Der Depri-Thread

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      @LordTywin

      Ok, danke.


      Gern. Wenn Du Dich dafür entscheidest, mir eine PN zu senden, schildere bitte zusätzlich zum Trauminhalt noch Deine Erlebnisse des Vortags, damit ich den Traum einem situativen Kontext zuordnen kann und zumindest eine gewisse Individualisierung möglich wird.

      Studierst du Psychologie?


      Nein, ich studiere Medizin in Kiel.

      Rory2016 wrote:

      Natürlich kann wie bei jeder noch so Routine-OP auch bei einer Beschneidung was falsch gemacht werden- wie du schon selbst sagst wird es da vermutlich wenigstens genauso viel positive wie
      negative Erfahrungen geben - hab auch schon von Männern gehört die das neben der Hygiene für ein "besseres",sensibleres Empfinden gemacht haben.


      Sage ich nicht. Ich glaube nicht, dass "es ebenso viele" positive wie negative Erfahrungen gibt. Überhaupt nicht.

      Springer wrote:

      Wenn man sich unsicher ist, einfach zum nächsten Arzt gehen!


      Danke, werde ich.

      ​Haben dich deine Eltern aus religiösen Gründen oder "medizinischem" Rat beschneiden lassen?In den USA gab es ja jahrzehntelang eine Beschneidungs-Mania fernab der religiösen Orientierung


      Aus medizinischen. Ich habe aber nur noch Erinnerungsfetzen aus dieser Zeit.
      Soweit ich mich erinnern kann, ging es um das Risiko einer Vorhautsverengung. Ich glaube nicht mal, dass es dringend war, sondern sich eher um eine präventive Massnahme handelte.


      Springer wrote:

      Das kann auch schon im Kindesalter sinnvoll sein.


      Ich finde, dass es, wenn auch nur irgendwie möglich, meine Entscheidung hätte sein sollen.
      Es bin ich der jetzt für immer mit dem Resultat leben muss, nicht meine Eltern oder die Ärzte.


      Mir geht es ziemlich scheisse im Moment.
      “I walked away from the Last Great Time War, I marked the passing of the Timelords, I saw the birth of the universe and I watched as time ran out, moment by moment until nothing remained – no time, no space, just ME! I walked in universes where the laws of physics were devised by the mind of a mad man! And I watched universes freeze and creations burn, I have seen things you wouldn’t believe, I have lost things you will never understand!"
      -The Doctor
      Aus medizinischen. Ich habe aber nur noch Erinnerungsfetzen aus dieser Zeit.

      Obiges Zitat sagt für mich das du folgendes:
      Soweit ich mich erinnern kann, ging es um das Risiko einer Vorhautsverengung. Ich glaube nicht mal, dass es dringend war, sondern sich eher um eine präventive Massnahme handelte.

      Ich finde, dass es, wenn auch nur irgendwie möglich, meine Entscheidung hätte sein sollen.Es bin ich der jetzt für immer mit dem Resultat leben muss, nicht meine Eltern oder die Ärzte.

      doch gar nicht beurteilen kannst.
      Eltern ansprechen wie es war, warum den Eingriff durchgeführt wurde.
      Und dann, oder auch vorher, die Krankenakte im Krankenhaus des damals behandelnden Arztes einsehen.
      Danach sollte das warum und ob es wirklich nötig war geklärt sein.
      Bis dahin ist alles Spekulation.
      "Tigris doofitis ordinaris"
      "Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten."
      "Der Strike ist dem Räumfehler sein Tod..."
      Ja, du hast Recht. Werde ich tun.

      Ich habe einfach etwas Angst davor, irgendwie.

      Edit. Ich glaube halt auch nicht, dass die viel mehr darüber wissen.
      Sie werden vermutlich einfach getan haben, was der Arzt ihnen geraten hat. Vor mir als Kind wurde die Sache immer so dargestellt, als hätte meine Beschneidung gar keine Auswirkungen und sei eine ganz normale Routine-Prozedur gewesen.

      Ob die Krankenakte noch vorhanden ist, weiss ich nicht. Der Gedanke ist mir aber auch schon bekommen.

      Nach allem was ich (als Laie) gelesen habe, scheint es halt fast schon so etwas wie ein offenes Geheimnis zu sein, dass Beschneidungen viel zu oft und teilweise unnötig durchgeführt werden. In den USA war das über Jahrzehnte hinweg vollkommener Standart.
      “I walked away from the Last Great Time War, I marked the passing of the Timelords, I saw the birth of the universe and I watched as time ran out, moment by moment until nothing remained – no time, no space, just ME! I walked in universes where the laws of physics were devised by the mind of a mad man! And I watched universes freeze and creations burn, I have seen things you wouldn’t believe, I have lost things you will never understand!"
      -The Doctor

      Post was edited 3 times, last by “LordTywin” ().

      Tut mir leid, wollte dich nicht falsch zitieren. Das war bisher immer eher mein Eindruck gewesen, in meiner Wahrnehmung dadurch vielleicht letzte Nacht mit rein gelesen, sorry.
      Gerade so Gespräche, die man aus Sorge/Angst lange nicht geführt oder weggeschoben hat fallen mit der Zeit immer schwerer. Drück dir die Daumen das du bald die Situation und den Mut findest, diesen Schritt zu gehen- vorher ist alles andere Mutmaßung und muss nicht die Realität sein.

      Rory2016 wrote:

      Tut mir leid, wollte dich nicht falsch zitieren.


      Schon okay, habe mich vielleicht auch nicht gut ausgedrückt.

      Rory2016 wrote:

      Gerade so Gespräche, die man aus Sorge/Angst lange nicht geführt oder weggeschoben hat fallen mit der Zeit immer schwerer.

      Ja.

      Rory2016 wrote:

      Drück dir die Daumen das du bald die Situation und den Mut findest, diesen Schritt zu gehen- vorher ist alles andere Mutmaßung und muss nicht die Realität sein.


      Danke dir.

      vice.com/en_us/article/pgawqg/…kins-like-salamander-arms

      jungenbeschneidung.de/images/Webseitenbeitrag.pdf

      Solche Dinge finde ich ganz interessant.
      “I walked away from the Last Great Time War, I marked the passing of the Timelords, I saw the birth of the universe and I watched as time ran out, moment by moment until nothing remained – no time, no space, just ME! I walked in universes where the laws of physics were devised by the mind of a mad man! And I watched universes freeze and creations burn, I have seen things you wouldn’t believe, I have lost things you will never understand!"
      -The Doctor

      Post was edited 1 time, last by “LordTywin” ().

      Hallo lieber Lord Tywin, lange nicht mehr gesehen.

      Als erstes mal möchte ich mich den Respektsbekundungen für den offenen Post anschließen. Ich halte es fast schon für ironisch, dass soweit mir die Perspektiven meines weiblichen Umfeldes bekannt sind, diese gegenüber dem Eingriff absolut positiv sind. Und damit meine ich natürlich nicht, dass Dritte Nutznießer einer potentiellen Verstümmelung sein sollten, sondern dass ein hoffentlich tatsächlich notwendiger und hoffentlich ohne Nebenwirkungen durchgeführter Eingriff für den potentiellen Partner auch noch eine Reihe angenehmer Nebeneffekte hat.
      Ich muss zugeben, wenn du nicht auch dein-für-dich-sein geschildert hättest, hätte ich alles auf die Psyche geschoben. An den ersten Beischlaf sind traditionell so viele Erwartungen geknöpft und die Rolle des Mannes das Gleiche nochmal hoch drei, dass ich äußerst überzeugt davon bin, dass die ersten Versuche für ziemlich sehr viele Leute nicht klappen. Nur merkt man es den weiblichen 50% schon mal nicht besonders gut an und die anderen 50% werden sich nicht gern darüber unterhalten wollen. Und wenn man sich sowieso schon unter Druck gesetzt hat, dann beginnt man die weiteren Anläufe mit einem weiteren Stapel an Leistungsdruck - ob man ihn nun bewusst wahrnimmt oder nicht.

      Den optisch unvermittelbaren Mann gibt es aus meiner Sicht nicht. Ich würde aus langjähriger Beobachtung heraus sagen, dass Männer und Frauen auf äußerliche Attraktivität und Charakteristik umkehrgleiche Gewichtung von 1/3 zu 2/3 legen. Durchschnittlich natürlich - es gibt neben Trumps gelegentlich auch Macrons, aber doch sehr viel mehr Trumps als Macrons und alles dazwischen. Und ich habe Herren die aussehen wie zwölf aber sehr selbstbewusst und eloquent sind, sehr sehr hübsche Frauen ins Bett labern sehen.

      Mann muss:
      a) selbstbewusst sein
      und
      b) sozialkompatibel

      Was da erstmal so freundlich klingt, kann härter sein als die eigene Augenfarbe zu ändern. Das mit dem Selbstbewusstsein ist ja ein Teufelskreis und die Sozialkompatibilität ist in der Selbsteinschätzung unfassbar schwer. Im Zweifelsfall bekommt man von der Umgebung nur negatives Feedback ohne Konkretisierung. Ohne, dass es die Umgebung überhaupt konkretisieren könnte weil die Dauer des Augenkontakts, die Offenheit in Gesprächen, Logik und Humor "aus dem Bauch heraus" bewertet und selten analysiert werden. Gerade Freunde mit leichten Asperger-Anleihen und davon kenne ich recht viele (scheint im IT-/Fantasy-Umfeld gehäuft zu sein) scheitern am Zwischenmenschlichen eben auf Grund zu vieler Wenn/Danns die man bewusst-intellektuell nicht erfassen und verarbeiten kann. Dafür programmieren sie ganz hervorragend Dinge, weil man da "Bauchdenken" so gut brauchen kann wie eine Tastatur mit.. einem Bauch?

      TL;DR:

      Auch wenn du fünf Beine und acht Köpfe hast, es liegt nicht an deinem Äußeren. Es wird sich immer eine Dame finden, die gerade dir acht Strickmützchen stricken mag und liebevoll fünf Pantoffeln bringen wird. Du hast deutlich bessere Chancen als ein George Clooney, der seinen Briefmarken gern Kosenamen gibt oder gern Unterhaltungen mit dem Ellbogen seines Gegenübers hält.

      Zum medizinischen:

      Das kann ich natürlich nicht beurteilen, es fällt mir aber schwer deine Eltern zu verurteilen. Zur deinen jungen Zeiten gab es Google-Doc noch nicht und Ärzte besaßen eine völlig andere Autorität. Nachdem der Eingriff in einigen Religionen so verbreitet ist, hätte ich ihn ohne deinen Post vermutlich auch heute noch als verhältnismäßig neutral erachtet. Ich glaube die Krankenakte einzusehen wäre eine wirklich gute Sache.

      Aber so oder so:
      Was machst du jetzt damit? Selbst wenn es ein ernstes medizinisches Problem sein sollte, scheint es mir erstmal nicht umkehrbar. Ich würde erstmal versuchen in Ruhe rauszufinden woran ich selbst (noch) eindeutig Freude habe und versuchen das später mit einem Partner umzusetzen. Vielleicht empfindest du irgendwelche bestimmten Kondome mit Nöppsis doch als halbwegs ok, da muss man sich vermutlich erstmal allein durchprobieren. Wenn es Gleitgel sein soll, ist es eben Gleitgel - das mögen ziemlich viele Menschen und es gibt in etwa drölfzig Millionen Sorten von. Mit Kaugummigeschmack, Glitzer, Wärmeeffekt und Weihnachtsbeleuchtung. Beziehung hat dabei den Vorteil des gegenseitigen Vertrauens und Nichtbeziehung den Vorteil der Wurstigkeit - da scheinst du mir mit keiner Strategie große Nachteile zu haben.

      Und tut mir leid, wenn das jetzt alles sehr direkt klingt - ist eben ein typischer Maegwin-Post. Bitte übersetz dir das alles in feinfühliger und denk dir die ganzen "Ich weiß natürlich nicht/traue mich nicht zu beurteilen" und so dazu. :blackeye:
      I have been despised by better men than you.
      Hey Maegwin

      Habe mich auf alle Fälle über deine Antwort gefreut :)

      Maegwin wrote:

      Ich muss zugeben, wenn du nicht auch dein-für-dich-sein geschildert hättest, hätte ich alles auf die Psyche geschoben.


      Das ist verständlich; habe ich zuerst auch getan.
      Erst nach dem zweiten "Misserfolg" kam mir dann der Verdacht auf, dass die Gründe womöglich auch woanders liegen könnte. Wie es mir nun einmal so eigens ist, habe ich nachher stundenlang gegoogelt, und die Erfahrungsberichte zu Performance Anxiety wollten einfach nicht mehr so richtig passen; es schien mir mehr zu sein.

      Es ist ein seltsames Gefühl, oder eher eine seltsame Abwesenheit von Gefühl, wenn man sich mental versucht zu erregen, aber die körperliche Stimulation einfach nahezu vollständig ausbleibt; mir kam dieses Aneinanderreiben von Körpern urplötzlich ziemlich sinnlos vor.

      Maegwin wrote:

      Und wenn man sich sowieso schon unter Druck gesetzt hat, dann beginnt man die weiteren Anläufe mit einem weiteren Stapel an Leistungsdruck - ob man ihn nun bewusst wahrnimmt oder nicht.


      Das befürchte ich auch.
      Meine Ernüchterung hat damit aber auch ihr Gutes. In den letzten Monaten war ich teilweise wie besessen davon, die gefühlte "Schmach" der Jungfräulichkeit um jeden Preis endlich überwinden zu wollen; jetzt hingegen, auch weil ich noch am herausfinden bin, was bei mir körperlich überhaupt noch möglich ist, bin ich in dieser Hinsicht wieder deutlich gelassener.

      Maegwin wrote:

      Und ich habe Herren die aussehen wie zwölf aber sehr selbstbewusst und eloquent sind, sehr sehr hübsche Frauen ins Bett labern sehen.


      Ich denke, dass ich sehr sehr hübsche Frauen zumindest in eine sehr enge Freundschaft labern könnte Immerhin das habe ich in der Vergangenheit wiederholt unter Beweis stellen dürfen.

      Das "Seltsame" bei mir ist, dass ich durchaus glaube, dass ich (seit die Alters-Sache an Relevanz verloren hat) weder ausgesprochen schlecht aussehe, noch keinerlei Charme besitze. In manchen Gruppensituation mag ich zwar schüchtern sein, aber gerade im Zwiegespräch kann ich, sofern ich dazu aufgelegt bin, durchaus mit Humor glänzen, und mir fällt es auch ansonsten nicht schwer, empathisch auf meine Gesprächspartner einzugehen.
      Irgendwie schaffe ich dann normalerweise einfach den Sprung aus dem freundschaftlichen in einen romantischen Umgang nicht; und falle, ob ich will oder nicht, in die Friendzone.

      Mein ehemaliger Therapeut hätte vermutlich angefüht, dass ich diesen Zustand unbewusst herbeizuführen versuche, da ich auf irgendeiner Ebene wohl auch Angst vor Beziehungen und Sexualität habe. Kommt vielleicht ausserdem noch eine Freude am Leiden hinzu?

      Maegwin wrote:

      Das kann ich natürlich nicht beurteilen, es fällt mir aber schwer deine Eltern zu verurteilen


      Inzwischen habe ich über Email und Whatsapp zumindest ein wenig mit meinen Eltern geredet, und sie sagten in etwa dass, was ich bereits erwartet hatte: Es habe sich um eine Phimose (Vorhautverengung) gehandelt, und der Arzt habe den Eingriff empfohlen.

      Ob die Operation damit notwendig war? Melanie Klinger schreibt in ihrem Buch "Intime Verletzungen", dass höchstens in 15% (könnte auch deutlich niedriger liegen, so bei 1%) aller bei Jungen diagnostizierten "Phimosen" eine Beschneidung angebracht sei, nämlich nachdem jede andere Behandlung versagt hat. Im Normalfall gibt es zahlreiche andere, sehr vielversprechende Methoden, die nicht mit dem Verlust der Vorhaut einhergehen. Dazu kommt, dass Diagnosen von "Phimose" im Kindesalter grundsätzlich kontrovers sind, da die Vorhaut sich nur allzuhäufig bis zum Eintritt ins Erwachsenenalter lockert, und den Eingriff damit überflüssig macht.

      Im Übrigen scheint mir zumindest ein Teil der so verschieden eingefärbten Erfahrungsberichte zu Beschneidung auch auf die verschiedenen Beschneidungstypen zurückzuführen sein. Statistisch kann ich das selbstverständlich nicht untermauern, aber praktisch alle positiven Erfahrungen von denen ich bisher gelesen habe, stammen (sofern der Typ angegeben wurde) von Männern, die "high" beschnitten wurden, während diejenigen die besonders unter dem Eingriff leiden meistens "low" beschnitten worden zu sein scheinen. Wird man "low" beschnitten (wie ich), gehen deutlich mehr Nervenenden verloren.

      Natürlich bin ich selbst aber nur ein medizinischer Laie, und muss mich auf die Literatur verlassen, die mir zur Verfügung steht.

      Richtig böse bin ich meinen Eltern deswegen nicht mehr. Gelegentlich kommt Wut in mir hoch, und ich wünschte, sie hätten sich besser informiert. Gleichzeitig weiss ich aber natürlich auch, dass es sicher nicht ihre Absicht war, mir Schaden zuzufügen. Es ist halt einfach passiert.

      Maegwin wrote:

      Nachdem der Eingriff in einigen Religionen so verbreitet ist, hätte ich ihn ohne deinen Post vermutlich auch heute noch als verhältnismäßig neutral erachtet


      Ja, das ging mir bis vor wenigen Wochen auch noch so. Der Umgang mit männlicher Beschneidung ist in unserer Gesellschaft allerdings auch ziemlich verharmlosend, obwohl nun vielleicht ganz ganz langsam ein Umdenken stattfindet.

      Als Betroffener ist es besonders surreal, dass ich mir diese Gedanken nie so richtig gemacht habe.
      Einige Ahnungen waren immer da: Z.B. dass es nicht normal sein könnte, dass ich bei der Selbstbefriedigung schnell Schmerzen kriege, sofern es überhaupt "funktioniert". Im Übrigen hat die Beschneidung damit zumindest ihren ursprünglichen Zweck erreicht, nämlich die Freude an der Masturbation zu verringern. Ironischerweise war das Hauptargument die heute GEGEN die Zirkumzision angeführt werden, nämlich die Verminderung der sexuellen Empfindsamkeit, im 19. und frühen 20. Jahrhunderts fast genau dasselbe, das damals aus puritanischen Kreisen FÜR die Zirkumzision ins Feld geführt wurde. Das wird heute von Beschneidungsbefürwortern gerne unter den Tisch geschoben.

      Maegwin wrote:

      Was machst du jetzt damit? Selbst wenn es ein ernstes medizinisches Problem sein sollte, scheint es mir erstmal nicht umkehrbar. Ich würde erstmal versuchen in Ruhe rauszufinden woran ich selbst (noch) eindeutig Freude habe und versuchen das später mit einem Partner umzusetzen.


      Ja, du hast recht. Das versuche ich auch gerade. In Beschneidungsforen findet man hierzu auch viele Tipps und Anweisungen, wie es möglich ist, Teile der Empfindungsfähigkeit wieder zurückzugewinnen. Das hat für mich gerade auch durchaus etwas Aufregendes.


      Insgesamt war wohl alles einfach ein bisschen viel für mich in letzter Zeit: Ein sowieso stets schon leicht depressiv eingefärbtes Gemüt, Schwierigkeiten in der Beziehung zu den Eltern, eine äusserst langanhaltende, sehr schmerzhafte unglückliche Liebesgeschichte, Trennung von ihr, Aufbruch zum Austauschjahr in England, "Versagen" bei den ersten Möglichkeiten zum GV, Entdeckung der Beschneidungsfolgen, dazu Einsamkeit, schlechtes Wetter, Sonnenuntergang um halb 4 nachmittags und Essay-Deadlines.
      Das hat dann zum mentalen Kollaps geführt.

      Jetzt geht es mir aber wieder etwas besser.


      Maegwin wrote:

      Und tut mir leid, wenn das jetzt alles sehr direkt klingt - ist eben ein typischer Maegwin-Post. Bitte übersetz dir das alles in feinfühliger und denk dir die ganzen "Ich weiß natürlich nicht/traue mich nicht zu beurteilen" und so dazu.


      An der Maegwin-Skala gemessen finde ich deinen Post eigentlich ziemlich feinfühlig ;)
      “I walked away from the Last Great Time War, I marked the passing of the Timelords, I saw the birth of the universe and I watched as time ran out, moment by moment until nothing remained – no time, no space, just ME! I walked in universes where the laws of physics were devised by the mind of a mad man! And I watched universes freeze and creations burn, I have seen things you wouldn’t believe, I have lost things you will never understand!"
      -The Doctor

      Post was edited 2 times, last by “LordTywin” ().

      @LordTywin: Es freut mich, dass du die ersten Schritte zu machen scheinst, mit deiner Depri klar zu kommen. Von irgendwelchen weiteren Küch-Psych-Tipps, die ich nicht ohnehin schon gegeben habe, werde ich mich hüten, aber einfach immer Stück für Stück raus aus der Depression.

      Okay, den Herrn hier, den ich sonst nicht so schätze, erspare ich dir halt nicht. ;)

      Es gibt viel zu verlieren, du kannst nur gewinnen, der Durchbruch ist nah, Stillstand ist der Tod ..



      Sorry, no dragons in Winterfell!

      Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!
      Triggerwarnung. Es geht um Suizidalität.

      Show Spoiler
      Ich habe sehr mit mir gehadert, aber doch das Bedürfnis die aktuelle Situation mit euch zu teilen, da ich bisher immer bestärkt worden bin durch die Menschen in diesem Forum. Und auch erleben konnte, wie andere hier bei sehr ernsten und persönlichen Themen Unterstützung erfahren haben.
      Eine mir sehr nahe stehende Person aus der Familie hat sich wegen Suizidgefahr einweisen lassen.
      Auf der einen Seite bin ich sehr froh und erleichtert, dass sie sich professionelle Hilfe gesucht hat. Auf der anderen Seite ist es ein Schlag in die Magengrube, die Angst macht.
      Ich bin ängstlich was die Zukunft bringt, da die Person gerade auf existentieller Ebene ihren Halt im Leben verloren hat und ungewiss ist, wie sich ihr Leben nun weiterentwickeln wird.
      Allein auf die Nachricht zu reagieren fiel schwer. Was sagt man jemandem, dem es gerade so geht?
      Was kann ich tun, denjenigen zu unterstützen, ohne selbst zu sehr involviert zu sein?

      Ich weiß nicht, was ich mir genau erhoffe, außer es ausgesprochen zu haben. Aber vielleicht habt ihr ja Worte oder Erfahrungen, die ihr mit mir teilen könnt.
      Leider leben meine engsten Freunde alle weit weg und so kann ich mich für heute nicht verabreden um auf andere Gedanken zu kommen und habe frei, weswegen auch Arbeit nicht ablenkt. Sport ist passenderweise heute auch ausgefallen. Das hätte heute gut getan. Habe auch noch nicht zu Ruhe kommen und essen können, weil mein Körper so unter Unruhe und Adrenalin steht.

      Edit: Sollte sich jemand bei dem Thema eher per PN äußern wollen oder etwas nachfragen wollen, wäre das okay für mich.



      >Angst schneidet tiefer als ein Schwert<

      Post was edited 2 times, last by “Alraune” ().

      Liebe Alraune,

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      ​Ich kann dir leider (oder zum Glück) keine eigene Erfahrung zum Thema Umgang mit Suizidalität bieten. Was ich habe ist Erfahrung mit einer sehr guten Freundin und schwerer Depression. Auch da war ich oft sprachlos. Aber alleine das Angebot dass man da ist, und sei es nur um zusammen zu schweigen, hat meiner Freundin gut getan. Niemand erwartet von dir eine perfekte Reaktion. Soweit ich weiß können auch Angehörige/Freunde die Telefonseelsorge in Anspruch nehmen, falls dir das vielleicht helfen könnte. Fühl dich gedrückt und ich schicke dir eine Runde Kraft! <3
      "Let me tell you something about wolves, child. When the snows fall and the white winds blow, the lone wolf dies, but the pack survives." -Eddard Stark

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      Spät aber doch, liebe Alraune.

      Ja ich hatte/habe so einen Fall im Umfeld.

      Show Spoiler
      Eine mir sehr nahestehende Frau, sogar meine beste Freundin, die ich früher im Macho-Thread als "Little Sister" bezeichnet habe. Hat vor ein paar Jahren nach dem Ende einer Beziehung versucht, sich die Pulsadern aufzuschlitzen - mit ziemlich beachtlichen Teilerfolgen. Wohnung - Horrorfilm, diverse Nervenschäden in einem Handgelenk sind geblieben.

      ich habe mich der Problematik so angenähert, dass ich a) ihr immer versichert habe, was für ein Verlust das für die Welt im allgemeinen und mich im Speziellen gewesen wäre und b) einfach für sie da war. Und auch immer noch bin, wenn sie mich braucht. Oder auch einfach nur Gesellschaft. Oder ein paar blöde Witze zur Aufheiterung. Sie ist nach wie vor kein glücklicher Mensch, aber das Leben als solches ist ihr zumindest nicht unerträglich.
      Sorry, no dragons in Winterfell!

      Hodor I. Targaryen wählte nach seiner Inthronisierung das neue Motto seines Hauses aus: "Hodor"!

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      Alraune, ich kann nur sagen, was mir in so einer Situation geholfen hat, vielleicht ist etwas davon auch für dich hilfreich.

      Show Spoiler
      Man kann als nahestehende Person kaum etwas tun außer emotionalem Beistand und dabei halte ich 3 Dinge für wichtig:
      ​1.) Ehrlichkeit. Die Person ist ja nicht dumm, sie merkt, wenn man versucht etwas schönzureden oder um den heissen Brei redet. Meine Mutter, die nach einem Suizidversuch eingewiesen wurde, wollte immer wieder wissen, ob diese oder jene Aussage oder Handlung dumm von ihr gewesen war. Ich habe versucht, immer ehrlich zu antworten, und ich denke, dadurch ist ihr Vertrauen gewachsen. Anfangs stellte sie die Authentizität meiner Aussagen oft in Frage, irgendwann hörte sie damit auf.
      2.) Zeigen, dass die Person frei sprechen kann. Sei es erhöhtes Misstrauen durch die Depression oder Scham vor den Gründen für die Suizidgedanken, Menschen in dieser Situation können es schwierig finden, über etwas oder mit jemandem zu sprechen. Meine Mutter hat die Hälfte ihres Lebens damit verbracht, sich in allen Belangen um ihre Familie zu kümmern, selber Hilfe bei ihrem Sohn zu suchen war keineswegs selbstverständlich für sie. Solche Unsicherheiten sollte man erkennen und helfen, sie zu überwinden. Die Person sollte nicht etwas in sich reinfressen müssen, was sie eigentlich mitteilen möchte.
      Nachbohren verunsichert die Person wahrscheinlich nur, zuzuhören und jeder Aussage mit Verständnis und Mitgefühl zu begegnen hat geholfen.
      3.) Selber den Halt nicht verlieren. Wird man zu sehr von den Geschehnissen mitgenommen, wird es nicht nur schwieriger, für die Person da zu sein. Bemerkt die Person, dass ein nahe stehender Mensch durch sie aus der Bahn geworfen wurde, kann das in Schuldgefühlen enden. Meine Mutter wollte mir ständig erklären, wie sie als Mutter versagt hat, weil es mir durch sie ja so beschissen ginge. Zum Glück konnte ich sie davon überzeugen, dass es mir gut ging. Wäre es mir nicht tatsächlich gut gegangen, wäre ich wahrscheinlich nicht so überzeugend gewesen.
      Wie man der betroffenen Person hilft, hängt natürlich davon ab, wie sie und die eigene Bindung zu ihr sind. Eine Sache halte ich aber für allgemeingültig: Sich Sorgen machen hilft niemandem. Man sollte der Sache Zuhause, bei der Arbeit, beim Ausüben von Hobbys keinen Raum geben. Und voller Aufmerksamkeit und Mitgefühl sein, wenn man sich bei der Person befindet.
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