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      Ich habe gerade Paladins Grace von T. Kingfisher beendet und möchte es den Damen ans Herz legen, wenn sie was für Kakao/Tee-Kuscheldeckenabende suchen.

      Es ist ein (Mittelalter-)Fantasy-Krimi-Romanze-Buch (mit Betonung auf Romanze würde ich sagen) und "warm" und "kuschelig" und "lighthearted" und bisweilen auf beinahe pratchettige Weise lustig.
      T. Kingfisher heißt eigentlich Ursula Vernon und hat den Nebula, den Hugo und auch praktisch sonst alles im Universum gewonnen, die kann also grundsätzlich durchaus was.

      Abgesehen davon ist..

      Stephen´s god died a little after noon on the longest day of the year.

      vermutlich der coolste erste Satz eines Buches, den ich innerhalb der letzten fünf Jahre gelesen habe. Falls jemand also Aufmunterung braucht und eine verhältnismäßig anspruchslose aber knuffig-kitschige und nie schlecht geschriebene Feel-Good-Lektüre sucht - das ist sie.

      PS: Ihr aktueller Roman heißt "A Wizards Guide to Defensive Baking" - nur um mal anzudeuten wohin es so humoristisch geht.
      I have been despised by better men than you.

      Post was edited 1 time, last by “Maegwin” ().

      Ich mache gerade einen Re-Read der Saxon Chronicles von Bernard Cornwell.
      Der letzte, 13. Band ist gerade auf Englisch erschienen, da wollte ich noch mal mit Uhtred auf die Reise gehen, bevor ich mich an den Abschlussband traue.
      Gruß, Beltane
      "See the path cut by the moon - for you to walk on"
      Wildbow (John McCrae) - Pact
      Wildbow's zweite Web-Serie, diesmal angesiedelt im Modern-Supernatural-Genre: Eine moderne Welt mit Magie + den verschiedensten Fabelwesen. Die Geschichte hat ihren Ausgangspunkt im Erbe des Protagonisten, dessen Großmutter eine einflußreiche Magie-Praktizierende (practitioner) war. Zunächst mal sticht erneut das Worldbuilding deutlich positiv heraus. Ein Magie-System, das in den Grundzügen nicht revolutionär, aber sehr gut wirkt und durch die Ausarbeitung dann genial wird.

      Mini-Spoiler, nur zum Magie-System, aber man weiß es eben nicht von Beginn:
      Show Spoiler
      Einerseits gibt es die Spirits, die fast allem (Objekten + Lebewesen) innwohnen und durch deren Manipulation die meiste Magie gewirkt wird. Dabei wirken sie als Beurteiler, Beobachter, Publikum des Verhaltens der Magie-Wirkenden (allerdings eher instinkt- als intellektgesteuert) und damit natürlich auch als Leser-Insert. Entsprechend wird fleißig mit Genre-Tropes und deren in-World-sinnvollem Einsatz gespielt.

      Fast noch interessanter finde ich den Aspekt, dass Lügen für Magie-Wirkende gefährlich sind, da man dadurch leicht den Unmut dieser Spirits auf sich zieht. Das sorgt für viele spannende zwischen-den-Zeilen-zu-lesende Dialoge, Doppeldeutigkeiten und Interpretation jeder Zeile.


      Dabei bleiben die "Regeln" des Systems vage und soft genug, um mehr wie Magie als ein abstraktes Regelwerk zu wirken, aber definiert genug, um nicht wilkürlich zu werden. Dazu stecken wieder unfassbar viele Ideen, clevere Dialoge und einige sehr stark ausgearbeitete, einzigartige Charaktere darin, und natürlich auch wieder allgemeinere größere Themen, die im Vorbeigehen behandelt werden (hier vor allem gesellschaftlich, zum "Kreislauf der Generationen" a la "je älter, desto eher passt man sich dem bestehenden System an"). Zudem kann Wildbow Horror sehr gut schreiben (was man schon durch die Slaugherhouse Nine aus Worm wusste) und das bietet sich in diesem Genre natürlich an.

      Die Pacing-Probleme, die manche Leser hatten, kann ich nicht nachvollziehen, gerade weil der "Scope" der Handlung diesmal überschaubar bleibt.

      Nicht ganz sicher bin ich noch, ob ich mit dem Ende wirklich zufrieden bin. Es ist jedenfalls nicht so perfekt eine Krone auf allem Behandelten setzend, wie noch in Worm. Für mich war es beim ersten letzten leider eine leichte Enttäuschung.

      Trotzdem klare Empfehlung. 5/5

      Sarah Burns - The Central Parc Five - A Chronicle of a City Wilding

      Fand die Netflix-Miniserie (um fünf Jugendliche, den in einem unfassbar rassitischen und ungerechten Vorgang (von der Verhaftung bis zum Prozess) nach erzwungenen aber absurden Geständnissen eine skandalöse Strafe für die Vergewaltigung einer Joggerin, an der sie offensichtlich nicht beteiligt waren, erhielten) bewegend und wollte mehr über die Hintergründe erfahren. Habe das Buch leider vor einigen Monaten gelesen und kann meinen Eindruck nicht mehr klar genug von der Serie trennen. Fand es aber glaube ich durchschnittlich, wie auch mein goodreads sagt:
      3/5

      Karsten Dusse - Achtsam morden

      Thriller-Groteske um einen Anwalt, der durchs Achtsamkeits-Training vieles weniger ernst nimmt und dadurch irgendwann aus Versehen einen Mord gegeht. Ganz witziger Schreibstil, unterhaltsamer Plot (wenn auch manchmal sogar innerhalb des Genres etwas unglaubwürdig; Stichwort Sitzung im Kindergarten). Ich glaube nicht, dass auch eine Aussage zur Achtsamkeit dahintersteckt. Aber liest sich ganz gut weg. Solide Unterhaltung. 3/5

      Ian Banks - The Player of Games

      Mein erstes Culture-Buch. Es geht um eine hochentwickelte Post-Scarcity-Gesellschaft und einen Protagonisten darin, der sein Können im Spielen (von allen möglichen Brettspiel-Äquivalenten der Zukunft) in einem ernsten Kontext wird einsetzen müssen. Das Setting ist absolut genial und ich weiß jetzt schon, dass ich dort bald weiterlesen werde. Die Konzeption der Culture als sehr konsequent gedachte Beinahe-Utopie (zumindest nach bisherigem Wissen) ist faszinierend. Die erste Hälfte des Buchs, die nur innerhalb der Culture spielt, in der aber sehr wenig passiert, hat mich schon in ihren Bann gezogen. Danach ist das Buch für mich etwas abgefallen. Ich bin emotional mit dem Hauptcharacter nie ganz warm geworden, verstehe aber gut, wieso er so angelegt ist. Ich mag auch den Vergleich zwischen Culture und Empire, der einem insgesamt durch das Buch nahegelegt wird, der natürlich eindeutig ausgeht, aber je nachdem wieviel man nachdenkt und welche moralischen Werte man hat, möglicherweise näher an "Demokratie ist das am wenigsten schlimme Übel" als an "Utopie vs. Dystopie" ist. Die Action-Anteile (mit dem Botschafter) mochte ich gar nicht, aber sie gehören wohl an diese Stelle. Banks' Schreibstil war für mich eher "einfach da" und ist in keine Richtung aufgefallen. Der Plot ist auch nichts besonderes oder mitreißend. Aber allein wegen der Ideen/Themen/dem Wordbuilding sollte man das Buch gelesen haben. 4/5

      Tana French - Broken Harbour
      Das alte Muster war wieder da, ich kann gut auf meine vorherigen Kritiken verweisen: Superspannendes Buch, absolut mitreißend und auch ein einzig-artiger, toller Schreibstil. Interessanter Hauptcharakter, der gekonnt charakterisiert wird, aber ein Ende das sowohl beim Kriminalfall als auch beim Protagonist eher "Naja, okay" als super ist. Ist in diesem Genre für mich leider durchaus ein wichtiger Aspekt. Liest man ihre Bücher mehr als Charakterstudie denn als Krimi, kann man darüber vermutlich besser hinwegsehen. Für mich 3/5

      Cure Dolly - Unlocking Japanese

      Das Buch ist nur einer kleiner Ausschnitt der entsprechenden Youtube-Videos zum Lernen der japanischen Sprache (deren Präsentation ist furchtbar, aber mit Untertiteln + Ton aus + doppelter Geschwindigkeit kommt man gut klar). Die Inhalte sind das beste, was ich zum Lernen von japanisch gefunden habe, habe einiges probiert. Das Buch ist sehr kurz, bietet also nur einen kleinen Ausschnitt davon. 4/5

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      Oh, nicht spoilern bitte. Ich lese es auch noch.
      Ich glaube, ich war lange nicht mehr hier, muss Euch mal auf Stand bringen. :P
      Bin ein Comicfan geworden, auch wenn die kleine Schrift manchmal nervt, dabei hab ich inzwischen sogar ne Gleitsichtbrille.

      Umbrella Academy
      Fands ganz gut, aber die Serie mag ich lieber. Ich glaube, so ein riesiger Comicfan bin ich dann doch nicht, diese Superheldensachen, egal in welcher Coleur, meinetwegen auch so ironisch wie hier, faszinieren mich nicht. In der Serie kommt das nicht so rüber, dass sie Superhelden sein sollen, wahrscheinlich liegt sie mir deshalb mehr. Außerdem ist sie bunter.

      Die drei Leben der Hanna Arendt
      Ich bin von Politikwissenschaftler*innen umgeben und wollte schon immer mal wissen, was es mit Hanna Arendt auf sich hat. Das Buch ist sehr sehr spannend, ich verstehe die Faszination für diese außergewöhnliche Frau.

      Kein Comic: ich habe endlich mal mit Aronovichs Flüsse von London Reihe angefangen und finde sie gut. Ich würde jetzt nicht gerade begeistert sagen. Leider fehlen mir manchmal erzählerische Zwischenschritte oder Erklärungen. Manches bleibt bei mir auf der Strecke. Kleines Beispiel, das ich mal in Spoiler packe:
      Show Spoiler
      In Band 1 räuchern die beiden eine Vampirbude aus. Ich habe nicht kapiert, wie die beiden zu Vampiren wurden und was mit den Kindern passiert ist. Und sowas ist häufiger, was ist mit den drei Damen aus Band 2, sind das Zombies, Geister, da ist auch nur so ne magere Erklärung, dass die sich irgendwie über den Bombenanschlag hinwegmeditiert haben.

      Peter kapiert alles, ich leider manchmal nur die Hälfte. Muss mal schauen, ob mich das zunehmend nervt oder ob die lustige Schreibweise, die Schilderungen von London (da krieg ich unheimliches Fernweh ;( ) und die einigermaßen fesselnden Stories reichen.
      Wie findet Ihr die Reihe? Hat die einen eigenen Faden?

      Oh, da fällt mir ein, dass ich vorher noch Ein gutes Omen und Niemalsland gelesen habe und beide sehr mochte. Zum ersten Buch fand ich auch die Serie toll und sehr am Buch orientiert, das sind zwei richtige kleine Schätze. <3

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      Maegwin wrote:

      Die Grunts sind für mich reine Sprechblasen für Eriksons Bier & MRE-Lagerfeuer-Philosophie. Was per se nicht zwingend etwas Schlimmes ist, das macht Sapkowski ja auch gern.


      Sapkowski finde ich bisher unterhaltsamer. Trotzdem erkenne ich in Eriksons Schreibe
      viele Qualitäten und in seinen Interviews hat er bei mir ein sympathischen, vernünftigen Eindruck hinterlassen. So gehört MBOTF tatsächlich zu den Buchreihen, bei denen es ich mir vorstellen kann,
      ihnen bei Gelegenheit noch einmal eine Chance zu geben. Spannend klingt auch seine Kharkanas Trilogy. Die soll im Grundton düsterer und philosophischer als die Hauptreihe sein und Erikson hat auch versprochen, sie zeitnah zu vollenden :thumbup:

      Ich bin inzwischen auch dazu gekommen, A Canticle for Leibowitz zu lesen. Seine philosophischen und theologischen Diskurse waren wirklich sehr interessant. Walter M. Miller Jr. muss ein sehr gebildeter Mensch gewesen sein. Das Worldbuilding fand ich überzeugend. Doch irgendwie hat mich die Geschichte an sich nicht mitgenommen. Ich bin aber auch hier bereit, später noch einmal an einen Reread zu wagen.

      Joe Abercrombies The Trouble with Peace war für mich bisher leider die Entäuschung des Jahres. Dem Rave Review bei Wertzone kann ich mich überhaupt nicht anschließen. Abercrombie fällt hier m.E. in längst überwunden geglaubte Schwächen (mäßiger Plot, repetitiver Humor und Charaktersierungen) zurück. Die Entwicklung der meisten Hauptfiguren (da v.a. Savine) hat mir einfach nicht zugesagt.

      Vielleicht liegt es auch an der dramatischen weltpolitischen Lage, dass ich zur Zeit Schwierigkeiten habe, mich auf fiktive Stoffe einzulassen. Auch prinzipiell interessante, gut gemachte TV-Serien wie Raised by Wolves oder Lovecraft Country können gerade bei mir keine wirkliche Begeisterung hervorufen. Dagegen lese ich wieder regelmäßig Newsfeeds, Blogbeiträge, Kommentare und Analysen zum politschen und wirtschaftlichen Geschehen. Dazu kommen einige Sachbücher. So kann ich The Age of Surveillance Capitalism von Shoshana Zuboff uneingeschränkt empfehlen.
      “I: You’re a communist then. S: Let’s say I’m old enough not to be dazzled by Ayn Rand.”

      Kameron Hurley, The Light Brigade

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