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      Tana French - In the Woods
      Ein Krimi, der in Irland spielt, der erste Teil der "Dublin Murder Squad"-Reihe. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen und auch die Charaktere fand ich zumindest zu Beginn sehr überzeugend, vor allem Cassie. Durch diese beiden Punkte (nicht so sehr durch den Inhalt, d.h. den aktuellen Fall, der gut, aber nicht außergewöhnlich ist) war das Buch ein absoluter Pageturner für mich. Etwa nach der Hälfte war ich daher sehr überzeugt, dass ich das Buch sehr gut bewerten würde.
      Leider gab es aber später Punkte, die ich nur okay bis sogar schlecht fand (massive Spoiler):
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      Die Auflösung des Hauptfalles war okay, aber nichts besonderes und vor allem nicht sehr überraschend in ihren Grundzügen (in den Details sicherlich schon!). Die Darstellung der Ermittlung und wie sie sich entwickelt hat, hat mich mehr überzeugt als die Auflösung. Dass die Hintergrundgeschichte nicht aufgelöst wurde, hat mich nicht besonders gestört, das hat eher zum Realismus beigetragen. Ich kann aber auch verstehen, dass das für andere eine große Enttäuschung war, denn dramatisch ist das natürlich eine gewagte Entscheidung. Was mich aber gegen Ende besonders gestört hat war der Hauptcharakter. Spätestens nachdem man er mit Cassie geschlafen hat, merkt man, dass er ein ziemliches Arschloch ist (man hätte das vorher schon erahnen können) und während mir klar ist, dass er bewußt unsympathisch gezeichnet wird (das wird recht explizit im Text erwähnt), hat das meinen Ärger ihm gegenüber nicht besser gemacht und die Freude am Buch durchaus verleidet. Hätte ich einen besonderen Sinn in diesem unsympathischen (und auch unzuverlässigen, aber das war nicht so sehr mein Problem) Erzähler gesehen, so hätte ich mich vielleicht auch geärgert, aber hinterher nach Reflektion darüber das Buch durchaus wertgeschätzt. Den gab es für mich aber nicht wirklich - wenn es da jemand besser erging: Bitte erleuchten. Ich meine, dass er in der Ermittlung viele Fehler macht wegen seinem Trauma und Sachen falsch einschätzt wegen falscher oder verschwommener Erinnerungen - das fand ich durchaus interessant und hat auch einen Sinn. Aber wie er sich den anderen Charakteren gegenüber verhält (Rosalind [er wusste ja dort noch nicht, wie sie wirklich war], Cassie, mit Abstrichen auch einzelnen Verdächtigen und seiner Mitbewohnerin gegenüber, wobei letztere selbst nervig genug gezeichnet wird, dass man es dort nich besonders schlimm findet), war für mich ohne tiefere Bedeutung nervig... (okay, er ist "fucked up" durch sein Trauma, wird nachher eingeschoben - für mich nicht sehr überzeugend)

      Daher bleibe ich dann bei 3/5, werde die Reihe aber sicher weiterlesen, vor allem nachdem ich gelesen habe, dass und wie sich in Buch 2 der Fokus verschiebt.


      Agatha Christie - Five Little Pigs

      Ein Krimi, in dem Poirot in einem 16 Jahre alten scheinbar absolut klaren Mordfall ermittelt. Er nimmt Kontakt zu den damals beteiligten auf, rekapituliert mit ihnen ihre Erinnerungen an die Geschehnisse und löst natürlich am Ende den Fall. Das Konzept finde ich eigentlich interessant, aber während immer wieder Lippenbekenntnisse daran gemacht werden, dass die Erinnerung nach so langer Zeit trügerisch ist, war für mich extrem unglaubwürdig, wie detailliert die Erinnerungen teilweise waren - ich denke, dass man sich nach so langer Zeit nicht nur falsch sondern auch an viel, viel weniger erinnert. Kann man darüber hinwegsehen (fällt mir bei Agatha Christie nie so schwer, weil ich die Fälle fast eher als Puzzle, denn als realistische Geschichte lese), so ist es aber ein schöner Fall mit einem guten Ende.
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      Und ja, ich bin auf den (zu) offensichtlichen Red Herring reingefallen. Zumindest bis er aufgelöst wurde, dann war klar, dass noch was kommen muss.

      3/5
      Ich bin gerade an der Reihe der "Asperischen Magier" dran. Sehr locker flockig geschriebene Urban-Fantasy-Reihe mit liebenswerten Charakteren. Ich hab' da richtig Spaß dran.
      Jetzt warte ich auf den 5ten Teil, der Ende des Monats erscheinen soll. Derweil kann ich beim Reread weitermachen.
      "Many that live deserve death. And some that die deserve life. Can you give it to them? Then do not be too eager to deal out death in judgement. For even the very wise cannot see all ends.” - J.R.R.T.

      Post was edited 1 time, last by “Narannia” ().

      penelope wrote:


      Ich stelle mir vor, dass @Maegwin vielleicht in diesem Stil ein Märchenbuch schreiben würde. :D Das ist als Kompliment gemeint, bitte nicht falsch verstehen.


      =O :)

      Ich habe vor ein paar Tagen den zweiten der neuen Weitseher-Bände beendet und muss zugeben, dass er doch sehr merkliche Fehler hat. Das heimelige Gefühl ist aber so überwiegend und ich habe mich so sehr auf das Weiterlesen gefreut, dass ich mir beinahe Sorgen mache.
      Es ging mir schon neuerdings mit Tad Williams Fortsetzung seiner Saga so, dass sich die Kindheits- und Jugend und Spätjugendgefühle gegenüber den Büchern monumental auf den Lesegenuss ausgewirkt haben, obwohl ich sie mit meiner heutigen Leseerfahrung rational betrachtet nicht mehr als gut empfinde.

      Ich mache mir ziemliche Sorgen, dass die Zeit einfach vorbei ist, bei der ich gegenüber einem Buchi so unbeschwert euphorisch sein könnte. Etwas gar nicht weglegen kann und mag. Zumindest habe ich so etwas schon sehr lange nicht mehr erlebt.
      I have been despised by better men than you.
      Peter Watts - Echopraxia
      Echopraxia spielt in der Welt von Blindsight und ist im Prinzip eine Parallelerzählung. Wie schon in Blindsight gibt es einige fantastische und ungewöhnliche Ideen und Denkanstöße.
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      Etwa: Die Rolle von Gott als Prozess oder Person oder Virus (!) oder auch die prinzipielle Idee, dass man eine Denkrichtung (hier: Wissenschaft + irgendeine Form von Spiritualität durch die Bicamerals) an den Ergebnissen und nicht unbedingt an den Erklärungen messen sollte.

      Leider sind für mich die zentralen Ideen, die verarbeitet werden (alles was mit Religion zu tun hat) deutlich weniger interessant und gleichzeitig finde ich auch das, was dazu gesagt wird größtenteils weniger überzeugend und auch weniger zusammenhängend als noch in Blindsight. Zusätzlich fand ich das stattfindende 3D-Schach zwischen den superintelligenten Lebensformen hier teilweise eine Spur zu extrem, wobei das vermutlich Absicht ist (einerseits soll man die Motivationen nicht 100-Prozent verstehen können, eben weil wir nicht auf dem entsprechenden Level mitdenken können und gleichzeitig soll glaube ich ein Punkt zu Determinismus gemacht werden).
      Weiter fand ich den Hauptcharakter sehr farblos
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      wenn man das Ende miteinbezieht ist das nur folgerichtig und im Nachhinein kann ich das anerkennen, aber es hat eben trotzdem meinen Spaß beim Lesen des Buches beeinflußt

      und fand, dass etwas viele Action-Szenen vorkamen. Der Haupt-Handlungsstrang, der vor allem in der zweiten Buchhälfte stattfindet
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      ab Ankunft auf Icarus

      ist sehr interessant, aber für mein Gefühl hätte man sich vorher manche Sequenzen sparen können. Außerdem ist es nicht gerade einfach, zu verstehen, was wirklich passiert. Das kann man durchaus als Vorteil oder Nachteil sehen, je nachdem wieviel man bereit ist darüber nachzudenken. Wenn man Blindsight gerne mochte, wird man dazu vermutlich sehr bereit sein.
      Klingt jetzt alles recht negativ, aber das Buch hat durchaus immer noch viele der Stärken von Blindsight, vor allem das hervorragende Worldbuilding oder aber wie oben beschrieben das beiläufige Einbringen einger faszinierender Ideen oder Thesen. Ich fand es aber leider aufgrund der aufgezählten Schwächen ein gutes Stück schlechter. 3/5

      Seanan McGuire - Middlegame
      Ein Buch aus dem UrbanFantasy-Bereich mit den beiden zentralen Hauptcharakteren Roger und Dodger, die einerseits Sprache und andererseits das, was die Autorin sich unter Mathematik vorstellt, verkörpern (Ich würde es eher "Zahlen" als "Mathematik" nennen). Die positiven Dinge zuerst: Der Schreibstil ist sehr schön. Die beiden Protagonisten (und ein dritter Charakter später im Buch) und vor allem ihre Beziehung zueinander sind sehr gut gezeichner und es macht Spaß darüber zu lesen. Es gibt eine sehr interessante Idee zum Thema
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      Zeitreisen/Konzept von Zeit.

      Leider konnte mich das Buch trotzdem nicht überzeugen: Der Fantasy-Teil des Worldbuildings ist meiner Ansicht nach völlig absurd und lebt davon, wahllos irgendwelche Buzzwords zu verwenden, die man einfach akzeptieren muss. Bis zum Ende versteht man nicht, was den jetzt genau zu den Fähigkeiten der Protagonisten oder von irgendjemand anderem gehört.
      Dazu passend auch, dass die Autorin offenkundig keine Ahnung von Mathematik hat, was ungünstig ist, wenn einer der Protagonisten die "Verkörperung von Mathematik" sein soll. Witzigster und aussagekräftigster Punkt um das zu illustrieren an der Stelle, als ein Nebencharakter Roger beschreibt (in einem GradSchool-Setting!):
      He's clearly not a mathematician: he doesn't have any of the visible characteristics, the calculators, the geeky T-shirts with their math puns.

      Wer sich vorstellt, dass Mathematiker auf universitärem Level Taschenrechner benutzen geschweige denn ständig einen bei sich haben, der hat sehr wenig verstanden. Aber klar, wenn man "Mathematik" und "Rechnen/Beschäftigung mit Zahlen" verwechselt, macht das schon Sinn. Und diese Verwechslung zieht sich dann eben durch den Rest des Buches.
      Die Antagonisten sind zwar in ihrer Bösartigkeit irgendwie fasznierend (auf dem Level eines absurd überhöhten Comic-Bösewichts), bleiben aber ansonsten absolut charakterlos und ihre Pläne wirr und unverständlich (auch weil man das Setting und was durch Alchemie möglich ist, einfach nicht versteht). Der Plot, vor allem das Ende ist uninteressant und macht viel zu wenig aus dem großen Potential der oben angedeuteten
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      Idee von Zeitreisen bzw. Einfluß auf die Vergangenheit, die "resettet".

      Kann ich leider nicht empfehlen. 2/5

      Maegwin wrote:



      Ich mache mir ziemliche Sorgen, dass die Zeit einfach vorbei ist, bei der ich gegenüber einem Buchi so unbeschwert euphorisch sein könnte. Etwas gar nicht weglegen kann und mag. Zumindest habe ich so etwas schon sehr lange nicht mehr erlebt.


      Ja, verstehe ich total. Es wird nie wieder so sein, wie beim ersten Mal Harry Potter. *seufz*
      Aber ist doch eigentlich auch gut, dass man sich fortentwickelt. Ich oute mich mal: ich habe in meiner frühen Teenyzeit mit meiner Freundin Groschenromane, Bianca und Julia und was es alles gab gelesen, das würde mir jetzt im Traum nicht mehr einfallen.

      Ich lese manchmal Jugendbücher, die finde ich immer ganz fesselnd, "Erebos" z.B., ist jetzt wirklich auch nichts für den literarischen Anspruch, das fehlt mir dann auch, aber immerhin spannend.

      Im Literaturmagazin im Radio haben sie letztens "IceCream Star" von Sandra Newman sehr gelobt, ich glaube, das schenke ich mir für den Weihnachtsurlaub. Das klingt für mich Dystopienfan ganz gut, hoffentlich nicht zu sehr wie der Übergang von Cronin, sondern etwas gesellschaftskritischer.

      Und: habe letztens im Buchladen "Der Report der Magd" als Comic gesehen. 8o
      Sergej Lukianenko - Wächter der Nacht / Day Watch / Twilight Watch
      Eine Urban Fantasy-Trilogie, die in Russland spielt und vor allem durch gutes Worldbuilidng spannend ist: Es gibt sogenannte "Andere", d.h. Menschen mit besonderen Fähigkeiten, etwa Magier, Hexen, Werwölfe etc., die sich in "Dunkle" und "Lichte" unterscheiden, in den sogenannten "Wachen" organisiert sind und durch einen Vertrag zwischen diesen beiden Seiten sehr genau und bürokratisch wissen, auf welche Art sie durch Magie in den Ablauf der Dinge eingreifen können und auf welche nicht. Gleichzeitig versuchen aber zumindest die Anführer der jeweiligen Wachen (in Moskau) soviel und so subtil wie möglich gegeneinander und viele andere zu intrigreren und langfristige Pläne umzusetzen.
      Eingeteilt ist jedes der drei Bücher, die ich bisher gelesen habe in drei Kapitel, die sich insbesonderen in ersten beiden Büchern eher wie Kurzgeschichten mit losem Zusammenhang lesen. Am Ende spielt doch vieles von dem, was vorher passiert ist eine Rolle, aber trotzdem hatte ich nur im letzten Buch und auch nur für sich genommen, das Gefühl eine zusammenhängende Geschichte zu erleben, was auch einer meiner Kritikpunkte ist.
      Gut gefallen haben mir wie erwähnt das Worldbuilding, der Schreibstil und einige der Idee, die angeschnitten werden, vor allem zur Sinnhaftigkeit einer "Gut"/"Böse"-Einteilung. Außerdem mochte ich das Ende der einzelnen Kapitel, das oft zumindest leicht überraschend war, aber durchaus Sinn machte.
      Nicht so gut gefallen haben mir einerseits die Nebencharaktere, die größtenteils etwas farblos bleiben, und andererseits die Tatsache, dass die vorkommende Magie scheinbar recht beliebige Grenzen hat. Das ist für sich genommen schon etwas, was ich nicht mag, und hier dadurch besonders problematisch, dass einzelne Charaktere derart absurd mächtig sind, dass man manchmal das Gefühl hat, dass kaum jemand überhaupt Handlungsoptionen hat, sondern jeder nur Spielball der Mächtigeren ist. Das ist natürlich Teil der Aussage der Bücher, aber es führt eben dazu, dass man in den Geschichten selbst zumindest stellenweise nicht so gut mitfiebern kann, weil man die Handelnden als zu wenig selbstbestimmt wahrnimmt. Insgesamt war die Trilogie durch diese Faktoren eine Enttäuschung für mich, ich habe mir aber auch sehr viel erwartet, da ich Spektrum vom selben Autor sehr gerne mochte. 3/5

      Michael Conolly - The Lincoln Lawyer
      Justizthriller über einen Strafverteidiger in den USA, der in einen "franchise client" gegen Vorwürfe von versuchter Vergewaltigung und gefährlicher Körperverletzung (oder so, ist schwer Straftatbestände zu übersetzen) verteidigt (d.h. einen, der ihm für die nächsten Jahre ein ordentliches Einkommen bescheren könnte). Spannend erzählt, interessant, dass auch die kleineren Fälle des Protagonisten in der Erzählung vorkommen und später auch eine Rolle spielen, etwas unglaubwürdiges Ende, allgemein nicht zu aufregende Auflösung sondern solide Durchschnittskost. Gerade die entscheidende Szene vor Gericht
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      Kreuzverhör des Opfers, um diese unglaubwürdig/unsympathisch zu machen

      hatte auf mich auch längst nicht die Wirkung, die laut Erzählung auf die Geschworenen hatte. Ob das jetzt an mir oder am Buch liegt, ist natürlich schwer einzuordnen - ich habe es als etwas unglaubwürdig wahrgenommen, weiß aber nicht, ob ich Menschen an sich (= die Geschworenen) überschätze. 3/5

      Manuela Wedel - Wo brennt's denn?: Vom Großbrand in der U-Bahn bis zur Schlange im Klo. Die unglaublichsten Einsätze einer Feuerwehrfrau
      Leider sind die beschriebenen Anekdoten etwas belanglos. Als Einblick darin, wie der Alltag bei der Feuerwehr ist aber ganz nett... Trotzdem nichts interessant genug, um es wirklich weiterzuempfehlen. 2/5

      Tana French - The Likeness
      Jetzt habe ich leider die Befürchtung, dass sich ein Muster in meiner Beurteilung ihrer Romane aufbaut: Wieder sehr gut geschrieben, absolut mitreißend, dann aber mit einem Ende, dass mich kaum überzeugt hat. Immerhin kam ich diesmal mit der Protagonistin und Ermittlerin bis zum Ende viel besser klar - sie macht zwar auch Fehler und trifft fragwürdige Entscheidungen, aber man kann viel besser nachvollziehen, warum sie das macht. Was mich hier am Ende störte, war eher die Auflösung des eigentlichen Falles, die nicht sehr aufregend war und damit auch nicht wirklich zu den unheilvollen Andeutungen vorher im Text (die Geschichte wird nach den Vorkommnissen erzählt, also Andeutungen a la "wenn ich dort schon gewusst hätte, dass..") passt. Also rein wörtlich schon - all diese Andeutungen passen inhaltlich durchaus zum Ende (soweit ich mich an sie erinnere). Aber die Stimmung, die durch diese erzeugt wird, passt für micht nicht zur Auflösung. Viel negatives, aber dadurch, dass ich einen Großteil des Buches mit viel Spaß gelesen habe, werde ich der Reihe wohl noch ein, zwei Chancen geben. 3/5
      Ich habe diese Woche Memory, Sorrow, and Thorn von Tad Williams abgeschlossen.
      Wie hier im Forum schon an einigen Stellen angemerkt wurde, stellt ist dieser Dreiteiler ein schönes Mittelstück in der Entwicklung von Fantasy vom Herrn der Ringe zum Lied von Eis und Feuer.

      Ich liebe die ersten zwei Kapitel aus „Dragonbone Chair“. Williams schafft es perfekt eine schwermütige Stimmung von Verfall einzufangen, wenn man das Gespräch zwischen Prester John und seinem Narr Towser mithört. Und wenn der Hauptcharakter im Wind ein leises Flüstern hört: “We will have it back, manchild. We will have it all back”, stellt sich bei mir eine Gänsehaut ein.

      Dragonbone Chair ist in drei Teile eingeteilt. Jeder Teil hat eine sehr eigene Atmosphäre. Angefangen von einem langsam nahenden und doch unaufhaltsam wirkenden Unheil über eine verzweifelte Suche und Jagd bis hin zum dritten Teil, der tiefer in die Mysterien und „klassischen“ Fantasy Elemente greift.
      Williams schafft dabei eine dichte Atmosphäre in der ich die ersten zwei Drittel sehr genießen konnte.
      Besonders meinen Schreck während in der ersten Begegnung mit den Bukkan werde ich wohl nicht mehr vergessen.

      Leider hat für mich der letzte Teil des Buchs nicht mehr so gut funktioniert.
      Die Herleitung zur „fantastischen Queste“ war überragend gut, doch die darauf folgende Handlung konnte mich dann nicht mehr so recht überzeugen.
      Zumindest bis zum famosen Ende, dass mich sehr versöhnen konnte.

      „The Stone of Farewell“ ist von den drei Bänden mein Liebling. Gefühlt ist in Band Zwei der „Reiseanteil“ am höchsten.
      Und wer Tyrions Reise in Dance with Dragons gelesen hat, weiß wie zäh zu viele und zu lange Reisepassagen sein können.
      Ein Glück dass dies in „Stone of Farewell“ nicht der Fall ist.
      Erneut schlägt hier die dichte Atmosphäre von Williams zu. Die Flucht durch den Aldheorte, das nahende Unheil in Sancellan Aedonitis, die Begegnung mit der roten Hand und natürlich das unheilvolle Ende.
      Selten habe ich eine nahende „fantastische“ Bedrohung so intensiv wahrgenommen wie in diesen Büchern.

      Auch wenn sich die Serie sehr damit zurückhält Antworten auf die immer mehr werdenden Fragen zu geben, bin ich doch in Buch zwei am tiefsten eingetaucht und war interessiert Antworten zu finden und miträtseln wie Ereignisse der Vergangenheit die Gegenwart wohl beeinflussen mögen.

      Leider hat der dritte Band: „To Green Angel Tower“, für mich nicht so gut funktioniert, wie seine Vorgänger.
      Lange habe ich auf Antworten warten müssen und war gespannt nun nach und nach eine Bestätigung meiner Vermutungen zu finden.
      Aber es kam doch ganz anders. Es warteten nur noch mehr Reisen auf mich. Aber diesmal konnte Williams mich nicht in einer dichte Atmosphäre einfangen und schaffte es nicht mehr das Level an Stimmung und Bedrohung aufbauen, für dass ich die vorherigen Bücher bewundert habe.
      Alles schien sich endlos und qualvoll hinzuziehen. Während der Hauptcharakter gebrochen auf dem Boden liegt und noch zweimal hinterher getreten wird, langweilte ich mich da ich keinerlei Konsequenzen für irgendetwas fürchtete.
      All die Fragen wurden schließlich schlagartig in den letzten vier Kapiteln aufgelöst. Zwar gab es ein paar sehr zufriedenstellende Antworten, doch genau so oft fühlte ich, dass eine Auflösung nicht meine Erwartungen treffen konnte. Und das Happy-End wirkte für mich völlig fehl am Platz und schien gar nicht zu der sonst so geerdet und realistisch Welt und ihren Charakteren zu passen.

      Memory, Sorrow, and Thorn ist eine Buchreihe, bei der ich die Reise sehr genossen habe.
      Alleine dafür bin ich sehr froh, die Bücher entdeckt zu haben.
      Dass ich mit dem letzten Band und insbesondere seiner Auflösung zum Ende nicht ganz glücklich wurde, ist schade, schmälert für mich aber keines Falls die gute Zeit die ich insbesondere mit „Stone of Farewell“ hatte.
      Wer die Bücher noch nicht kennt, der sollte sie unbedingt lesen. Alleine um selbst die Verbindungen Entwicklungsstufe zu GRRM Werk für sich zu entdecken.

      10/10 wunderschöne Tunnelgewölbe. :thumbup:
      “Remember! Reality is an illusion, the universe is a hologram, buy gold, bye!” - Bill Cipher

      Post was edited 1 time, last by “No-One” ().

      Hallo zusammen.
      Mal wieder etwas von mir. Eine flüchtige Zusammenstellung der zuletzt gelesenen Bücher.

      Das Geheimnis der großen Schwerter von Tad Williams

      Die 4 Bücher haben mir wirklich sehr gut gefallen. Tad schreibt unheimlich gut, die Geschichte um die 2 Brüder, Simon und seiner holden Maid ist wirklich schön zu lesen. Alles etwas langsam und episch, aber mir hat die Reise viel Spaß gemacht. Bei den Sithi hatte ich immer eine Version der blauen „Indianer“ aus „Avatar“ vor Augen. Wenn die neuen Folgebände als Taschenbuch erscheinen werde ich gerne wieder nach Osten Ard reisen. Kann jemand schon eine Einschätzung der neuen Bücher geben?


      Schwert und Krone von Sabine Ebert

      Ich habe die ersten beiden Bände „Meister der Täuschung“ und „Der junge Falke“ gelesen und finde sie recht ansprechend. Werde auch die nächsten Bände lesen und die Barbarossa Saga zu Ende begleiten. Ich bin von Haus aus Geschichtlich interessiert und mag solche Geschichten im historischen Kontext sehr gerne. Der Aufstieg des großen deutschen Kaisers ist schon interessant zu lesen. Frau Ebert vermittelt das ganze recht kurzweilig. Natürlich ist oft kein großer Spannungsbogen vorhanden und die Twists halten sich sehr in Grenzen. Es ist eben was für Leser die Spaß an verpackter Geschichte haben wie zB die Werke von Rebecca Gable.

      Die Löwen von Al—Rassan von Guy G. Kay

      Aaaah! Was für ein wundervolles Buch! Es geht um eine emotionale Geschichte die in einer Fantasywelt spielt die der iberischen Halbinsel zur Zeit der spanischen Reconquista sehr ähnelt. Macht, Intrigen, religiöser Wahn, Freundschaft, Liebe und Toleranz sind die Zutaten dieser fantastischen Reise. Kay schreibt hier wundervoll, oft fast schon poetisch.
      Die fantastischen Elemente sind kaum vorhanden, es liest sich viel mehr wie ein historischer Roman. Absolute Empfehlung von mir.

      Die Herren von Fionavar Band 1—3 von Guy G. Kay

      Nachdem mich die „Löwen“ vom selben Autor so gepackt haben habe ich mir die 3 Bände gebraucht besorgt und bin mit hohen Erwartungen an die Sache ran. Worum geht es? 5 Menschen werden aus dem Toronto der Neuzeit von einem Zauberer in das Land Fionavar „geholt“ um es schlicht und einfach zu retten. Ein großer Unhold Maurim ist erwacht bzw. hat sich befreit und gilt es in die Schranken zu verweisen. Ja gut, klingt nicht innovativ, Kay hat die Bände aber in den 80ern geschrieben, sind also schon etwas betagt. In Summe bin ich aber doch ganz schön enttäuscht von der Geschichte. Es stehen noch ca 150 Seiten vom letzten Band aus aber mich wird das ganze nicht mehr packen. Das liegt zu einem an der doch seltsam konstruierten Story, wo plötzlich Artus, Lancelot und deren gemeinsame Flamme eine große Rolle spielen. Ich fand das passte überhaupt nicht in die Geschichte. Wenn ich was von der Tafelrunde lesen will schlag ich M.Z.Bradley (lacht ihr nur, ich finde es super) oder B.Cornwell auf. Zum anderen enttäuscht mich Kay hier auch schriftstellerisch, wo ich ihn für die Löwen noch so bewundert habe. Seine Protagonisten sind allesamt dermaßen schwermütig das es mitunter anstrengend ist das zu lesen. Er ist einfach in 3 Büchern nicht in der Lage mal einen Satz wie „es war ein wunderschöner Sonnenuntergang als sie in den Eimer urinierte“ zu schreiben. Bei ihm ist es dann immer sowas wie „es war ein wunderschöner Sonnenuntergang als sie mit schmerzverzerrten Gesicht in den schäbigen Eimer urinierte, und sie wusste irgendwie das es wohl ihr letzter war“. Wenn das dann konstant über fast 900 Seiten so geht nervt es irgendwie doch mehr als gedacht. Ich werde das ganze aber trotzdem zu Ende lesen und mich dann aber erstmal von Hr. Kay abwenden. Denn Lesestoff liegt hier noch genug:

      - Die große Stille Band 1+2 von N.K.Jemisin (der letzte Band erscheint auf deutsch im Juli)
      - Locke Lamora Band 1-3 von Scott Lynch
      - Die Midkemia Saga Band 1-4 von R. Feist
      - Zauberklingen (der Neue von Abercrombie)
      - Drachengesänge Band 1 „Der Untergang der Könige“ von J. Lyons

      sowie vorbestellt „Der Orden des geheimen Baumes“ Band 1+2 von Samantha Shannon und „Der Schlüssel der Magie“ Band 1 The Founders von R.J. Bennett

      Sollte jemand von euch das ein oder andere schon mal gelesen haben würde ich mich über eine kurze Einschätzung freuen.

      Bis dann
      Habe mit meinem Sohn den Hobbit begonnen. :love: Er hat sich dieses Lego Hobbit Spiel für die Konsole ausgeliehen und war jetzt endlich mal für die Backgroundstory offen. Ich hatte gar nicht mehr in Erinnerung, wie freundlich das Buch geschrieben ist. Erinnert mich an Roald Dahl, waren die eigentlich miteinander bekannt?

      penelope wrote:

      Erinnert mich an Roald Dahl, waren die eigentlich miteinander bekannt?


      Tolkien hat Hobbit und Herr der Ringe bei dem selben Verlag veröffentlicht, bei dem auch "Charlie und die Schokoladenfabrik" und "James und der Riesenpfirsich" erschienen: George Allen & Unwin Ltd. Tolkien war mit dem Verlag besonders verbunden, da er eine Freundschaft mit dem Sohn des Verlegers, Rayner Unwin, pflegte. Tolkien und Dahl könnten sich also bei den Unwins getroffen haben. Sonst hab ich nix zu dem Thema gefunden.
      Danke für die Aufklärung! ^^
      Vielleicht liegt es einfach daran, dass der Hobbit ein Kinderbuch ist. Macht jedenfalls viel Spaß, das vorzulesen. Wobei ich die Lieder nicht singe, sondern ähm, melodisch als Gedichte vortrage.
      Ob wir dann noch mit HdR anfangen, mal gucken, damit sind wir wahrscheinlich bis zur Volljährigkeit beschäftigt. :D

      Maegwin wrote:

      Ich glaube das wird nichts mit mir und Dune.


      Haha, Dune ist tatsächlich nicht für seine elegante Prosa bekannt. Das Worlbuilding und die Diskussion verschiedener Themen finde ich aber immer noch sehr bemerkswert, auch wenn inzwischen vieles davon zum kulturellen Mainstream gehört (siehe Star Wars).
      Ich habe mir heute vorgenommen, endlich A Canticle for Leibowitz von Walter M. Miller, Jr. zu lesen. Das soll von der thematischen Tiefe vergleichbar mit Dune sein, dabei aber wesentlich besser geschrieben.

      Show Spoiler


      Significant themes of his stories included loss of scientific knowledge
      or "socio-technological regression and its presumed antithesis,
      continued technological advance", its preservation through oral
      transmission, the guardianship of archives by priests, and "that side of
      [human] behavior which can only be termed religious".
      These thematic elements, combined with the growing subgenre of the
      "post-disaster" story and Miller's own World War II experiences, set the
      stage for the short story that would become the opening section of A Canticle for Leibowitz


      Quelle

      Und dann gäbe es noch The Book of the New Sun von Gene Wolf.
      “I: You’re a communist then. S: Let’s say I’m old enough not to be dazzled by Ayn Rand.”

      Kameron Hurley, The Light Brigade

      Post was edited 1 time, last by “a.rogue.prince” ().

      Genau genommen bist du an meinem Elend schuld, weil Kameron Hurley auf die Litany Against Fear verwiesen hat und ich mir dachte, ja, den Klassiker könnte ich auch mal abhaken.
      Ich finde die Lore aus meiner heutigen Perspektive immer noch sehr schön - allein die beiden Häusernamen sind ja irgendwie zum Verlieben. Ich kann mir nur ansatzweise vorstellen, welchen Eindruck das Werk im passenden zeitlichen Kontext gemacht haben muss. Ich bin allerdings nicht sicher, ob ich bereit bin dafür weitere Szenen mit Gargamel und Azrael zu ertragen. Vermutlich wird es eher ein Nebenprojekt.

      The Light Brigade habe ich übrigens an zwei Abenden weggelesen und hatte viel Freude daran. Mit einem kleinen Aber für das Ende vielleicht, aber es hat sich sehr frisch gelesen. Vielen Dank also für den Tipp.

      Und dann gäbe es noch The Book of the New Sun von Gene Wolf.


      Interessant.

      Ich habe mir heute vorgenommen, endlich A Canticle for Leibowitz von Walter M. Miller, Jr. zu lesen. Das soll von der thematischen Tiefe vergleichbar mit Dune sein, dabei aber wesentlich besser geschrieben.


      Würde mich über ein Fazit freuen. Ich kenne mich im Sci-Fi-Bereich nicht wirklich gut aus und seit dem Drei Sonnen Debakel habe ich auch ein wenig die Lust an Testkäufen verloren.
      I have been despised by better men than you.

      Maegwin wrote:

      The Light Brigade habe ich übrigens an zwei Abenden weggelesen und hatte viel Freude daran. Mit einem kleinen Aber für das Ende vielleicht, aber es hat sich sehr frisch gelesen. Vielen Dank also für den Tipp.


      Aber gerne doch. Ich habe ein bißchen vermutet, dass dir oft sehr vordergründige politische Botschaft nicht zu sagen wird. Freut mich sehr, dass es für dich größenteils funktioniert hat.



      Würde mich über ein Fazit freuen.


      Ich werde es versuchen.
      “I: You’re a communist then. S: Let’s say I’m old enough not to be dazzled by Ayn Rand.”

      Kameron Hurley, The Light Brigade

      Maegwin wrote:

      Ich kenne mich im Sci-Fi-Bereich nicht wirklich gut aus und seit dem Drei Sonnen Debakel habe ich auch ein wenig die Lust an Testkäufen verloren.
      Da hab ich das Lesen schnell aufgegeben und die Hörspiele des WDR gehört, weil ich immerhin wissen wollte, wies weitergeht. Ich bin ja eher über die SF zur Fantasy gekommen, das technische Element der SF hat mich nie interessiert, am besten gefallen mir meist Werke, die irgendwie zwischen den Genres liegen, und da empfehle ich als soften Übergang Ursula K. LeGuin (Hainish-Zyklus), Michael Bishop (bis Mitte der 80er, dann lässt er nach) und J.G. Ballard (vor allem die Vermillion-Sands-Stories)

      A Canticle for Leibowitz ist für mich der beste Post-Doomsday-Roman, das war mal mein Lieblingsgenre, und ich habe viele gelesen. Aber die Atmosphäre dieses Buches ist imho unerreicht.
      Als Geheimtipp für Menschen mit bajuwarischen Wurzeln kann ich noch An den Feuern der Leyermark von Carl Amery empfehlen. Der letzte Post-Doomsday-Roman, den ich gelesen habe, ist Borne von Jeff Vandermeer, fliegende Riesenbären machen in den Trümmern der Zivilisation unseren Helden das Leben schwer. wie immer bei diesem Autor wird man von seiner ausufernden Fantasie regelrecht erschlagen, seine Stärke ist aber die Zeichnung des Innenlebens der Protagonisten.

      Gene Wolfe ist einer meiner Lieblingsautoren, the Book of the New Sun ist mir aber ehrlichgesagt zu hoch. Ich habe bestimmt zehnmal versucht, es zu lesen, weil ich alle andere Bücher von ihm verschlungen habe, auch seine Fantasy, The Wizard und The Knight. BotNS ist einzigartig, aber sehr heavy, kryptisch, und ich bringe offenbar nicht die Konzentration dafür auf, aber ich werde es bestimmt nochmal versuchen.
      HODOR !

      hodor wrote:

      Als Geheimtipp für Menschen mit bajuwarischen Wurzeln kann ich noch An den Feuern der Leyermark von Carl Amery empfehlen.

      Der Empfehlung kann ich mir nur anschließen. Mit der Einschränkung, dass plot-orientierte Leser enttäuscht sein könnten.

      Von Carl Amery gibt es auch einen sehr guten Zeitmaschinenroman: "Das Königsprojekt" und ein ebenfalls lesenswertes kürzeres postapokalyptisches Büchlein "Der Untergang der Stadt Passau". Im Vorwort des letzteren verweist er auf "A canticle for Leibowitz".
      Ja, die späten 70er/frühen 80er waren eine gute Zeit für die SF in Deutschland. Ich werde richtig sentimental, wenn ich dran denke, wie ich als Teenie jeden Monat gar nicht so viel gutes Zeug kaufen konnte, wie es da jeden Monat veröffentlicht wurde. Unser Schorsch kam bei Goldmann raus, und den Heyne-Katalog kannte ich auswendig. Man schaue sich da mal nur das alte Programm mit den Katalog-Nummern von 3600 bis 4000 an, was da alles rauskam... seufz.
      Die Amery-Bücher sind heute legendär. Damals waren sie eher schräge Ausnahmeerscheinung, SF aus Deutschland. Aber es gab ganze Storybände mit deutschen SF-Autoren, und zwar regelmä0ig. Heute machen das allenfalls Spezialverlage.
      Kurt Zauners Die Enkel der Rakenbauer fällt mir noch ein, das auch damals rauskam. Und ich erinnere mich an die Titel noch, obwohl es 40 Jahre her ist, das ich das gelesen hab.
      Edit: Von wegen! Er heisst Georg Zauner. :cursing:
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      hodor wrote:

      Da hab ich das Lesen schnell aufgegeben und die Hörspiele des WDR gehört, weil ich immerhin wissen wollte, wies weitergeht. Ich bin ja eher über die SF zur Fantasy gekommen, das technische Element der SF hat mich nie interessiert, am besten gefallen mir meist Werke, die irgendwie zwischen den Genres liegen, und da empfehle ich als soften Übergang Ursula K. LeGuin (Hainish-Zyklus), Michael Bishop (bis Mitte der 80er, dann lässt er nach) und J.G. Ballard (vor allem die Vermillion-Sands-Stories)

      interessant, danke auch. Hast du trisolaris-triologie denn zu ende geschafft? Hör gerade das dritte Buch ein zweites mal, flasht mich immer noch mega <3 (das erste komplett in der originallesung nochmal zu hören, würd ich mich vermutlich auch schwer tun). Bei technischen Sachen bin ich glaub ich etwas ambivalent, aber gerade wenn es dann um andere Dimensionen und zeitbegriffe geht find ich das oft schon ziemlich spannend.

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      Rory2016 wrote:

      Hast du trisolaris-triologie denn zu ende geschafft?
      Ja klar, die WDR-Hörspiele sind auch immer sehr gut. Nach eineinhalb Büchern hat mich halt der Stil genervt, der Beginn mit der Kulturrevolution in China hat mich eigentlich in die Serie reingezogen, und das Konzept der Serie ist gut, ich wollte halt blos nicht weiterlesen, weil ich fand, dass der Autor kein guter Erzähler ist. Die Hörspiele sind dann komprimiert, man merkt, dass sich da jemand drangesetzt hat, der gut ein Drittel des Stoffes der Bücher einfach rausgeschmissen und sich auf das wesentliche konzentriert hat.

      Weil es weiter oben ein Thema war: Bei Dune sieht man sehr gut, wie wichtig das Editing ist. Ich hab grad Road to Dune gelesen, da sind die Textstellen drin, die der Herausgeber (John W. Campell, ein SF-Gott) herausgeworfen hat, etwa 200 Seiten. Für Fans natürlich total spannend, aber wären sie im Buch gewesen, wäre es völlig unlesbar gewesen, es sind ausschliesslich Worldbuildung-Stellen, in denen Paul etwas lernt, man muss sich das vorstellen, das ist ohne diese Stellen schon das halbe Buch.
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