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Hyperion - Dan Simmons

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      hmmm, so lange schon.

      Was mir jetzt erst aufgefallen ist, sind nicht nur die offensichtlichen Analogien oder Bezüge zu Keats, sondern auch z.B. dass der Berater der Imperatorin genauso heißt, wie Keats Jugendfreund und Verleger, und beim Cybriden von John Keats ist, statt Joseph Severn, als er stirbt. Oder dass Fanny mit Nachnamen Brawne heißt. Ich weiß voll wenig über Keats an sich, vielleicht sollte ich mir doch mal sein "Hyperion" und "Endymion" zu Gemüte führen...
      "Be realistic", said the unicorn.
      Außerdem bin ich der Meinung, dass die Red Apple Fossoways von New Barrel Spalter sind!
      Ich habe die beiden ersten Hyperionbände dann auch mal fertig und mache mich mal daran diesen Fred zu reanimieren - assistierende Ersthelfer erwünscht! Wie andernfreds schon angedeutet, hat mich Simmons Werk direkt begeistert, und auch nach Beendigung des ersten Sammelbandes bin ich schwer beeindruckt von dem was er da zu Papier gebracht hat: Zwei in Inhalt und Erzählstruktur ziemlich verschiedene, aber gleichermaßen fesselnde Bücher, die durch eine grandiose Weltenschöpfung und Simmons wirklich exzellenten Schreibstil verbunden sind. Das erste Buch ist vielleicht etwas berührender und persönlicher, schließlich werden hier die Hintergrundstorys der Hauptpersonen ausgeleuchtet, während das zweite Buch dann über diesen Personenkreis hinausgeht, das Schicksal der ganzen Hegemonie und Menschheit beschreibt, und spannender und weitreichender daherkommt.

      Auch Simmons Charaktere sind mir ziemlich ans Herz gewachsen, natürlich die Pilger, über die man viel erfährt (meine Favoriten sind hier Sol und der Konsul), aber auch andere, wie Meina Gladstone oder vor allem Ummon wussten mich zu überzeugen.

      Einziges Manko des Buches: es ist bedingt durch philosophische/religiöse Exkurse, sowie die unweigerlich zu Komplikationen führende Zeitreisethematik teilweise recht schwere Kost. Dazu eine Menge Referenzen und Querverweise auf Keats, griechische Sagen, und alles mögliche andere, wovon ich bestimmt die Hälfte nicht mal als solche identifizieren und noch weniger wirklich verstehen konnte. Ich Ungebildeter! Zwischendurch fühlte ich mich richtig beschränkt, als Severn/Keats einen über Planckzeit und -Länge über Quantenfluktuation bis hin zu Gott gehenden Gedankengang mit dem richtigen Ergebnis abschließt und Ummon (für Nichtleser: Eine KI) nur antwortet:
      [Genau /
      Keats \\
      Sind alle Personen der Langsamen Zeit so langsam/ oder bist du nur mehr hirngeschädigt als die meisten>]
      :D

      Allerdings muss man auch ganz klar sagen dass die Bücher nicht mit diesen etwas intellektuelleren und verkopfteren Themen stehen und fallen oder davon dominiert werden, man kann auch ohne dafür viel Verständnis und Enthusiasmus aufzubringen Spaß an den Büchern haben. Ich selbst fand diese Aspekte interessant aber zuweilen etwas anstrengend.


      Jetzt habe ich es mir also in den Kopf gesetzt Dan Simmons gesamtes Werk durchzuschmökern (scheint hier ja ohnehin so ein bisschen der inoffizielle Simmons-Fred gewesen zu sein). "Terror" habe ich bereits gelesen, und fand es, obwohl es historische Fiktion und dadurch etwas ganz anderes ist, fast ebenso stark wie Hyperion. Hervorragend wie gut recherchiert Simmons die Vorgänge auf den Schiffen der Royal Navy und die außerweltliche Atmosphäre im arktischen Packeis beschreibt - da wurde ich glatt für den viel zu warmen Winter entschädigt. "Ilium" habe ich zu Weihnachten bekommen - meine Eltern haben es mir aus Versehen auf Englisch geschenkt, was mich angesichts des Sprachgebrauchs in "Hyperion" und "Terror" ein bisschen einschüchtert, aber ich nehme es mal als Herausforderung meinen neuesten Lieblingsautor in seiner Muttersprache zu lesen - und außerdem Endymion. Nach dem Querlesen hier im Forum habe ich da ganz verschiedene Meinungen zu gesehen: Die meisten finden es schwächer und zäher als Hyperion, ein paar wenige raten komplett davon ab es zu lesen oder fanden es sogar besser als Hyperion. Ich bin mal gespannt was da auf mich zu kommt, ich erhoffe mir ja eigentlich schon dass noch ein paar nach Hyperion offene Fragen geklärt werden - und nach einem ersten Blick ins Buch will ich natürlich auch erfahren, wie es ist, mit einer Erlöserin zu schlafen :D . Ich muss mal gucken ob ich es direkt lese oder noch etwas aufschiebe, habt ihr noch irgendwelche Meinungen zu der Fortsetzung?
      "Once they figure a way to work a dead horse, we'll be next. Likely I'll be the first too. 'Edd' they'll say, 'dying's no excuse for laying down no more, so get on up and take this spear, you've got the watch tonight.' Well, I shouldn't be so gloomy. Might be I'll die before they work it out." - Edd Tollett

      Jalabhar Xho wrote:

      Zwei in Inhalt und Erzählstruktur ziemlich verschiedene, aber gleichermaßen fesselnde Bücher, die durch eine grandiose Weltenschöpfung und Simmons wirklich exzellenten Schreibstil verbunden sind.
      Auch Simmons Charaktere sind mir ziemlich ans Herz gewachsen, natürlich die Pilger, über die man viel erfährt (meine Favoriten sind hier Sol und der Konsul), aber auch andere, wie Meina Gladstone oder vor allem Ummon wussten mich zu überzeugen.



      Merkwürdig, wie unterschiedlich das aufnehmen kann. Simmons Schreibstil ist für mich brauchbar und in Ordnung (Ja, habs auf Englisch gelesen), ich weiss nicht, wie Du auf exzellent kommst. Von den Figuren sind mir nur Ummon, der Rabbi und seine Tochter ans Herz gewachsen. Alle anderen sind für mich trotz Hintergrundgeschichten reine Funktionen in der Handlung. Zumindest beim Konsul glaube ich, dass das fast so gewollt ist, der Konsul wird praktisch auch nie mit Namen erwähnt, sondern nur mit Konsul.

      Einziges Manko des Buches: es ist bedingt durch philosophische/religiöse Exkurse, sowie die unweigerlich zu Komplikationen führende Zeitreisethematik teilweise recht schwere Kost. Dazu eine Menge Referenzen und Querverweise auf Keats, griechische Sagen, und alles mögliche andere, wovon ich bestimmt die Hälfte nicht mal als solche identifizieren und noch weniger wirklich verstehen konnte. Ich Ungebildeter! Zwischendurch fühlte ich mich richtig beschränkt, als Severn/Keats einen über Planckzeit und -Länge über Quantenfluktuation bis hin zu Gott gehenden Gedankengang mit dem richtigen Ergebnis abschließt


      Das ist für mich genau die Stärke des Buches. Also in griechischer Mythologie bin ich auch kein Fachmann und von keats habe ich nix gelesen, aber z.B. die Neuinterpretation der Opferung Isaaks fand ich faszinierend. Die Ausführungen zur Quantenmechanik sind ein interessanter Ansatz um das Verschwinden der KIs zu erklären. Und die Gottesvorstellung von Teilhardt de Chardin als Ausgangspunkt für einen SF-Roman zu benutzen finde ich schlichtweg brillant. Ich gebe Dir recht, wenn die Welterschaffung gut ist, aber diese dient doch vornehmlich dazu dem Leser diese Themen aufs Brot zu schmieren.

      Also freut mich, wenn Dir das Buch gefallen hat, aber offensichtlich reagieren wir auf sehr unterschiedliche Reize. Ich mag SF, wenns richtig abgefahren wird und das gibt mir das Buch...
      Ja, komisch. Ich weiß nicht, mir gefällt einfach was, wie und in welchem Maße Simmons beschreibt - genau die richtige Menge um mein Kopfkino anzuschmeißen ohne es zu überfordern ;) Und ich finde das sowohl seine Weltenschöpfung als auch seine Charaktere über Funktionalität und Zweckdienlichkeit hinausgehen, die menschliche Geschichte und die verschiedenen von ihm beschriebenen Planeten fand ich sehr interessant. Aber so unterscheiden sich die Geschmäcker eben.

      Und die Gottesvorstellung von Teilhardt de Chardin als Ausgangspunkt für einen SF-Roman zu benutzen finde ich schlichtweg brillant.
      Tja, und ich kannte den Typen nicht einmal, bis gerade dachte ich, der wäre eine Erfindung Simmons' :D . Na, so hat das Buch sicherlich genug Details für einen lohnenden ReRead, den ich schon so halb beschlossen habe.
      "Once they figure a way to work a dead horse, we'll be next. Likely I'll be the first too. 'Edd' they'll say, 'dying's no excuse for laying down no more, so get on up and take this spear, you've got the watch tonight.' Well, I shouldn't be so gloomy. Might be I'll die before they work it out." - Edd Tollett
      Ich hab ja Hyperion schon ein paar Mal gelesen. Jetzt gerade hören The Wolf und ich es als Hörbuch, und es fällt mir deutlich schwerer beim Hörern die Aufmerksamkeit zu behalten, als beim Lesen. Vielleicht liegt dass daran, dass mein Hirn die Fülle der Informationen, die man in einem einzelnen Satz vorgelesen bekommt, nicht so schnell verarbeiten kann.
      Auf jeden Fall freu ich mich immer wieder, über dieses wundervolle Buch. :love:
      Und jedes Mal fallen mir wieder neue Bezüge und Verweise auf.
      Wie oft man es wohl lesen muss, damit man alles mitbekommt?
      "Be realistic", said the unicorn.
      Außerdem bin ich der Meinung, dass die Red Apple Fossoways von New Barrel Spalter sind!
      Ich habe vor kurzem mit "Die Hyperion-Gesänge" begonnen. Ich bin seit eben mit der dritten Pilger-Story durch, und bin schwer angetan. Es ist schon ein Weilchen her, dass mich ein Buch so festgehalten hat.

      Obrac wrote:

      Hey, Art, du hast das von mir administrierte Hyperion-Forum vergessen. Es wurde zwar noch kein Beitrag geschrieben, aber naja..

      hyperion-forum.obrac.de/


      "404" So eine Enttäuschung...
      It`s not easy to be a birdplane.

      Ich muss meine Reaktionen haben dürfen!
      Doppelpost,man möge es mir verzeihen, dass ich hier eventuell Selbstgespräche führe.

      Mit dem ersten Buch bin ich durch, und ich bin nach wie vor begeistert.
      Ein ganz toller Sci-Fi Roman, mit einem ärgerlich offenen Ende. Zum Glück geht es direkt weiter.
      It`s not easy to be a birdplane.

      Ich muss meine Reaktionen haben dürfen!
      Ist schon ein paar Tage her, dass ich das gelesen habe, aber ich fand es auch großartig. :)
      Und danach dann Endymion. ;)
      Something about the howling of a wolf took a man right out of his here and now and left him in a dark forest of the mind running naked before the pack.

      A Game of Thrones, Tyrion I

      HappyTime wrote:

      Gibt es hier noch Erstleser, die nicht sofort mit dem nächsten Band weitermachen konnten?
      *meld*

      Als Endymion dann rauskam, hat es mich nicht mehr so interessiert... 8o
      Hyperion aber gehört für mich zu den 10 besten SF-Romanen, ähnlich wie Dune, total immersiv, und man kann es immer wieder lesen. Die Bilder im Kopf sind so mächtig, dass ich geradezu froh bin, dass es noch nicht verfilmt wurde.
      Edit: SyFy hat eine Hyperionserie in Entwicklung seit 2015. Hätte ich mir denken können.
      Edit2: Nee, das war nur ein Gerücht. Es ist nix in Planung, Siehe hier.
      HODOR !

      Post was edited 1 time, last by “hodor” ().

      Ich bin mit dem 2ten Teil der "Gesänge" zu zwei Dritteln durch. Es gefällt mir noch immer gut, aber insbesondere in den Cybrid-Passagen hat sich doch die ein oder andere Länge eingeschlichen. Es liest sich nicht mehr so flüssig, wie noch der erste Teil.
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      Ich habe mich mal von Euch inspirieren lassen und mit den Hyperiongesängen begonnen.

      Das erste Buch habe ich ziemlich flott weggelesen, war auch krank und hatte Zeit. Aber ich fand es auch erzählerisch besser aufgebaut, mit den einzelnen Geschichten der Pilger. Auch wenn mir immer noch übel wird, wenn ich an die Story von dem Pater denke.
      Kleine Spoilerfrage, weil ich immer zu ungeduldig bin:

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      Haben die die Bikura mit den Atombombenabwurf wirklich erledigt oder tauchen die später wieder auf?


      Im zweiten Band gehts mir ein wenig wie @HappyTime, das Taktikgelaber mit den Militärs interessiert mich nur so halb. Und ich verstehe auch nicht so richtig, wer Severn ist.
      Also, eigentlich finde ich es ja ganz gut, dass so wenig erklärt wird und die Welt einfach so existiert, wie sie ist, aber trotzdem erscheint mir manches schwer zu verstehen und sehr technisch zu sein.
      Was bitte ist z.B. eine Zeitschuld?

      Aufgefallen sind mir einige Parallelen zum letzten SciFi Werk, was ich gelesen habe, zur Expanse-Reihe, die Ousters erinnern mich ein bisschen an die Belter und der Mars ist auch hier der militärische Mittelpunkt.
      Was bitte ist z.B. eine Zeitschuld?
      Das ist die Differenz zwischen der Standardzeit die vergeht und der Zeit die während einer interszellaren Reise verbracht wird, die geringer ist.
      "Tigris doofitis ordinaris"
      "Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten."
      "Der Strike ist dem Räumfehler sein Tod..."

      penelope wrote:

      Also gewinnt man die Zeit zum Leben dazu?

      Nicht wirklich. In der Geschichte des Konsuls wird das Prinzip doch recht deutlich. Zeit ist keine konstante, sondern läuft schneller, je näher man sich an einer großen Masse (Planeten, Sterne, schwarze Löcher) befindet, welche die Raumzeit "krümmt".
      de.m.wikipedia.org/wiki/Allgemeine_Relativitätstheorie

      de.m.wikipedia.org/wiki/Zeitdi…atation_durch_Gravitation
      Der Erzähler der Geschichte des Konsuls verbringt immer wieder mehrere Monate im leeren All bei "Hawkins-Antrieb", und wenn er auf den Planeten zurückkehrt, ist seine Geliebte um Jahre gealtert. Der Erzähler hat keine Zeit dazu gewonnen, die Zeit lief nur anders, als auf dem Planeten.
      Edit
      Dazu kommt noch die "Fuge", also eine Art Stasis. In der Geschichte des Konsuls spielt die meiner Erinnerung nach aber keine Rolle.
      Da ich schon länger mit dem 2. Buch durch bin, mal ein verspätetes Fazit. Es bleibt dabei, dass der 1. Band mir besser gefiel. Der 2. hätte mMn gut um 20% gekürzt werden können, auch wenn Simmons im ersten Buch ja noch ausgiebig über solche Praktiken schimpft. Gegen Wbde wurde auch der 2. Band wieder packender, und ich war gespannt wie es ausgeht.
      "Endymion" habe ich mir bereits herunter geladen, lese aber erstmal "Terror" vom gleichen Autor. Ich wollte erstmal ein anderes Genre haben, bevor ich wieder in Simmons Sci-Fi-Welt abtauche.

      Zu deiner Spoiler-Frage...
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      Die Bikura spielen keine Rolle mehr, die Kruziform allerdings schon.
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      “I: You’re a communist then. S: Let’s say I’m old enough not to be dazzled by Ayn Rand.”

      Kameron Hurley, The Light Brigade
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