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      Habe gerade Joe Abercrombies neuestes Buch "A Little Hatred" fertig gelesen. Die positive Entwicklung, die mit den Stand-Alone Bänden begonnen hat, setzt sich hier fort. Das Wordbuilding ist gegenüber der First Law-Triologie tiefer, Plotentwicklung und Figurenentwicklung dynamischer, der Humor abwechlungsreicher. Im Zentrum des Geschehens stehen die Nachkommen einiger Figuren der bisherigen Bänden, die sich in einer radikal wandelnden Welt zu behaupten versuchen. The Circle of World steht in der Frühphase einer Industrialisierung. Unternehmer und Investoren treiben mittels Schöpferischer Zerstörung die Auflösung der agrarischen Gesellschaft voran und fordern den alten Adel heraus. Aus diesen Verwerfungen ensteht eine neue Arbeiterklasse, die sich zunehmend politisch organisiert und auch vor radikalen Protestformen wie dem Maschinensturm nicht zurückschreckt. Phantastische Elemente werden bisher sehr sparsam eingesetzt. In Richtung Steampunkt möchte Abercrombie nach eigenen Bekunden nicht gehen. Daneben gibt es auch wieder einige Western-Elemente und Einflüsse von Martin. Ingesamt eine runde Sache. Ich bin gespannt in welche Richtung Abercrombie die Erzählung in beiden Folgebände lenkt.

      Als nächstes könnte bei mir der vierte Band der Song of Shattered Sands Reihe von Bradley Beaulieu ("Beneath the Twisted Trees"), der dritte Band von Don Winslows Crime-Epos über den Krieg gegen die Drogen ("The Border") oder Caitlin R. Kiernans "The Red Tree" anstehen. Letzterer ist ein Horror Roman in der Tradition von Lovecraft und hoffentlich in der beginnenden Herbstzeit sehr stimmungsvoll zu lesen...

      Hier ein Sample Chapter aus "A Little Hatred", in dem Abercrombies Stärken sehr gut deutlich werden:
      Where the Fight’s Hottest

      Zu Abercrombies Buch gibt es einen interessanten Post bei Reddit. In einigen Punkten kann ich die Kritik nachvollziehen. Sie ist aber vielleicht etwas voreilig, weil wir bisher nur den ersten Band kennen. Trotzdem eine gute Diskussionsgrundlage und interessante Kommentare...

      “I: You’re a communist then. S: Let’s say I’m old enough not to be dazzled by Ayn Rand.”

      Kameron Hurley, The Light Brigade

      Post was edited 6 times, last by “a.rogue.prince” ().

      So, bin mit Blackout fertig.

      Dass der Roman seit seiner Ersterscheinung 2012 in der 33. Auflage ist, ist nur berechtigt.

      Sehr nah an einer Realität, die extrem unbequem erscheint, aber um jede Ecke grinst. Kein komplettes Meisterwerk von der Handlung her (die Jagd auf die Terroristen geht am Ende doch zu schnell), aber die allzu realistischen Bilder quer über den europäischen Kontinent verteilt, sind schon sehr knackig.

      Fazit: Realistischer als ein Endzeitroman von z.B. King, und deswegen umso beängstigender.

      Wertung: 12 Kerzenpackungen, 30 Konserven, ein Spirituskocher, zwei Liter Spiritus und 20 aufgefüllte Wasserflaschen.
      Aber sagts den anderen nicht weiter, dass es bei mir sowas gibt! ;)

      Edit: Geigerzähler habe ich absichtlich nicht besorgt. Wem nützt es denn am Ende, zu wissen, wie verstrahlt man ist, wenn absolut niemand was dagegen tun kann?
      Sorry, no dragons in Winterfell!

      Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!
      Ich habe es mit "Die Drei Sonnen versucht", ehrlich.
      Abgesehen davon, dass ich mich gefreut habe, als eine der Figuren ebenfalls festgestellt hat, dass Gott eine extrauniversale Kraft sein müsste komme ich über vierzig Seiten nicht hinaus.
      Mir ist bewusst, dass China nicht Japan ist, aber diese kitschigen Baumallegorien und gürtelpeitschenden fünfzehnjährigen Schulmädchen lesen sich trotzdem wie sich ein Manga guckt. Ich komme mit dem Pathos und der Melodramatik, die ich mittlerweile für einen integralen Bestandteil asiatischen Kulturguts halte einfach nicht zurecht.

      Gern auch als Haiku:

      Ein asiatisches Buch:
      Langeweile.
      Oh! Das Geräusch des Zuklappens eines Deckels.
      I have been despised by better men than you.

      Maegwin wrote:

      Ich habe es mit "Die Drei Sonnen versucht", ehrlich.

      uff, da bin ich jetzt nicht die einzige. Ich fand die Sprache auch ziemlich mühsam.

      Hildegunda wrote:

      Mich hat "The Expanse" jetzt gepackt.

      wenn so viele davon schwärmen, werde ich es lesen.

      Ich hab mich ehrlich gesagt mehr in politischer Literatur eingegraben.
      Die "Ibiza-Affäre" von Frederik Obermaier und Bastian Obermayer, war wirklich unterhaltsam zu lesen, wenn man außer acht lässt - die handelnden Personen waren der Vizekanzler und der Klubobmann (Fraktionsvorsitzende) einer Regierungspartei. Ich las es in einem Zug fertig (genauer gesagt zwischen den Stationen Salzburg und Innsbruck) Vor allem, wie die Recherche von sich ging, war spannend.
      "Die Lust an der Macht hat ihren Ursprung nicht in der Stärke, sondern in der Schwäche." Erich Kästner

      crannogwoman wrote:

      Maegwin wrote:

      Ich habe es mit "Die Drei Sonnen versucht", ehrlich.

      uff, da bin ich jetzt nicht die einzige. Ich fand die Sprache auch ziemlich mühsam.

      Hildegunda wrote:

      Mich hat "The Expanse" jetzt gepackt.

      wenn so viele davon schwärmen, werde ich es lesen.

      Ich hab die Drei Sonnen nach dem ersten Buch abgebrochen und bin auf die Hörspiele vom WDR umgestiegen, die sind gut. Ich fand die Ideen gut, aber der Stil hat mich kämpfen lassen.
      Bei Expanse war es genau das Gegenteil: Ich habe das erste Buch gelesen, ging runter wie Popcorn. Dann musste ich auf das zweite Buch warten, hab ich aber auch noch geschafft. Nach dem dritten Buch wollte ich nicht mehr und bin später auf die TV-Serie umgestiegen.
      Aber ich kann mir vorstellen, dass man die Bücher zackige hintereinander runterlesen kann, ich war einfach zu früh dran.
      HODOR !
      muss sagen dass ich das erste trisolaris buch auch am schwierigsten zu lesen fand, am meisten gepackt (pageturner mäßig) hat mich das dritte. 'Wobei ich ja wieder hörbuchmäßig dabei war.
      Im moment ist "Die Zeuginnen" von Margret Atwood dran, übertrifft den Report der Magd fast, finde ich :)

      Hildegunda wrote:

      Mich hat "The Expanse" jetzt gepackt. Bin bei Band zwei.


      Oh je, der zweite Band hatte mich erst einmal aus der Reihe geworfen. Exakt die selbe Geschichte wie im ersten Band nur viel schlechter und Holdens POV :dash:
      Werde es aber noch einmal versuchen, weil ich Daniel Abraham als Schriftsteller eigentlich sehr mag und viele meinen, dass es ab Band vier wieder besser wird.
      “I: You’re a communist then. S: Let’s say I’m old enough not to be dazzled by Ayn Rand.”

      Kameron Hurley, The Light Brigade
      Exakt die selbe Geschichte wie im ersten Band nur viel schlechter

      Das kann ich so gar nicht bestätigen. Weder empfinde ich ihn schlechter, noch ist es die gleiche Geschichte.
      Interessanterweise ist meine Erfahrung das die meisten Leser die ich kenne bei Band 4 ins stocken geraten und ab 5 wieder mehr Spaß an der Reihe haben.
      "Tigris doofitis ordinaris"
      "Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten."
      "Der Strike ist dem Räumfehler sein Tod..."
      @Dreenan Kel Zalan
      Ich hatte nach dem ersten Band mehr erwartet. Das Setup/Worldbuilding ist nicht spektakulär originell, hat aber durchaus Potential. Stattdessen gab es wieder die Suche nach einer vermissten Person, die obligatorischen Aussenmissionen, Raumschlachten und verrrückte Wissenschaftler, die von Crew-Mitgliedern eigenhändig aus den Verkehr gezogen werden müssen. Die POVs von Bobbie und Avasarala fand ich anfangs noch recht interessant. Aber warum müssen mich die Autoren mit Holdens Beziehungsproblemen und Identitätskrisen belästigen? Zur Mitte hin war das Buch ein Qual zu lesen.
      “I: You’re a communist then. S: Let’s say I’m old enough not to be dazzled by Ayn Rand.”

      Kameron Hurley, The Light Brigade

      Maegwin wrote:

      Ich habe es mit "Die Drei Sonnen versucht", ehrlich.
      Abgesehen davon, dass ich mich gefreut habe, als eine der Figuren ebenfalls festgestellt hat, dass Gott eine extrauniversale Kraft sein müsste komme ich über vierzig Seiten nicht hinaus.
      Mir ist bewusst, dass China nicht Japan ist, aber diese kitschigen Baumallegorien und gürtelpeitschenden fünfzehnjährigen Schulmädchen lesen sich trotzdem wie sich ein Manga guckt. Ich komme mit dem Pathos und der Melodramatik, die ich mittlerweile für einen integralen Bestandteil asiatischen Kulturguts halte einfach nicht zurecht.

      Gern auch als Haiku:

      Ein asiatisches Buch:
      Langeweile.
      Oh! Das Geräusch des Zuklappens eines Deckels.

      Uff, ich hatte mir gerade vorgenommen mich durchzukämpfen in der Hoffnung auf hochwertige inhaltliche Ergüsse.
      Hab heute Permanent Record beendet. Es macht mich stellenweise einfach nur traurig.
      Rhaegar fought valiantly,
      Rhaegar fought nobly,
      Rhaegar fought honorably.
      And Rhaegar died.
      Stattdessen gab es wieder die Suche nach einer vermissten Person, die obligatorischen Aussenmissionen, Raumschlachten und verrrückte Wissenschaftler, die von Crew-Mitgliedern eigenhändig aus den Verkehr gezogen werden müssen.

      Ich fand an dem Plot eben nichts schlecht oder langweilig. Ich fand das Buch spannend mit einem guten Erzähltempo und Atmosphärisch dicht.
      Die POVs von Bobbie und Avasarala fand ich anfangs noch recht interessant.

      Das ging mir auch am Ende noch so.
      Aber warum müssen mich die Autoren mit Holdens Beziehungsproblemen und Identitätskrisen belästigen?

      Weil es zur Charakterentwicklung gehört? Den Figuren Tiefe verleiht? Es ist ja schade das du dich belästigt gefühlt hast und es eine Qual war diesen Teil zu lesen. Für mich hat es gepasst und innerhalb der Geschichte Sinn gemacht.
      "Tigris doofitis ordinaris"
      "Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten."
      "Der Strike ist dem Räumfehler sein Tod..."

      Dreenan Kel Zalan wrote:

      Weil es zur Charakterentwicklung gehört? Den Figuren Tiefe verleiht? Es ist ja schade das du dich belästigt gefühlt hast und es eine Qual war diesen Teil zu lesen. Für mich hat es gepasst und innerhalb der Geschichte Sinn gemacht.
      Für mich auch.
      Ich musste aus Gründen gerade das Lesen von Tiamat's Wrath aufhören. Ich muss mich erst beruhigen. ;(
      I've come to the point in my life where I need a stronger word than "FUCK".

      Dreenan Kel Zalan wrote:

      Weil es zur Charakterentwicklung gehört? Den Figuren Tiefe verleiht?


      Holden wirkte doch dadurch nur noch klischeehafter und die Geschichte noch langweiliger.
      Gut, viele Autoren recyceln ihre eigenen Plotelemente und bedienen solche Klischees. Aber so etwas schon im zweiten Band vorgesetzt zu bekommen, fand ich eher entäuschend.
      Mal sehen, vielleicht gefällt mir der dritte Band wieder besser...
      “I: You’re a communist then. S: Let’s say I’m old enough not to be dazzled by Ayn Rand.”

      Kameron Hurley, The Light Brigade

      hodor wrote:

      Wenn ich mich recht erinnere schrieb Ty die Holden- und Bobbie-Kapitel. Ich vermute mal, dass Daniel Abraham der bessere Autor der beiden ist, zumal ich von ihm noch einiges gelesen habe, von Ty hingegen......



      Schau mal hier
      “I: You’re a communist then. S: Let’s say I’m old enough not to be dazzled by Ayn Rand.”

      Kameron Hurley, The Light Brigade

      a.rogue.prince wrote:

      hodor wrote:

      Wenn ich mich recht erinnere schrieb Ty die Holden- und Bobbie-Kapitel. Ich vermute mal, dass Daniel Abraham der bessere Autor der beiden ist, zumal ich von ihm noch einiges gelesen habe, von Ty hingegen......



      Schau mal hier
      :rofl:
      Wenn das wahr wäre, dann bräuchte ich noch einen Beleg für Tys schriftstellerische Fähigkeiten, denn mir gings genauso, die Holdenkapitel sind definitiv schlechter geschrieben als die Millerkapitel im ersten Band. Ich hab grad in der Wiki nachgeguckt, es stimmt tatsächlich mit der Aufteilung.
      HODOR !