Traumreise gewonnen habe.
      It`s not easy to be a birdplane.

      Ich muss meine Reaktionen haben dürfen!
      Bei meiner Mutter hat hin und wieder ein "Neffe" angerufen, der sich freudig daran erinnerte, wie lieb er sie hat und ob sie ihm nicht einen Haufen Geld borgen könnte.

      Meine Mutter ist aber nicht so alt wie ihr sehr altmodischer Name und hat freudig eine Übergabe des Geldes ausgemacht nach dem dritten Versuch. (Bei den ersten zwei hat sie noch wutentbrannt gemeint, dass sie nicht so viele Neffen hätte, um genau zu sein , nur zwei, und deren Namen wüsste sie sehr genau - und aufgelegt.)

      Es dürfte der "Neffe" dann doch die Anwesenheit der Kriminalbeamten geahnt haben und tauchte nicht auf.

      Leider lassen sich meine Eltern aber trotzdem nicht ausreden, ihre Nummer nicht aus dem Telefonbuch zu löschen zu lassen. Es könnte mal ja wirklich ein entfernter Anverwandter in Not kommen ... (Meine Vater hat wirklich eine sehr große und weit verzweigte Familie, seine Mutter hatte sieben Geschwister.)

      Da aber der Mißtrauensgrundsatz bei meinen Eltern über allem kreist, hoffe ich mal, das hat keine weiteren Folgen.
      Sorry, no dragons in Winterfell!

      Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!

      Post was edited 1 time, last by “ssnake” ().