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040_AGOT_Sansa 3​

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      040_AGOT_Sansa 3​

      040_AGOT_Sansa 3

      Jahr: 298 n.A.E.
      Datum: 05. Oktober
      Englischer Buchtitel: A Game of Thrones
      Deutscher Buchtitel: Das Erbe von Winterfell
      Seiten englische Ausgabe:
      Seiten deutsche Ausgabe: 60 - 70
      POV: Sansa
      Laufende Nummer chronologische Reihenfolge: 040
      Laufende Nummer Buchreihenfolge: 1.45
      “When the snows fall and the white winds blow, the lone wolf dies but the pack survives.”

      George R.R. Martin,
      A Game of Thrones
      Willkommen zu Brisant, liebe Zuschauer. unsere Themen heute: Wir sind zuhause eingeladen bei Tom o'Sevens und sehen, wie der beliebte Gesangsstar ganz naturnah lebt. Dann berichten wir von einem Auffahrunfall auf der Kingsroad, wir blicken zurück auf den unvergessenen Kronprinzen Rhaegar zusammen mit seinem Jugendfreund Jon Connington, doch zunächst blicken wir an den Hof und schalten zu Mareike.
      Ja, danke, Ines, wir haben heute hinter die Kulissen der Reichen und Schönen schauen dürfen und Lady Sansa und ihre Freundin Jeyne Poole begleiten dürfen. Die beiden waren heute ziemlich unartig und haben in der Küche Leckereien stibitzt, aber das bleibt unter uns, hihi.

      *zappt"
      Wirklich ein Kapitel zum wegzappen, nur schwer erträglich ist Sansas Innenansicht, die trotz creepy Littlefingers Belehrung ("Das Leben ist kein Lied") verzweifelt an ihrer romantischen Weltsicht festzuhalten versucht, krass unfair Arya gegenüber ist und was ganz schlimmes ausbrütet, fürchte ich.
      Aber sie hat auch lichte Momente, sie hätte Ser Loras geschickt, was LF sofort interessant findet, und sie bemerkt, dass Joffrey überhaupt nicht nach König Robert schlägt.
      Out of the mouths of babes
      zitiert Ned aus den Psalmen, (ein Beweis für meine Theorie, dass Westeros ein postapokalyptische Erde ist, die ein Atomkrieg aus der Bahn geworfen hat :crazy: ) und kriegt nach gefühlten zweihundert Hinweisen endlich die Erleuchtung, aber erst in seinem nächsten Kapitel.
      HODOR !
      Meine Güte, was ist Sansa hier für ein entsetzliches Pubertier! Das ganze Geschwätz mit Jeyne geht nur um gut aussehende Ritter, selbst wenn das komplette Vollpfosten sind, und um schöne Kleider. Arya fand ich in dem Kapitel relativ umgänglich und vernünftig.

      Ein paar Sachen sind mir aufgefallen:
      Of course, Jeyne had been in love with Lord Beric ever since she had first glimpsed him in the lists. Sansa thought she was being silly; Jeyne was only a steward's daughter, after all, and no matter how much she mooned after him, Lord Beric would never look at someone so far beneath him, even if she hadn't been half his age.

      It would have been unkind to say so, however, so Sansa took a sip of milk and changed the subject.

      Ganz schön schnöselig, die Gute, zumal sie weiß, dass das Jeyne gegenüber fies ist, und deshalb nichts sagt. Aber ich habe spontan gedacht, wie muss das sein, mit so jemandem befreundet zu sein, der sich eigentlich für etwas Besseres hält?

      Sansa sat up. "Lady," she whispered. For a moment it was as if the direwolf was there in the room, looking at her with those golden eyes, sad and knowing. She had been dreaming, she realized. Lady was with her, and they were running together, and … and … trying to remember was like trying to catch the rain with her fingers.The dream faded, and Lady was dead again.

      Sie spürt Lady noch immer um sich. Ich glaube ja, dass sie noch etwas von Lady in sich hat, mit sich herumträgt, etwas wölfisches und etwas elegantes. Das werden wir später noch sehen.

      "He is!" Sansa insisted. "I don't want someone brave and gentle, I want him. We'll be ever so happy, just like in the songs, you'll see. I'll give him a son with golden hair, and one day he'll be the king of all the realm, the greatest king that ever was, as brave as the wolf and as proud as the lion."

      Sie weiß es nicht und meint es nicht so, aber intuitiv hat sie doch schon begriffen, was mit Joffrey ist. Sie kann es nur leider nicht erkennen und positiv für sich nutzen. (Was Löwen bis jetzt so machten, war ja nicht so prickelnd...) Aber Ned guckt komisch. Ich frage mich, ob er etwas bemerkt hat?

      hodor wrote:

      sie hätte Ser Loras geschickt, was LF sofort interessant findet,

      Ja, aber leider nur, weil er so jung ist und so schön und so märchenhaft und so heldenhaft... Sie hat für vieles ein Gespür, unter der zuckrigen Suppe ihrer Jungmädchenträume erkennt sie die wesentlichen Informationen noch gar nicht. Aber das Potential ist da, und es wird die Zeit kommen, da es sich wird entfalten können.

      Post was edited 1 time, last by “Hildegunda” ().

      hodor wrote:

      Wirklich ein Kapitel zum wegzappen,

      Ja – ganz sooo spannend ist Sansa 3 nicht. :D
      -----
      Ob Ned tatsächlich Loras Tyrell auf den Berg hätte ansetzten sollen, weiß ich nicht. Hätte er ihn zur Strecke gebracht, hätte es sich sicherlich positiv auf das Verhältnis Starks/Tyrells und negativ auf Lannisters/Tyrells ausgewirkt.
      Was aber wäre gewesen, hätte der Berg Loras getötet?
      Die Beziehung Lannsiter/Tyrell wäre zwar noch stärker beschädigt, aber hätten die Tyrells dann nicht vielleicht Ned auch eine Mitschuld gegeben, dass er einen 16jährigen mit so einer gefährlichen Aufgabe betraut?
      -----
      Littlefinger benimmt sich Sansa gegenüber wieder eklig. :puke: Auffälliger als in der Serie, finde ich. Da war sein Verhalten ihr gegenüber irgendwie nicht ganz so schmierig am Anfang. Und mir kommt es auch so vor, als hätte er sie da nicht so oft angetatscht. Aber das kann ich auch falsch in Erinnerung haben.
      -----
      Natürlich wirkt Sansa hier wieder recht oberflächlich, naiv und leicht einfältig.Aber – kleiner Reminder ^^ : Sie ist erst 11.
      Und ganz so infantil ist sie auch gar nicht mehr, denn nach und nach schleicht sich immer mehr Realismus in ihre Träumereien ein.
      Zwar erfindet sie hier einen Traum über Joffrey und den weißen Hirsch, passt ihn aber den tatsächlichen Gegebenheiten so an, dass Joffrey das mystische Wesen nicht nur – wie in solchen Fällen wohl üblich – berührt und keinen Schaden zufügt, sondern tatsächlich tötet, weil der echte Joffrey daran eben besonders Spaß hat.
      Zwar tut das ihrer :pleasantry: Liebe zu ihm keine Abbruch, aber zumindest verschließt sie die Augen nicht völlig vor der Realität.
      Letztendlich geht es ja auch gar nicht so wirklich um Joffrey als Person – sondern um das für was er steht und was durch ihn u. seine Familie für Sansa möglich wird (und er sieht gut aus (zumindest im Buch ), was in dem Alter eben noch eine sehr hohe Prio hat 8) ).

      Hildegunda wrote:

      Ganz schön schnöselig, die Gute, zumal sie weiß, dass das Jeyne gegenüber fies ist, und deshalb nichts sagt. Aber ich habe spontan gedacht, wie muss das sein, mit so jemandem befreundet zu sein, der sich eigentlich für etwas Besseres hält?

      Finde sie gar nicht schnöselig, sondern auch hier ziemlich realistisch.
      Natürlich ist sie kein besserer Mensch, aber sie ist besser im Sinne von *besser gestellt*. Sie ist adelig und damit von höherem Stand als Jeyn. In dieser Gesellschaftsform ist es (so gut wie) ausgeschlossen, dass ein Lord ein Mädel aus dem Smallfolk heiratet und das weiß Sansa eben (Jeyne müsste das eigentlich auch klar sein. Ist es vielleicht auch – aber ein bisschen träumen ist ja erlaubt).
      Weder Sansa noch Jeyne haben sich die Verhältnisse in die sie reingeboren wurden und die Rollen, die sie jetzt u. später zu erfüllen haben, ausgesucht.
      Dass Sansa Jeyne nicht extra darauf hinweist, dass eine Ehe mit Ser Bendric unrealistisch ist, tut sie aus Rücksichtnahme. Sie will ihrer Freundin eben nicht die Illusion/den Spaß nehmen und sie nicht verletzen.
      Jeyne ist ja auch keine ganz normale Freundin, sondern so eine Art Gesellschafterin und letztlich eine Angestellte. Dass Sansa sie ihren Standesunterschied in diesem Moment nicht spüren lässt, finde ich eher rücksichtsvoll und einfühlsam und gar nicht fies.
      -----
      Eine weitere Lektion in Sachen Realität erhält Sansa durch den Black Brother Yoren. Ähnlich wie Jon und beeinflusst von ihrem Onkel Benjen, hatte sie ein völlig anderes Bild von den heldenhaften Männern, die die Mauer verteidigen u. muss feststellen, dass die Wirklichkeit auch hier stark von den romantischen Geschichten die in den Liedern besungen werden, abweicht.
      Auffällig finde ich, dass sie hier auch an Jon denkt und er ihr deshalb sogar Leid tut. Hätte ich gar nicht von ihr erwartet an dieser Stelle.

      Nina No One wrote:

      Eine weitere Lektion in Sachen Realität erhält Sansa durch den Black Brother Yoren. Ähnlich wie Jon und beeinflusst von ihrem Onkel Benjen, hatte sie ein völlig anderes Bild von den heldenhaften Männern, die die Mauer verteidigen u. muss feststellen, dass die Wirklichkeit auch hier stark von den romantischen Geschichten die in den Liedern besungen werden, abweicht.
      Da ist wieder so ein Fall von Sansas Romantizismus, der aber irgendwie doch die Wahrheit trifft: Ähnlich wie bei Sandor, der zwar kein Ritter, aber ritterlich ist, ist Yoren vielleicht verlaust und ungewaschen, rettet aber später Arya.
      HODOR !
      Tut mir leid, ich finde Sansas Gedanken an Jeyne und Jon nicht,
      rücksichtsvoll und einfühlsam
      , sondern vor allem gönnerhaft. Und Jeyne gehört übrigens ebenso wenig zum "Smallfolk" wie ihr "Halbbruder" - siehe House Poole.
      Es sind dann auch diese Jeyne, die anders als Sansa klar die Gefahr erkennt, in welcher sich die beiden Mädchen befinden und der von Sansa aufgrund seiner äußeren Erscheinung gescholtene Yoren, der sich als verantwortungs- und pflichtbewußter Mensch erweisen wird. So viel zu Sansa Realitätssinn...
      “I: You’re a communist then. S: Let’s say I’m old enough not to be dazzled by Ayn Rand.”

      Kameron Hurley, The Light Brigade

      Post was edited 3 times, last by “a.rogue.prince” ().

      a.rogue.prince wrote:

      Tut mir leid, ich finde Sansas Gedanken an Jeyne und Jon nicht,
      rücksichtsvoll und einfühlsam
      , sondern vor allem gönnerhaft.

      If this was what the Night’s Watch was truely like, she felt sorry for her bastard half brother, Jon.​

      Der Satz ist ja völlig neutral gehalten und somit interpretiert ihn jeder Leser, abhängig von seinem persönlichen Sansa-Subtext, der bei dir offensichtlich ein anderer ist als bei mir.

      a.rogue.prince wrote:

      Und Jeyne gehört übrigens ebenso wenig zum "Smallfolk" wie ihr "Halbbruder" - siehe House Poole.

      Mit dem *Smallfolk* lag ich daneben. Danke für den Hinweis und den Link. Dass die Pools selbst adelig sind, hat mich aber doch überrascht. Dachte sie wären irgendwas dazwischen.Habe ehrlich gesagt, bereits beim schreiben selbst daran gezweifelt, dass *Smallfolk* richtig ist. War dann aber zu faul um das zu recherchieren ;) Hätte einfach *niedrigerer Stand* schreiben sollen.

      Nina No One wrote:

      Der Satz ist ja völlig neutral gehalten und somit interpretiert ihn jeder Leser, abhängig von seinem persönlichen Sansa-Subtext, der bei dir offensichtlich ein anderer ist als bei mir.


      "Bastard half brother" ist herabsetzend gemeint (schau mal in AGOT, Arya I). "Gönnerhaft" trifft es deshalb m. E. sehr gut. Und zu meinem "Sansa-Subtext": Ich wundere mich über Teile des Sansa Fandoms, für die diese Figur schon zu Beginn der Geschichte ein superempathischer, realistischer und scharfsinniger Mensch ist, also die Notwendigkeit einer positiven Entwicklung von vorn­he­r­ein aufgehoben wird. Ich find es absurd, angesicht dessen was Sansa hier ihrer Schwester an den Kopf wirft oder wir uns anschauen, wo Sansa am Ende von AGOT steht.
      “I: You’re a communist then. S: Let’s say I’m old enough not to be dazzled by Ayn Rand.”

      Kameron Hurley, The Light Brigade

      a.rogue.prince wrote:

      . "Gönnerhaft" trifft es deshalb m. E. sehr gut.

      Das meinte ich auch mit "schnöselig". Sansa betont auch ständig, das Jon ihr Halbbruder ist, und das impliziert ja einiges. Ich glaube, für Arya ist er immer der Bruder. Sansa ist für mich da noch ein unreflektierter adliger Teenie.
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      Später wird sie ja als Bastard von Littlefinger ausgegeben, das verändert sie. Ich meine mich zu erinnern, dass sie ganz anders an Jon denkt.

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      Wir erleben einen Streit zwischen Arya und Sansa und schließlich als Abschluss des Kapitels hören wir die erlösenden Worte von Ned, dass er seine Töchter heimschicken wird. Dass es zu spät ist, werden wir erst später erfahren.

      Zunächst erfahren wir von Sansa, wie sie die im chronologisch vorher spielenden Kapitel Ereignisse bewertet. Genau wie mich verwirrt es sie, dass Ned Loras nicht geschickt hat. Zumindest sieht sie in ihm einen gutaussehenden Helden, trotzdem lässt sie nicht von ihrem Joff ab.

      Ihre Oberflächlichkeit ist nur sehr schwer zu ertragen. Sie bewertet alles mit einer Beschreibung über das Äussere. Loras ist schön, Beric ist gut aussehend. Und sie schafft es sogar, Mitleid für ihren Halbbruder zu empfinden, weil sie befürchtet, auf der Mauer seien alle krumm und eklig. Kaum zu glauben, dass ich Sansa irgendwann mal als die interessanteste Figur im Lied ansehen werden. Momentan ist sie unglaublich naiv, oberflächlich und unsympathisch. Ihre Arroganz Jeyne Pool gegenüber, ihre Selbstverständlichkeit alles bewerten zu müssen – überhaupt nicht nett!

      Aber dann erinnert uns Baelish daran, welche Prüfung Sansa ablegen muss: „Das Leben ist kein Lied, mein süßes Kind. Das wirst du zu deinem Bedauern eines Tages noch feststellen müssen.“

      Gleichzeitig greift er sie wieder an, streichelt ihre Wange – und ich finde das immer noch sehr unangenehm zu lesen. Mir ist es beim ersten Mal lesen nicht aufgefallen.

      Der Streit mit Arya tut mir im Herzen weh, werfen sich die zwei doch echt fiese Sachen an den Kopf und ich denke immer nur daran, dass ein Rudel doch zusammenhalten muss. Als Sansa sich schließlich weinend zurückzieht, denkt sie an Lady. Sie träumt von ihr und trauert um sie und endlich endlich endlich finde ich sie in diesem Kapitel mal sympathisch.

      Ned will die Mädchen nach Hause schicken. „Endlich“, wird der Leser ausrufen und gleichzeitig ein Flüstern hören: „Zu spät“.

      Und dann gibt ausgerechnet Sansa Ned noch den richtigen Hinweis auf den Weg: „Er ist kein bisschen wie der alte Säuferkönig.“

      Ned reagiert: „... aus dem Mund von Kindern.“

      Und ich dachte beim ersten Lesen noch, er meint damit, welche Ausdrücke die Kinder verwenden und dass Sansa den König als Säufer bezeichnet. Wirklich schön, wie Martin ein zweites Mal lesen so vergnüglich gemacht hat, in dem er einen einige Dinge erst beim Zweiten Mal verstehen lässt.







      Hildegunda wrote:

      Meine Güte, was ist Sansa hier für ein entsetzliches Pubertier! Das ganze Geschwätz mit Jeyne geht nur um gut aussehende Ritter, selbst wenn das komplette Vollpfosten sind, und um schöne Kleider.



      Irgendwie faszinierend, wie ein älterer Mann sich in eine weibliche pubertierende oberflächliche Person hineinversetzen kann. Sie ist ja in doppelter und dreifacher Hinsicht das Gegenteil von Martin. Wobei ich auch finde, dass er es etwas übertrieben hat. Also ich kenne einige pubertierenden Mädchen und sooooo schlimm sind die wirklich alle nicht!

      Nina No One wrote:

      Littlefinger benimmt sich Sansa gegenüber wieder eklig.


      Finde es auch echt abartig :( Wie er sie immer angreift ...

      a.rogue.prince wrote:

      Ich wundere mich über Teile des Sansa Fandoms, für die diese Figur schon zu Beginn der Geschichte ein superempathischer, realistischer und scharfsinniger Mensch ist


      Ich glaube, niemand hält Sansa jetzt in dem Moment für diesen Menschen. Ich denke, sie gehört nur zu den Personen im Buch, die die faszinierendste Entwicklung durchmacht oder es zumindest in der Serie getan hat. In den Büchern können wir den Weg, den sie gehen wird, nur erahnen. Ich bin ein großer Sansa Fan. Es ist einfach schön, ihre Entwicklung zu beobachten.
      “When the snows fall and the white winds blow, the lone wolf dies but the pack survives.”

      George R.R. Martin,
      A Game of Thrones

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      SuSansa wrote:

      Ich denke, sie gehört nur zu den Personen im Buch, die die faszinierendste Entwicklung durchmacht oder es zumindest in der Serie getan hat.


      Mir gefällt in dieser Hinsicht die Buchversion besser. Dort wird z.B. deutlicher, dass Sansa einige ihrer Verhaltensweisen bereut. Zudem wurde in der Serie ihre Geschichte im Tal von Arryn, die wesentlich Sansas Entwicklung ist, fast komplett gestrichen.
      “I: You’re a communist then. S: Let’s say I’m old enough not to be dazzled by Ayn Rand.”

      Kameron Hurley, The Light Brigade

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      Jetzt muss ich hier schon wieder die Sansa-Verteidigerin geben, obwohl ich gar kein soo großer Sansa Fan bin. ;)
      Ich finde es aber total übertrieben, wie hart viele mit ihr ins Gericht gehen und welch miese Charaktereigenschaften und böse Absichten ihr oftmals unterstellt werden.
      Sansa ist einfach ein (vor)pubertäres Mädchen, das romantische Vorstellungen vom Leben hat, sich von schönen Dingen u Menschen blenden lässt und eben auch Fehler macht oder die Dinge falsch einschätzt/angeht und irgendwann dazu lernt.Der *Normalo* unter den ASOIAF- Kids eben - ohne Weltrettungsmission, Drachen od. Superpower und mit dem langweiligen Wunsch Prinzessin zu werden. Deshalb finde ich sie als Figur gut und authentisch.
      Sie ist aber weder hinterhältig, noch bösartig oder verräterisch und auch nicht übertrieben arrogant oder was so einem 11jährigen Mädchen sonst noch so gerne unterstellt wird.

      a.rogue.prince wrote:

      "Bastard half brother" ist herabsetzend gemeint (schau mal in AGOT, Arya I). "Gönnerhaft" trifft es deshalb m. E. sehr gut.

      Dachte eigentlich, du beziehst dich auf den ganzen Satz und nicht primär auf die Bezeichnung *bastard half brother*.
      Da fängt es ja schon mit dem unterschiedlichen Lesen an. Du liest den Satz
      *If this was what the Night’s Watch was truly like, she felt sorry for her bastard half brother, Jon.*
      und nimmst primär den Ausdruck *bastard hb, Jon* wahr.
      Ich lese den Satz und bemerke in erster Linie, dass sie Mitleid mit ihrem bhb Jon hat. Also das was sie denkt bzw. empfindet – nicht wie sie Jon bezeichnet.
      Dass sie ihn explizit bhb nennt, weiß man schon aus vorangegangenen Kapiteln und dass sie sich nicht sehr nahe stehen, auch. Die Bezeichnung bhf ist sicherlich abwertend (wenn auch faktisch völlig richtig) gemeint, und das ist natürlich kein feiner Zug von ihr.
      Er kann ihr aber trotzdem wirklich Leid tun. Man kann doch aufrichtig Mitleid mit jemandem haben, einfach weil er in einer unangenehmen Situation steckt und man das nachempfinden kann. Selbst mit Fremden.
      Es gibt doch Sachen, die gönnt man niemanden, einfach weil man ein anständiger Mensch ist.
      Wieso muss man das Sansa absprechen?!
      Außerdem ließe Matin Sansa nicht in ihrem eigenen POV nur simpel *er tut ihr leid*denken, wenn er tatsächlich abbilden wollte, dass sie sich Jon in diesem Moment überlegen fühlt oder es geringschätzig meint.
      Und *gönnerhaft* trifft es eher nicht gut, finde ich.
      Bezweifle, dass man überhaupt gönnerhaft denken kann. Man kann sich gönnerhaft verhalten, würde ich sagen…und dieses Verhalten beurteilen dann andere als gönnerhaft.Und meines E. nach, müsste ihm auch etwas Positives widerfahren sein, damit *gönnerhaft* passt.

      SuSansa wrote:

      Der Streit mit Arya tut mir im Herzen weh, werfen sich die zwei doch echt fiese Sachen an den Kopf und ich denke immer nur daran, dass ein Rudel doch zusammenhalten muss.

      Die Streitereien mit Arya sind für mich normale Auseinandersetzungen zwischen Schwestern (die Trident-Geschichte nehme ich hier aus. Dazu habe ich im entsprechenden thread schon was geschrieben).Da fasst man sich nicht mit Samthandschuhen an, da geht’s – gerade in dem Alter – richtig zur Sache. :D
      Am Ende des Kapitels tut mir Arya aber auch leid, weil sie Sansa ja eigentlich nur trösten will und dann die volle Ladung Wut abkriegt, die eigentlich für Ned bestimmt ist.

      SuSansa wrote:

      Und ich dachte beim ersten Lesen noch, er meint damit, welche Ausdrücke die Kinder verwenden und dass Sansa den König als Säufer bezeichnet. Wirklich schön, wie Martin ein zweites Mal lesen so vergnüglich gemacht hat, in dem er einen einige Dinge erst beim Zweiten Mal verstehen lässt.

      Ja - so ähnlich habe ich das auch immer verstanden. :rolleyes: Wie Ned das tatsächlich meint, ist mir auch erst jetzt beim ReRead aufgefallen! 8)

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      Nina No One wrote:

      Dachte eigentlich, du beziehst dich auf den ganzen Satz und nicht primär auf die Bezeichnung *bastard half brother*.


      Es ging mir eigentlich um die falsche Prämisse: Sansa bemerkt Yorens schmudeliges Aussehen und schließt daraus, dass es bei der Nachtwache schlimm zu gehen muss. Zu "gönnerhaft" schau dir noch mal die Definition an.


      einem anderen mit deutlicher Herablassung etwas Gutes zukommen lassend; bei den Freundlichkeiten, die jemand jemandem erweist, zu sehr die eigene Überlegenheit durchblicken lassend

      duden.de/rechtschreibung/goennerhaft

      Als Beispiel werden genannt, "mit gönnerhafter Miene", "er gab sich gönnerhaft".

      Ich halte es für einen Mythos, dass Sansa die am meisten gehasste ( weibliche) Figur von ASOIAF ist. Ich empfehle dazu die Charakter Diskussionsthread zu Sansa in diesem Forum und vergleichend dazu die Threads zu Tyrion und Arya.
      Es ist letztendlich Martins Entscheidung gewesen, Sansa in AGOT gemäß eines eindimensionalen Klischeebildes eines 11jährigen Mädchens zu zeichnen. Ganz ehrlich, ich kenne kein Mädchen dieses Alters, das so ist. Die wenigsten gehören zu den oberen Zehntausend und viele entsprechen auch nicht den gängigen Schönheitsideal - so viel zum Thema "Normalo". Vielleicht sollte sich der Zorn da eher gegen den Autoren richten?
      Besser noch: Sansa Fans entspannen sich und merken, dass keinen Grund gibt in den Verteidigungsmodus zu schalten, nur weil ein paar Leute Sansa an einer bestimmten Stelle der Geschichte unsympthatisch finden, oder Martin die Figur auch mal in einem weniger günstigen Licht erscheinen lässt.

      Nachtrag

      Nina No One wrote:

      Die Streitereien mit Arya sind für mich normale Auseinandersetzungen zwischen Schwestern (die Trident-Geschichte nehme ich hier aus. Dazu habe ich im entsprechenden thread schon was geschrieben).Da fasst man sich nicht mit Samthandschuhen an, da geht’s – gerade in dem Alter – richtig zur Sache.


      Und zum Erwachsenwerden gehört idealerweise, dass man über solche Verhaltensweisen reflektiert und sie schließlich überwindet. Wird es einfacher wenn das Umfeld und man selbst sich einredet, wie alters- oder geschlechtergerecht das doch alles wäre?
      “I: You’re a communist then. S: Let’s say I’m old enough not to be dazzled by Ayn Rand.”

      Kameron Hurley, The Light Brigade

      Post was edited 2 times, last by “a.rogue.prince” ().

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      a.rogue.prince wrote:

      Es ist letztendlich Martins Entscheidung gewesen, Sansa in AGOT gemäß eines eindimensionalen Klischeebildes eines 11jährigen Mädchens zu zeichnen. Ganz ehrlich, ich kenne kein Mädchen dieses Alters, das so ist.
      Ich kannte schon ein paar die zumindest ähnlich waren. Natürlich war es dann nicht der perfekte Ritter oder Prinz, sondern irgendein Popstar, mit dem man sich die Wände zupflasterte, aber im großen und ganzen war diese Denke schon ziemlich nah dran.
      Und wenn du meinst das ist Klischee, dann ist aber Arya auch das exakte Tomboy-Klischee. Auch von der Sorte wirst du so extrem wenige kleine Mädchen finden.

      a.rogue.prince wrote:

      Und zum Erwachsenwerden gehört idealerweise, dass man über solche Verhaltensweisen reflektiert und sie schließlich überwindet.
      Jup. Zum Erwachsenwerden. Aber mit elf fängt man ja gerade eben ganz ganz eben mit diesem Erwachsenwerden an. Ich kenne kein Kind, dass mit 11 oder 12 oder auch 13 Jahren, derart selbstreflektiert ist.
      Dieses fiese Gestreite aus nichtigen Gründen, teilweise ohne Grund, kenne ich auch von meinen Jungs. Jetzt, wo die beiden 17 und 14 sind, wird es ruhiger. Der Große provoziert den Kleinen nur noch gelegentlich und der Kleine hat langsam gelernt, die Provokationen zu ignorieren.
      Aber beide sind doch schon deutlich älter, als Arya und Sansa an diesem Punkt des Buches.
      Something about the howling of a wolf took a man right out of his here and now and left him in a dark forest of the mind running naked before the pack.

      A Game of Thrones, Tyrion I

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      a.rogue.prince wrote:

      SuSansa wrote:

      Ich denke, sie gehört nur zu den Personen im Buch, die die faszinierendste Entwicklung durchmacht oder es zumindest in der Serie getan hat.


      Mir gefällt in dieser Hinsicht die Buchversion besser. Dort wird z.B. deutlicher, dass Sansa einige ihrer Verhaltensweisen bereut. Zudem wurde in der Serie ihre Geschichte im Tal von Arryn, die wesentlich Sansas Entwicklung ist, fast komplett gestrichen.


      Ich weiß um die Schwächen der Serien, aber Sansa habe ich nie als Schwäche angesehen. Liegt vielleicht daran, dass die Schauspieler von Theon, Ramsay und Sansa eine sehr gute Chemie hatten und gegenseitig das beste aus sich geholt haben und somit ihre gemeinsamen Szenen in Staffel 6 zu den besten Szenen in der Staffel gehören. Aber das ist Geschmackssache. Auf jeden Fall sind die Entwicklungen von Buch Sansa und Serien Sansa unterschiedlich. Mir gefallen beide sehr gut.

      Nina No One wrote:

      Ja - so ähnlich habe ich das auch immer verstanden. Wie Ned das tatsächlich meint, ist mir auch erst jetzt beim ReRead aufgefallen!


      Bin echt froh, dass wir diesen ReRead machen :) Schön, dass wir das gemeinsam angegangen sind :)

      a.rogue.prince wrote:

      Ganz ehrlich, ich kenne kein Mädchen dieses Alters, das so ist.


      Ich auch nicht, aber im Ansatz gibt es das schon auch, wie schon Esme auch beschrieben hat. Ich denke, dass Martin hier eventuell auch alles etwas überzeichnet hat. Ich möchte sie auch manchmal am liebsten schütteln, so wie sie mit Arya umgeht. Aber ich finde auch, dass Arya etwas überzeichnet oder sehr klitscheehaft dargestellt wird. Kennt ihr die 5 Freunde? Da gab es auch zwei Mädels. Schaut euch mal die Rollenbeschreibung aus Wikipedia an:

      Georgina Kirrin (genannt George, in den deutschen Buchausgaben auch Georg), Tochter des Wissenschaftlers Quentin Kirrin und seiner Frau Fanny, ist zu Beginn der Buchserie elf Jahre alt. Sie will lieber ein Junge sein, hasst Kleider und Puppen und wird als abweisend, frech und mürrisch, im Grunde aber tapfer und treu beschrieben. Sie hat kurze braune Locken und ist die Cousine der übrigen drei Kinder. Die Felseninsel, die sich schon seit vielen Jahren im Familienbesitz befindet, gehört ihr. Sie ist sehr stolz darauf, dass einer ihrer Vorfahren ein großer Kapitän war.


      und

      Anne Kirrin ist zehn Jahre alt, die kleine Schwester von Julian und Dick und wird als rollenkonformes Mädchen dargestellt. Sie hasst eigentlich Abenteuer und ist – im Gegensatz zu George – eher hausmütterlich. Sie hat schulterlange glatte blonde Haare


      Als wenn Mädchen entweder voll die Wildfänge sind, die mit schmutzigen Kleidern rumrennen, oder die, die feine Kleider mögen und gerne Zöpfe flechten. Es soll auch Mädchen geben, die irgendwo dazwischen angesiedelt sind ;)
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      Esmeralda wrote:

      Und wenn du meinst das ist Klischee, dann ist aber Arya auch das exakte Tomboy-Klischee. Auch von der Sorte wirst du so extrem wenige kleine Mädchen finden.


      Klar werden bei Arya auch einige Klischees bemüht. Ich habe trotzdem den Eindruck, dass Martin sich bei ihrer Charakterisierung zumindest in AGOT mehr Mühe gegeben hat und sie deshalb auch mehr wie eine wirkliche Person rüberkommt. Ich mein, welches 11-jährige Mädchen würde für ihren Traumprinzen über Leichen gehen? Sansa sieht wie ihr Verlobter versucht ihre Schwester zu ermorden und reagiert darauf mit einem Schulterzucken. Später wirft sie ihrer Schwester an den Kopf, dass sie sich wünscht, ihr Verlobter wäre sorgfältiger vorgegangen. Ich glaube schon, dass die meisten Mädchen ihres Alter genug Reflektionsvermögen besäßen, um zu merken was in dieser Situation vor sich gegangen ist und viele würde es auch emotional abschrecken. Es passt auch nicht zum Bild der Vorzeigefamilie von Westeros, mit dem die Starks eingeführt werden. Passen tut es zu dysfunktionalen Familien a la Dany+Viserys, oder zu einem früheren Entwurf des Liedes, der vorsah, dass Sansa tatsächlich mit ihrer Familie bricht und an Joffrey verloren geht. Vielleicht liegt hier doch Faulheit von Martin vor, der einfach ältere Storyelemente in die Endfassung der Geschichte integriert hat (ähnliches könnte ich mir auch bei Jaimie vorstellen, der ursprünglich auch nur ein Bösewicht sein sollte).
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      Kameron Hurley, The Light Brigade

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      Ich hatte schon den Eindruck, dass es sie emotional abgeschreckt hat. Sie hat ja Ned gegenüber auch die Wahrheit erzählt und war dann nur völlig überfordert, als sie in einem Raum voller Leute und dem König und der Königin auf einmal alles wiederholen sollte.
      Ich bin auch sicher, dass sie tief drinnen weiß, dass da irgendwas bei Joffrey grundfalsch läuft. Sie kann es sich selbst gegenüber im Moment nur nicht zugeben.

      Dass sie Arya gegenüber den Spruch den Spruch loslässt, ist aus der Wut heraus. Was meinst du, was meine Jungs sich in dem Alter an den Kopf geworfen haben. Ich war da manches Mal mehr als geschockt. Und ich würde meine Familie jetzt nicht als dysfunktional beschreiben. Vielleicht nicht konventionell, aber mehr nicht. ;)

      Natürlich hat Sansa jede Menge Fehler. Sie ist ein bisschen arrogant und bildet sich was auf ihren Stand ein und hält sich anderen gegenüber für besser. Sie wurde aber auch durchaus ein bisschen in die Richtung erzogen. Und ein großer Teil ihrer Fehler ergibt sich nunmal aus ihrer Jugend. Denn auch wenn man in Sansas Alter in Westeros alt genug ist, sich zu verloben und fast alt genug um zu heiraten, so ist sie letztendlich noch ein Kind. Kinder machen dumme Fehler, weil sie es nicht besser wissen.
      Something about the howling of a wolf took a man right out of his here and now and left him in a dark forest of the mind running naked before the pack.

      A Game of Thrones, Tyrion I

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      Esmeralda wrote:

      Ich bin auch sicher, dass sie tief drinnen weiß, dass da irgendwas bei Joffrey grundfalsch läuft. Sie kann es sich selbst gegenüber im Moment nur nicht zugeben.


      Vielleicht lässt sich das so interpretieren. Ich finde aber, dass dann der Text ihren inneren Zwiespalt nicht stark genug herausstellt. Sie wiederholt in diesem Kapitel Joffreys Lüge, dass Mycah ihn angegriffen hat, obwohl dafür keine Notwendigkeit besteht. Deshalb drängt sich mir der Eindruck auf, Martin wollte zeigen, wie Joffrey und vor allem Cersei erfolgreich Sansas Unerfahrenheit ausnutzen, um sie schnell für ihre Zwecke zu vereinnahmen.
      “I: You’re a communist then. S: Let’s say I’m old enough not to be dazzled by Ayn Rand.”

      Kameron Hurley, The Light Brigade